12 Mill. Euro für die Retter

Anfang 2010 soll die neue Feuer- und Rettungswache in Betrieb genommen werden. Mit 12,1 Mill. Euro ist sie der teuerste Neubau aller Zeiten für die Stadt Siegen.  Foto: mir
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mir Siegen. 12,1 Mill. Euro soll sie kosten, die neue Feuer- und Rettungswache an der Weidenauer Straße. Gebaut von der KEG als 100-prozentiger „Tochter“ der Stadt Siegen, die das Bauwerk anschließend an die Kommune und den Kreis Siegen-Wittgenstein vermieten wird. Ende 2009 werden die Arbeiten beendet sein, im ersten Quartal 2010 soll der reguläre Betrieb nach dem Umzug aus der Fludersbach aufgenommen werden, wie Stadtkämmerer Reinhold Baumeister gestern auf der Baustelle erklärte: „Die Kostenkontrolle funktioniert, es gibt keine Überschreitungen.“ Und der Zusatz: „Es werden hier keine goldenen Wasserhähne eingebaut. Alles ist funktionell ausgerichtet.“

Kurze Wege von den Arbeits- und Aufenthaltsräumen zu den Einsatzfahrzeugen, das muss garantiert sein. Projektleiter Thomas Zimmermann hat daran keinen Zweifel. Über eine Sechs-Meter-Stange gelangen die Feuerretter bei Alarm aus dem zweiten Stock direkt zu ihren Fahrzeugen. Sollten die Männer - Frauen tun momentan in der Hauptwache keinen Dienst - gerade in der Küche eine warme Mahlzeit zubereiten, schaltet sich automatisch der Herd aus und die Dunstabzugshaube ein. Logisch. Sonst wäre der nächste Brand vorprogrammiert.

Matthias Ebertz, Leiter der Feuerwehr Siegen, erläuterte gestern noch mehr Details: „Wird nachts ein Einsatz in Geisweid gemeldet, dann schaltet sich für die eingesetzten Kräfte Licht nur auf den Fluren und in der Garage ein, die tatsächlich benutzt wird.“ Die Ausfahrt vom Gelände ist auch geregelt. Richtung Norden rücken die Helfer generell über die Weidenauer Straße aus, Richtung Süden wird die HTS über die Herrenwiese angefahren. Ampeln werden von der Einsatzleitstelle automatisch grün geschaltet, das versteht sich von selbst. Heimkehrende Feuer- und Rettungsfahrzeuge dürfen nur über den rückwärtigen Teil einfahren.

Bei künftig 78 Fahrzeugen muss einiges vorgehalten werden. Vor allem eine Kfz-Werkstatt mit Bremsenprüfstand, natürlich auch ein Reifenlager, eine Schreiner-Werkstatt ist ebenfalls vorgesehen. Eine Atemschutzwerkstatt wird entstehen, zwei Mann im Tagesdienst werden dort tätig sein. Zentral werden dort aus dem gesamten Kreisgebiet die Atemschutzgeräte gewartet.

Einen Schlauchturm wird es im Neubau nicht mehr geben. Die nassen Schläuche werden künftig maschinell getrocknet. Diese Neuerung wird die Stadt Siegen zunächst allein betreiben (und finanzieren). Ebertz: „Wir werden diese Dienstleistung später auch den übrigen Kommunen anbieten.“Allein 16 Technikräume sind in der neuen Wache vorgesehen. „Wahnsinn, ich konnte mir das anfangs auch nicht vorstellen“, entfuhr es Baumeister bei der gestrigen Baustellentour. Dafür ist alles auf dem neuesten Stand. Und doppelt vorhanden, um für jeden erdenklichen Krisenfall gewappnet zu sein. Klar, dass auch die Notstromversorgung doppelt gesichert ist. Regenwasser wird voll genutzt zum Kfz-Waschen.Nicht nur die Technik zählt, der Mensch ist ebenso wichtig. Die Ruheräume sind klein und spartanisch eingerichtet, Spinde sind zentral in einem Raum untergebracht. Einen kleinen Fitnessraum wird es auch geben, um Rückenleiden und anderen Gebrechen der Einsatzmänner vorzubeugen. Schulungsräume sind gleichfalls vorgesehen. Groß, hell und in vielfacher Ausfertigung mit „Strippen“ für Telefon, Internet etc. Eben alles für den Tag X, wenn mal wieder ein „Kyrill“ Siegerland und Wittgenstein in Schrecken versetzen sollte.Personell ist einiges los in der neuen Wache. 90 Personen (Feuerwehr, Verwaltung, Zivis, Praktikanten etc.) sind in der hauptamtlichen Feuerwehr dabei. 15 Verwaltungsmitarbeiter im Tagesdienst, mindestens 17 Kräfte im Einsatzdienst rund um die Uhr: sechs Feuerwehrleute, acht Rettungskräfte, drei Mitarbeiter der Kreisleitstelle.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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