Zu sexuellen Handlungen genötigt
14-jähriges Mädchen manipuliert und erpresst

sos Siegen. Mit drei verschiedenen Identitäten soll ein 44-Jähriger ein junges Mädchen im Internet so manipuliert haben, dass sie ihm mehrere Fotos und Videos geschickt hat, auf denen sie nackt posiert. Dafür muss sich der Mann, der zuletzt in Burbach gewohnt hatte und derzeit in der JVA Attendorn untergebracht ist, seit gestern vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichts Siegen verantworten.

Im Chatroom kennengelernt

Im Herbst 2018 soll er die 14-Jährige in einem Chatroom kennengelernt haben. Dort hat er ihr laut Anklageschrift drei verschiedene Personen vorgespielt: Marius, Bibi und Sammy. Vor allem den beiden letzteren habe sich das Mädchen verbunden gefühlt. Im Oktober habe Sammy ihr gedroht, dass er ihrer Mutter davon erzählen würde, dass sie Marius Nacktfotos von sich geschickt habe. Um das zu verhindern, solle sie sich bei einem Videoanruf ausziehen und sexuelle Handlungen an sich selbst durchführen. Sie folgte seinen Forderungen.
Einige Wochen später erpresste er (als Sammy) die 14-Jährige damit, dass er dieses Video an ihren Trainer schicken werde, wenn sie ihm nicht Fotos von sich zusende. Das Mädchen weigerte sich, sagte sogar, sie wolle sich umbringen, wenn jemand das Video sehe. Er ließ nicht locker und forderte kurze Zeit danach erneut Fotos – nicht für ihn, sondern für eine kriminelle japanische Organisation, die ihn dazu zwinge.

14-Jährige sorgte sich ihre "Freunde"

Diese sei es auch, die von ihm verlange, Bibi zu prostituieren. Damit die angebliche Freundin nicht mehr so viele Kunden annehmen müsse, solle die 14-Jährige verschiedene anzügliche Fotos schicken. Mehrere Male brachte der Angeklagte das Mädchen so dazu, ihm Fotos und Videos zu schicken. Sie habe sich sowohl um Bibi als auch um Sammy gesorgt, von denen sie noch immer glaubte, dass sie tatsächlich existierten und ihre Freunde seien, so Staatsanwältin Katharina Burchert.

Einlassung nur ohne Öffentlichkeit

Die Vorsitzende Richterin Sabine Metz-Horst kündigte nach der Verlesung der Anklageschrift bereits an, dass aufgrund des psychiatrischen Gutachtens die Frage nach der Sicherungsverwahrung zu prüfen sei. Sein Mandant werde sich einlassen, erklärte Verteidiger Michael Aßhauer, beantragte aber den Ausschluss der Öffentlichkeit: Während der Vernehmung des Angeklagten würden schließlich intime Details aus seinem Privatleben zur Sprache kommen. Die Kammer folgte dem Antrag.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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