15-Jährige sexuell genötigt?

Vor dem Olper Jugendschöffengericht muss sich derzeit ein 22-Jähriger verantworten. Symbolfoto: SZ

hobö - Der Vorwurf wiegt schwer. Ein 22-jähriger Mann muss sich seit Dienstag vor dem Jugendschöffengericht in Olpe verantworten, weil er am 10. Februar 2015 eine zur Tatzeit 15-jährige Jugendliche im Raum Olpe sexuell genötigt haben soll. Der Angeklagte streitet den Vorwurf aber ab, und direkte Zeugen der Tat gibt es keine. Daher gestaltete sich die Beweisaufnahme diffizil. Letztlich unterbrach Richter Richard Sondermann die Hauptverhandlung nach drei Stunden, um weitere Zeugen zu vernehmen. Denn, so Staatsanwalt Florian Linz am Ende des Tages: „Seitens der Staatsanwaltschaft bestehen derzeit berechtigte Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten.“

Laut der von Staatsanwalt Florian Linz verlesenen Anklageschrift soll der seinerzeit in Lennestadt lebende Beschuldigte an jenem 10. Februar vergangenen Jahres die Jugendliche aus der Gemeinde Kirchhundem in einer beruflichen Fortbildungseinrichtung mit körperlicher Gewalt in die Damentoilette gedrückt, ihr die Leggings bis auf die Knie heruntergezogen und ihr letztlich unter dem Pulli an die Brüste gefasst haben. Die Anklage lautet daher auf sexuelle Nötigung.

„Ich habe das nicht gemacht“, echauffierte sich der Angeklagte und beteuerte mit Blick auf das als Nebenklägerin auftretende Mädchen: „Ich sehe sie heute zum ersten Mal.“ Er befinde sich seit fünf Jahren in einer Beziehung – „und ich würde so etwas nie machen“. 

Die heute 16-Jährige Nebenklägerin beteuerte auf Befragung von Richter Sondermann im Zeugenstand, den Beschuldigten als Täter wiederzuerkennen. Sie habe seinerzeit in der Einrichtung ein Schulpraktikum absolviert. Auf einer Treppe habe ihr der Angeklagte bereits an die Schulter und den Po gegriffen. Eine Viertelstunde später, etwa gegen 9 Uhr, sei sie alleine auf der Damentoilette gewesen. Beim Herausgehen habe sie der Mann plötzlich angegriffen und sie zurück in die Toilettenräumlichkeit gedrückt. Sodann wiederholte sie die Vorwürfe, die sich in der Anklageschrift wiederfinden. Auf ihre Hilferufe habe niemand reagiert. Daraufhin sei es ihr aber gelungen, den Angreifer mit aller Kraft wegzudrücken. Sie habe sich die Hose hochgezogen und sei aus dem Gebäude gelaufen. Unter einem nahestehenden Carport habe sie dann geweint. Den Vorfall selbst meldete sie aber nicht. „Ich wollte das mit mir selbst ausmachen“, begründete sie ihr Schweigen. Und aus Angst habe sie keine Anzeige erstattet.

Die Eltern der damaligen Schülerin berichteten in ihrer Zeugenvernehmung, dass sich ihre Tochter seit diesem Tag sehr verschlossen verhalten habe. Sie sei nur noch selten aus ihrem Zimmer gekommen und habe den Schulbesuch häufig verweigert. Die Mutter erläuterte, dass ihre Tochter erst Ende Februar 2015 von dem Vorfall erzählt habe. „Wir haben uns dann Hilfe durch einen Psychologen geholt“, ergänzte der Vater, der dann auch vortrug, dass seine Tochter vorher schon mal in psychologischer Behandlung gewesen sei, „um mehr Stabilität zu bekommen“.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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