Sieben neue Corona-Fälle in Siegen-Wittgenstein, zwei im Kreis Olpe
15 zusätzliche Beatmungsplätze

Das Kreisklinikum bereitet sich darauf vor, schwer am Coronavirus Erkrankte Patienten aufzunehmen und zu versorgen.
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  • Foto: kalle
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

sz Siegen/Olpe/Betzdorf. Fünf neue Corona-Infizierte meldet das Kreisgesundheitsamt Siegen-Wittgenstein am Dienstagabend. Alle Personen waren – zum Teil an unterschiedlichen Orten – in Österreich und haben sich dort infiziert. Es handelt sich um drei Männer um die 40 Jahre aus Kreuztal, die gemeinsam unterwegs waren, einen Mann Mitte 50 ebenfalls aus Kreuztal und eine Frau Ende 50 aus Siegen. Wie in diesen Fällen üblich, werden die Betroffenen unter Quarantäne gestellt. Zugleich ermittelt das Kreisgesundheitsamt enge Kontaktpersonen, um diese in häuslicher Umgebung zu isolieren. Damit sind im Kreis Siegen-Wittgenstein nachweislich 26 Personen an Corona erkrankt. Keiner der Patienten muss jedoch im Krankenhaus behandelt werden.

Das Bürgertelefon des Kreises Siegen-Wittgenstein hatte am Montag die bisher höchste Anrufer-Zahl von weit über 600 zu verzeichnen. Deshalb stockt der Kreis die Mitarbeiterzahl für die Hotline noch einmal deutlich auf. Zudem werden die Bedienzeiten erneut ausgeweitet. Die Hotline unter der (02 71) 333-11 20 ist ab Mittwoch, 18. März, montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr zu erreichen, am kommenden Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 13 Uhr.

Landrat will Kita-Gebühren für April erlassen

Aufgrund des Betretungsverbotes für die Kitas wird Landrat Andreas Müller den politischen Gremien des Kreises vorschlagen, allen Eltern die Kitagebühren für den Monat April zu erlassen. Ein entsprechender Beschluss soll noch im März gefasst werden.

Als einziges Krankenhaus mit einer Isolierstation im Kreis Siegen-Wittgenstein bereitet sich das Kreisklinikum Siegen intensiv darauf vor, „in einem sich abzeichnenden Bedarfsfall“ sowohl genug räumliche und apparative Ressourcen als auch Fachkräfte im Bereich der Pflege und des ärztlichen Dienstes vorhalten zu können. „Deshalb konzentrieren wir uns in Abstimmung mit dem Träger ab sofort und bis auf Weiteres auf medizinisch notwendige und nicht verschiebbare Behandlungen“, so die Betriebsleitung des Kreisklinikums.

Kreisklinikum auf Schwererkrankte vorbereitet

Die Beatmungskapazitäten im Kreisklinikum wurden verdreifacht und somit die Anzahl der bereits vorhandenen 15 Beatmungsplätze auf 44 Plätze aufgestockt. Durch die Konzentration auf dringend durchzuführende Behandlungen könne ein Teil der Mitarbeiter aus der Pflege und dem ärztlichen Dienst – vor allem aus den Bereichen OP und Intensiv – entlastet werden, um sich für den kommenden Einsatz vorzubereiten.

Zwei neue Fälle in Olpe

Am späten Dienstagnachmittag meldete der Kreis Olpe zwei weitere Corona-Fälle – insgesamt sind es somit 14. Die beiden neuen Infizierten kommen aus der Stadt Attendorn und der Gemeinde Finnentrop. Keiner der Patienten ist schwer erkrankt.

Mit einer weitreichenden „Allgemeinverfügung zum Verbot von Veranstaltungen“ will der Kreis Olpe die weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Sie ist gestern verkündet worden und mit dem heutigen Tag in Kraft getreten. Sie gilt bis einschließlich 19. April. Eine Verlängerung, das macht Landrat Frank Beckehoff in der Verfügung deutlich, sei möglich.

Der Landrat ordnet über die Auflagen des Landes NRW hinausgehend an, dass „im gesamten Gebiet des Kreises Olpe alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen, sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel, untersagt sind“. Einhergehend beinhaltet die Verfügung, dass sämtliche Gaststätten geschlossen werden, lediglich Essensausgaben und -lieferungen sind möglich.

Keine neuen Corona-Infizierte in Altenkirchen

Im Kreis Altenkirchen sind nach wie vor acht Personen positiv auf Covid-19 getestet. Dies ist der Stand von Montagnachmittag, neuere Zahlen gibt es bislang nicht. Dieser Wert dürfte die Realität allerdings verzerrt darstellen, denn laut Kreis-Sprecher Andreas Schultheis liegen derzeit einfach keine weiteren Ergebnisse aus den Laboren vor. Dass sich mittlerweile auch im AK-Land mehr Menschen als diese acht mit dem Coronavirus infiziert haben, liegt indes auf der Hand. Für die nun acht Betroffenen gilt weiterhin: Niemand musste bislang ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Klinik in Kirchen hat sich derweil auf den Ernstfall vorbereitet und eine eigene „Corona-Station“ mit 30 Betten und separater Schleuse eingerichtet. Ab Donnerstag bzw. Freitag geht in Altenkirchen bzw. Kirchen jeweils eine Fieber-Ambulanz an den Start.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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