18-Jährige aus Bad Kreuznach starb nach Messerattacke

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ch. Die Bluttat in der Unterführung zu den Gleisen 3, 4, 54, und 55 des Siegener Bahnhofs ist vermutlich das tödliche Ende eines Beziehungsdramas. Davon gehen zumindest Staatsanwaltschaft und Polizei aus, die seit dem frühen Samstagabend ermitteln: Ein junger Mann aus Rheinland-Pfalz, 21 Jahre alt, verletzt um 17.45 Uhr die 18-Jährige Aylin I. aus Bad Kreuznach mit etlichen  Messerstichen in die Kehle. Er entreißt der Frau das gemeinsame Kind und flieht unter den Augen dutzender Passanten und Bahnpassagiere mit dem sechs Monate alten Baby. Sanitäter und Bahnpolizisten sind zwar schnell herbeigeeilt, doch die junge Mutter stirbt noch am Tatort.

Flucht durch die Innenstadt

Dann ging alles ganz schnell. Der Rheinland-Pfälzer, der nach SZ-Informationen - wie die Getötete auch - türkischer Herkunft ist, floh durch Siegens Innenstadt. Laut Zeugenschilderungen offenbar kopflos. Mit blutverschmierter Kleidung. Und verfolgt von einer Gruppe couragierter Jugendlicher bzw. Männer, die die Tat in der Unterführung miterleben mussten bzw. den flüchtigen Vater aus dem Bahnhof rennen sahen. Er lief durch den Häutebachweg Richtung Schwimmbad, hastete die Frankfurter Straße entlang bis zur Moschee des Türkisch-Islamischen Kulturvereins. Dort drückte der Vater das Baby einem ihm völlig Fremden in den Arm - "ich war total perplex, wusste gar nicht wie mir geschah", so Mohammed K. (Name geändert, Red.) später zur SZ. Er sammelte sich rasch. Zusammen mit Glaubensbrüdern nahm auch er die Verfolgung auf, und dank vieler Hinweise von weiteren Passanten und Anwohnern konnte die Polizei den 21-Jährigen nur kurze Zeit später in Höhe der Brücke Flurenwende vorläufig festnehmen: Der Mann wollte weiter durch das Bett der Weiß flüchten, gab aber auf und kletterte aus dem Flüsschen. Die Flucht war nur 20 Minuten nach der Messerattacke zu Ende.  Der Tatort wurde gesichert, stundenlang waren Kripo und Spurensicherung am Samstagabend in der Unterführung im Einsatz, erst gegen 23.30 wurde der Leichnam der jungen Mutter aus dem Bahnhof gebracht. Die Tote wurde am Sonntag  in die Pathologie nach Dortmund überführt und dort auch obduziert.

Mordkommission Hagen ermittelt

Nun ermitteln die Behörden. Die hiesige Kriminalpolizei, die Mordkommission Hagen und die Staatsanwaltschaft Siegen hatten und haben jede Menge zu tun. Ein Kapitalverbrechen. Der junge Mann wurde bis in die Nacht hinein verhört. Er hat die Tat mittlerweile eingeräumt. Am Sonntag wurde der 21-Jährige auf Antrag der Staatsanwaltschaft Siegen der Haftrichterin beim Amtsgericht Siegen vorgeführt.  Sie verkündete dem jungen Mann einen Haftbefehl wegen Mordes und schickte ihn in Untersuchungshaft. Die mutmaßliche Tatwaffe, ein Messer, wurde bereits am Samstagabend bei der Festnahme des Verdächtigen  gefunden und sichergestellt. 

Siegener Bahnhof gesperrt

Während der Vor-Ort-Ermittlungen blieb die Fußgänger-Unterführung im Siegener Bahnhof natürlich gesperrt. Zahlreiche Neugierige schienen von dem rot-weißen Flatterband mit dem fetten Schriftzug "Polizeiabsperrung" geradezu magisch angezogen. Bahnreisende mussten um das Bahnhofsgebäude herum und über die Gleise - von einem DB-Steckenposten gesichert - geleitet werden. Erregte Gemüter waren die Folge, gemeckert wurde reichlich. Nach 20 Uhr bzw. nach dem Ende der Hauptreisezeit normalisierte sich die Lage.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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