18.000 Saunagäste unrealistisch?

 Ja zur Sauna im Rothaarbad sagte der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabend. Allerdings soll es nicht die „große Lösung“ werden, vielmehr soll zeitnah die bereits vom Rat beschlossene Erweiterung in einer Größenordnung von 80.000 Euro umgesetzt werden. Foto: Björn Weyand
  • Ja zur Sauna im Rothaarbad sagte der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabend. Allerdings soll es nicht die „große Lösung“ werden, vielmehr soll zeitnah die bereits vom Rat beschlossene Erweiterung in einer Größenordnung von 80.000 Euro umgesetzt werden. Foto: Björn Weyand
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vö - Klare Absage bereits am Mittwoch im Ausschuss für Bürgerdienste, eine Breitseite dann tags darauf im Haupt- und Finanzausschuss. Die Stadt Bad Berleburg wird die ehrgeizigen Planungen für eine Erweiterung der Sauna im Rothaarbad zu einer Wellness-Oase im Rahmen des überregionalen Projektes „Kurorte neu profiliert“ zurück ins Regal stellen müssen – vorerst zumindest. Denn der Haupt- und Finanzausschuss sprach sich klar gegen das 850.000-Euro-Projekt aus, ließ die Drucksache von der Tagesordnung absetzen und unterstrich statt dessen die Forderung nach dem bereits beschlossenen Ausbau der Sauna für rund 80.000 Euro. Die Maximallösung soll nun noch mal in den Fraktionen diskutiert werden.

Knackpunkt war die Wirtschaftlichkeitsberechnung. Denn die hinterließ bei allen Ausschussmitgliedern zu viele Fragezeichen. Das größte davon: Wie soll es gelingen, unter dem Strich 18.000 Besucher im Jahr für einen Sauna-Besuch auf dem Stöppel zu gewinnen? Das wären immerhin 50 Saunagänger am Tag, um die Investition wieder herein zu holen. „Nicht realistisch“, fand die große Mehrheit im Gremium – bei einem überschaubaren Einzugsgebiet. Was Unternehmensberater Detlef Jarosch von der Firma Project M zuvor präsentiert hatte, waren durchaus nachvollziehbare Argumente. Jarosch hatte im Rothaarbad „ein enormes Potenzial“ erkannt. Beim Thema Sauna sei in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung über die Bühne gegangen – von der reinen Funktionalität zum Saunaerlebnis: „Heute ist der Anspruch des Gastes ein ganz anderer.“ Gefragt seien Anwendungsmöglichkeiten in der Sauna, Flächen zum Entspannen und ein kleiner Gastronomiebereich. „Man geht dahin, um Abstand vom Alltag zu gewinnen.“

Immerhin: Die von der Politik gewollte Erweiterung in einer Größenordnung von rund 80.000 Euro ist so konzipiert, dass sie einer späteren Umsetzung der „großen Lösung“ – wie im Konzept vorgestellt – nicht im Wege stehen würde. Doch davon, dass die Stadt Bad Berleburg 850.000 Euro für eine Sauna-Wellness-Oase auf dem Stöppel in die Hand nehmen wird, ist man angesichts der aktuellen politischen Diskussion in etwa so weit entfernt wie der Hamburger SV derzeit vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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