SZ

Respektloser Auftritt vor Gericht
19-Jähriger soll sich an Kind vergangen haben

In der Schelder Straße in Oberfischbach wurde im Oktober 2020 ein Mann mit einem Messer schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter steht nun vor Gericht.
  • In der Schelder Straße in Oberfischbach wurde im Oktober 2020 ein Mann mit einem Messer schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter steht nun vor Gericht.
  • Foto: Kay-Helge Hercher
  • hochgeladen von Alexandra Pfeifer

juka Siegen. Noch nicht eine der insgesamt drei Anklagen gegen einen 19-Jährigen ist am Freitagmorgen vor dem Siegener Landgericht verlesen, da wird es schon zum ersten Mal ungemütlich. „In welchem Ton reden Sie denn mit mir?“, fragt Richterin Sabine Metz-Horst entrüstet in Richtung des Angeklagten. Der hatte auf die Anregung der Vorsitzenden, die dicke Jacke im warmen Gerichtssaal doch vielleicht auszuziehen, äußerst plump reagiert. Auch in der Folge präsentierte sich der 19-Jährige nicht unbedingt kooperativ und immer wieder schnippisch.
Anklage wegen mehrerer DelikteAngeklagt ist der junge Mann gleich wegen mehrerer Delikte. Unter anderem soll er einem anderen Mann nach einer Auseinandersetzung im Oktober 2020 eine Stichwunde zugefügt und illegale Messer besessen haben.

juka Siegen. Noch nicht eine der insgesamt drei Anklagen gegen einen 19-Jährigen ist am Freitagmorgen vor dem Siegener Landgericht verlesen, da wird es schon zum ersten Mal ungemütlich. „In welchem Ton reden Sie denn mit mir?“, fragt Richterin Sabine Metz-Horst entrüstet in Richtung des Angeklagten. Der hatte auf die Anregung der Vorsitzenden, die dicke Jacke im warmen Gerichtssaal doch vielleicht auszuziehen, äußerst plump reagiert. Auch in der Folge präsentierte sich der 19-Jährige nicht unbedingt kooperativ und immer wieder schnippisch.

Anklage wegen mehrerer Delikte

Angeklagt ist der junge Mann gleich wegen mehrerer Delikte. Unter anderem soll er einem anderen Mann nach einer Auseinandersetzung im Oktober 2020 eine Stichwunde zugefügt und illegale Messer besessen haben. Dazu kommen mehrere Bedrohungen, auf dem Parkplatz einer Fast-Food-Kette soll er einem Mann „Ich steche dich ab“ entgegengerufen haben, später auch „Ich schlage dich zusammen, du Weichei!“. Am gravierendsten sind allerdings Vorfälle im Oktober und November 2020. Der damals frisch 18-Jährige soll sich mehrmals mit einer 13-Jährigen getroffen und sie, gegen ihren ersichtlichen Willen, zu sexuellen Handlungen gebracht, sich zudem vor ihr entblößt haben.

26-jähriger Mann nach Streit verletzt

Mutmaßlicher Täter könnte in Psychiatrie landen

Als die Vorsitzende nach der Anklageverlesung und der im Raum stehenden Intelligenzminderung des Angeklagten eine Unterbringung in einer Psychiatrie ins Spiel bringt, dem Mann erklärt, dass sich dann Ärzte um ihn kümmern würden, reagiert dieser wieder plump. „Das könnt ihr ja versuchen“, so der 19-Jährige, der sich zu den Vorfällen selbst nicht äußern möchte. „Wir sind hier nicht auf der Straße, sondern vor Gericht. Hier sitzen drei hauptberufliche Strafrichter vor Ihnen“, echauffiert sich Metz-Horst über die Ausdrucksweise und das respektlose Verhalten des Angeklagten.

"Wir sind hier nicht auf der Straße, sondern vor Gericht."
Richterin Sabine Metz-Horst
zum frechen Angeklagten

Opfer der Messerattacke hatte großes Glück 

Zum Prozessauftakt sagt auch der heute 27-Jährige aus, der 2020 Opfer der Messerattacke geworden war. Er habe einen Mann vor der Tür gesehen, der mit dem Handy in das Haus leuchtete, blickt der Zeuge zurück. „Ich habe ihn am Fenster gefragt, was er da macht und dass er gehen soll.“ Als der Zeuge Minuten später zum Rauchen vor die Tür geht, ist der Mann jedoch noch immer da. „Ich habe ihn mehrfach darum gebeten, zu gehen. Dann kam er auf mich zu, ich habe echt Angst bekommen“, so der 27-Jährige. Der Mann habe zudem ein Messer in der Hand gehabt und ihn anschließend geschubst, wie es das Opfer empfand. Der Schubser stellte sich letztlich aber als Messerstich heraus. „Der Arzt meinte, dass ich großes Glück hatte und die Lunge nur knapp verfehlt wurde.“ Er sei einfach froh, noch am Leben zu sein, kämpfe aber nach wie vor mit den Folgen der Tat und Angstzuständen. „Ich denke quasi jeden Tag daran“, räumt der Mann ein, der den in der Nachbarschaft wohnenden, mutmaßlichen Täter vor diesem Angriff überhaupt noch nicht gekannt haben will.

Insgesamt sind in der Sache fünf Verhandlungstage anberaumt, das Urteil soll am 4. März fallen.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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