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Massive Kundenausfälle im Weihnachtsgeschäft befürchtet
2-G-Regel würde Einzelhandel ausbremsen

Der Blick auf die Impfquote verrät es: Kommt 2 G, fallen nicht wenige Kunden weg. Das wäre, so sagt Verbandsfrau Karina Brühmann, gerade jetzt im anlaufenden Weihnachtsgeschäft ein Drama (Archivfoto).
  • Der Blick auf die Impfquote verrät es: Kommt 2 G, fallen nicht wenige Kunden weg. Das wäre, so sagt Verbandsfrau Karina Brühmann, gerade jetzt im anlaufenden Weihnachtsgeschäft ein Drama (Archivfoto).
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sabe Siegen/Olpe. Thomas Baumgarten ist im „Modehaus Geisweid“ eine Institution. Baumgarten, 56, arbeitet seit seinem 16. Lebensjahr in dem Fachgeschäft, weiß, ohne auf den Kalender zu schauen, wann die Herbstkollektion der neuen Winterware weichen muss und wann er die Sales-Ecke mit den hängengebliebenen Cashmere-Pullovern zu befüllen hat. Über die Jahre, sagt Baumgarten, habe sich allerdings in der Branche viel verändert. „Früher ging das Weihnachtsgeschäft schon im August los“, sagt er. „Eigentlich mussten wir ab diesem Zeitpunkt schon einpacken ohne Ende.“ Heute habe das Internet nicht nur viel, sondern einfach alles verändert. Die Zyklen in der Branche haben sich verschoben. Heute hat Baumgarten das Weihnachtspapier noch im Keller stehen.

sabe Siegen/Olpe. Thomas Baumgarten ist im „Modehaus Geisweid“ eine Institution. Baumgarten, 56, arbeitet seit seinem 16. Lebensjahr in dem Fachgeschäft, weiß, ohne auf den Kalender zu schauen, wann die Herbstkollektion der neuen Winterware weichen muss und wann er die Sales-Ecke mit den hängengebliebenen Cashmere-Pullovern zu befüllen hat. Über die Jahre, sagt Baumgarten, habe sich allerdings in der Branche viel verändert. „Früher ging das Weihnachtsgeschäft schon im August los“, sagt er. „Eigentlich mussten wir ab diesem Zeitpunkt schon einpacken ohne Ende.“ Heute habe das Internet nicht nur viel, sondern einfach alles verändert. Die Zyklen in der Branche haben sich verschoben. Heute hat Baumgarten das Weihnachtspapier noch im Keller stehen. Und viel, so sagt er, merke er bisher noch nicht von der Zugkraft der wohl einkaufsstärksten Zeit im Jahr. Das habe demnach allerdings nicht nur mit Corona, sondern auch mit den generellen Verschiebungen zu tun.

Lieferengpässe auch für Modebranche relevant

Trotzdem, und das sind vor allen Dingen Corona-Nachwehen, muss Baumgarten seine Kunden immer wieder darauf hinweisen: „Besser zu spät als zu früh zugreifen.“ Denn: Lieferengpässe sind ein Thema, die auch für die Modebranche eine Rolle spielen. Bestellte Schlafanzüge seien erst sechs Wochen später eingetrudelt, bei Wäsche geht das genauso. Und das ist nicht das einzige Pandemie-Problem, das der Branche im Nacken sitz. Die Ungewissheit multipliziert die Angst vor 2 G, mehr noch, vor einem Lockdown Déjà-vu. „Bedenken hat jeder, das ist klar“, sagt Baumgarten.
Bleibt der Status quo oder kommt sie nun doch, die viel gefürchtete 2-G-Regelung im Einzelhandel? Darauf hat Karina Brühmann vom Handelsverband Südwestfalen zwar keine Antwort, weiß aber um die Konsequenzen, die sich daraus für viele Händler ergeben könnten. 2-G, Eingangskontrollen und Co. – das sei aus Händlersicht „wie ein Quasi-Lockdown“ zu bewerten.

2 G käme einem Drama gleich

Der Blick auf die Impfquote verrät es: Kommt 2 G, fallen nicht wenige Kunden weg. Das wäre, so sagt Brühmann, gerade jetzt, im anlaufenden Weihnachtsgeschäft ein Drama. Allgemein betrachtet, so sieht es die Fachfrau, seien Weihnachtsgeschenke und Co. bei den Menschen in Südwestfalen durchaus schon Thema, die Verunsicherung sei Triebkraft. „Die Kunden wollen auf Nummer sicher gehen. Gerade da, wo es um Geschenke für Kinder geht.“ Ein Trend, der sich aus Angst vor den Auswirkungen der Lieferengpässe ergebe, aber auch – und damit ergibt sich das nächste Déjà-vu in diesem Dauerpandemiezustand: vor bösen Überraschungen. Vorerst aber will Karina Brühmann guter Dinge bleiben und blickt hoffnungsvoll auf die Eröffnung der Weihnachtsmärkte und die sich daraus ergebenden Synergien mit Städtebummlern und Windowshoppern.

Besser zu spät als zu
früh zugreifen.
Thomas Baumgarten
Modehaus Geisweid

Darauf hofft auch Yvonne Straßer vom Siegerland-Center. Wie in Geisweid wartet man nämlich auch in Weidenau noch „auf den großen Run.“ Bisher, so Straßer, seien die Leute noch sehr zurückhaltend. „Wir hoffen, dass sich das mit dem Beginn des Weihnachtsmarktes ändert.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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