Polizei hat zu wenig Personal
20 Planstellen unbesetzt

Ein Streifenwagen in der Siegener Fußgängerzone. Rechnerisch werden der Fahrer- und der Beifahrersitz unbesetzt bleiben, weil die Kreispolizeibehörde zwar zwei neue Planstellen im Vollzug, aber nicht das Personal dafür zugewiesen bekommen hat.  Foto: ch
  • Ein Streifenwagen in der Siegener Fußgängerzone. Rechnerisch werden der Fahrer- und der Beifahrersitz unbesetzt bleiben, weil die Kreispolizeibehörde zwar zwei neue Planstellen im Vollzug, aber nicht das Personal dafür zugewiesen bekommen hat. Foto: ch
  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

ch Siegen/Bad Berleburg. Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein wird in diesem Jahr um acht Stellen aufgestockt. Genauer: um 7,91 zusätzliche Stellen. Diese krumme Zahl hat jetzt der Landtagsabgeordnete Jens Kamieth als Nachricht aus Düsseldorf und Erfolgsmeldung der schwarz-gelben Landesregierung übermittelt. Das NRW-Innenministerium habe in der vergangenen Woche die Personalverteilung für die 50 Polizeibehörden des Landes Nordrhein-Westfalen festgelegt, so der Christdemokrat.

"Massive Stellenerhöhung"

„Bei Regierungsantritt war unser Versprechen, dieses Land sicherer zu machen. Das tun wir mit der Null-Toleranz-Politik der NRW-Koalition, einer besseren Ausstattung der Polizei und der massiven Stellenerhöhung bei den Kreispolizeibehörden. So können die Menschen sich im Land sicher fühlen“, klopfte Kamieth sich und der Regierung am Rhein im übertragenen Sinne auf die Schulter.

"Lieber Köpfe statt Stellen"

„Ich wünschte, die Stellen wären auch mit Personal besetzt“, seufzte hingegen Landrat Andreas Müller als Chef der Kreispolizeibehörde hörbar ins Telefon. Im Gespräch mit der SZ ordnete der SPD-Mann die CDU-Meldung ein: In der Tat gebe es zum 1. September eine Aufstockung der Stellen, darunter fallen sowohl Polizeivollzugsbeamte als auch Regierungsbeschäftigte. Konkret: Die Zahl der Planstellen im Bereich der Vollzugsbeamten wurde von 405 auf 407 erhöht, bei den Regierungsbeschäftigten sind es nunmehr 60 statt 55 Stellen. „Doch lieber als die acht Stellen wären mir acht Köpfe gewesen“, sagte Landrat Müller. Denn von den Planstellen im Polizeivollzug sind rechnerisch bloß 387,05 tatsächlich besetzt. Das bedeutet 20 Fehlstellen, „mit Blick auf das weitläufige Kreisgebiet und die vielen Aufgaben, welche die Polizei erfüllen muss, ist die Personaldecke zu dünn“, befand Müller.

Kreis hat die Hand auf den Regierungsbeschäftigten

Etwas besser sieht die Quote bei den Regierungsbeschäftigten aus. Hier sind von 60 Planstellen immerhin 56,63 Stellen in Wirklichkeit besetzt. „Wir werden für die neuen Stellen in diesem Bereich auch jemanden bekommen“, gab sich der Landrat optimistisch. Denn der Kreis bewirtschaftet das Personal in diesem Teil der Kreispolizeibehörde unter seiner Regie.

Entspannung nicht in Sicht

Wann sich die personelle Situation im Vollzug ändern bzw. entspannen werde, „ist nicht absehbar“, so Andreas Müller. Auch wenn der CDU-Landtagsabgeordnete Kamieth darauf hingewiesen hat, dass seit Regierungsübernahme wieder mehr Polizisten ausgebildet würden – so stellt das Innenministerium im laufenden Jahr immerhin 2500 Polizeianwärter ein, die in drei Jahren ihren Dienst antreten, „ein Rekord“.

Müller: „Addiert man die Fehlstellen, die anrollende Pensionierungswelle und die bis dato unbekannte Abbrecherquote bei den Polizeischülern, die gar nicht so gering ist, dann kommt man schnell zu dem leider vagen Ergebnis, dass die Stellen der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein auf Jahre nicht alle besetzt sein werden.“

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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