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Schwere Vergewaltigung
22-jähriger Erndtebrücker zu mehreren Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht hat einen Erndtebrücker zu mehreren Jahren Haft verurteilt.
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mick Siegen. Anfang Februar wurde die Anklage verlesen. Bis zum Urteil am Montag dauerte es einige Wochen, wenngleich Richterin Elfriede Dreisbach versicherte, dass es seitens des Gerichtes nie einen Zweifel an der Aussage der Geschädigten gegeben habe.

Nun wurde der 22 Jahre junge Mann, der am 18. März 2020 eben diese Frau in Erndtebrück überfiel und missbrauchte, wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und einem Monat verurteilt. Zudem soll er für zwei Jahre in einer Entziehungseinrichtung untergebracht werden.

mick Siegen. Anfang Februar wurde die Anklage verlesen. Bis zum Urteil am Montag dauerte es einige Wochen, wenngleich Richterin Elfriede Dreisbach versicherte, dass es seitens des Gerichtes nie einen Zweifel an der Aussage der Geschädigten gegeben habe.

Nun wurde der 22 Jahre junge Mann, der am 18. März 2020 eben diese Frau in Erndtebrück überfiel und missbrauchte, wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und einem Monat verurteilt. Zudem soll er für zwei Jahre in einer Entziehungseinrichtung untergebracht werden. Mit den fünf Jahren für die Vergewaltigung – der zusätzliche Monat resultiert aus der Einbeziehung eines bislang nicht bezahlten Strafbefehls wegen eines Diebstahls vom September 2020 – blieb das Gericht genau in der Mitte der gestellten Anträge. Der Erndtebrücker muss außerdem 5000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen. Staatsanwältin Jahan Memarian-Gerlach hatte sechs Jahre gefordert, die Unterbringung sowie eine Vorabverbüßung der Strafe in der JVA.

Nebenklagevertreterin Jennifer Kohse schloss sich dem an, während Verteidiger Uwe Krechel vier Jahre Haft für ausreichend befand.

Täter hatte Tat zunächst bestritten

Neben der Aussage der überfallenen Frau zog die Kammer weitere Beweise für die Verurteilung heran, dazu gab es nach langem Hin und Her vor einer Woche im letzten Wort des Angeklagten – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – doch noch ein Geständnis und eine Entschuldigung (die Siegener Zeitung berichtete). Am ersten Verhandlungstag Anfang Februar hatte der Täter das Geschehen noch vehement bestritten und behauptet, er sei verwechselt worden.

Als allerdings im Laufe der folgenden Tage mehr und mehr erdrückende Beweise vorgelegt wurden, bröckelte die vermeintlich unschuldige Fassade des jungen Wittgensteiners – und zuletzt legte ihm schließlich der eigene Verteidiger ein Geständnis nahe. Das lange Verfahren wurde zu einer enormen Geduldsprobe vor allem für das Opfer und deren Familie. Die Frau leide nach wie vor unter Angst, zwinge sich dazu, ein halbwegs normales Leben zu führen, sagt die Vorsitzende. Der Ehemann und die Tochter seien ebenfalls immer noch beeinträchtigt. Opfer und Angeklagter sagten seinerzeit ohne Publikum aus. Daher mussten auch die Plädoyers hinter geschlossenen Türen gehalten werden. Viele Einzelheiten wurden daher erst durch das Urteil am Montag öffentlich.

"Es sind weitere Taten,
auch schwererer Natur,
zu befürchten."

Elfriede Dreisbach
Richterin am Landgericht

Das Motiv des Mannes sei nicht völlig deutlich geworden, stellte die Richterin fest. Er habe aber mehrfach von Rache an seiner Freundin gesprochen und die Geschädigte sogar gefragt, ob sie das nicht verstehen könne. Der 22-Jährige zwang die Frau zu sexuellen Handlungen, schlug ihr dabei auf den Kopf und das Gesäß, drohte immer wieder, ihr das Genick zu brechen und sie bei Gegenwehr zu töten. Aber auch: Er wollte zwei Tage mit ihr zusammenbleiben, „weil er sie toll fand“.

Verurteilter hat Problem mit Alkohol und Drogen

Die Zeugin habe große Angst ausgestanden, sich daher kaum gewehrt und vielmehr versucht, ihren Peiniger zu beruhigen. Dieser hätte allerdings in jedem Fall merken müssen, so die Vorsitzende, dass die Frau das Geschehen nicht willig über sich ergehen ließ. Der nunmehr Verurteilte hat seit langem ein Problem mit Drogen und Alkohol, konsumierte vor der Tat erhebliche Mengen Bier, nahm Cannabis und Amphetamine, was nach dem Gutachten des Sachverständigen zu einer verminderten Schuldfähigkeit führte.

Am besonders schweren Fall der Vergewaltigung ändere das aber nichts, unterstrich Elfriede Dreisbach. Vor der für zwei Jahre angesetzten Entziehungsmaßnahme muss der Täter sechs Monate und zwei Wochen der Strafe absitzen, sofern das Urteil rechtskräftig wird. Die Maßregel der Einweisung sei notwendig und angemessen, weil der Mann bislang keine Therapie gemacht und seinen Lebenswandel kaum geändert habe. Weitere Taten, auch schwererer Natur seien zu befürchten, zumindest Gewalt könne nicht ausgeschlossen werden. Einen Haftbefehl, den die Staatsanwältin erneut beantragte, lehnte das Gericht wiederum ab.

Urteil wahrscheinlich nicht angfochten

Wahrscheinlich wird das Urteil nicht angefochten. Er könne nicht versprechen, keine Revision einzulegen, ließ Anwalt Uwe Krechel das Gericht hinterher wissen. Er wolle aber dafür sorgen, dass der Mandant diesen Weg nicht weiter verfolge.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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