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Jugendschöffengericht Siegen
22-Jähriger wegen Sex mit Minderjähriger verurteilt

Ein junger Mann wird vom Jugendschöffengericht wegen Sex mit Minderjähriger verurteilt.

mick Siegen. Kann Liebe ein Verbrechen sein? Manchmal schon, wenn das Alter der Beteiligten „nicht stimmt“, die Dinge sich in falsche Bahnen entwickeln – und vor allem dann noch eine anonyme Anzeige dazukommt, die der Staatsanwaltschaft keinen anderen Weg lässt, als den Vorfall vor Gericht zu bringen. Die Sache stellt sich allerdings als sehr besonders da, sodass die Strafe am Ende überschaubar ausfällt - obwohl der junge Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in 45 Fällen verurteilt wird.

70-mal Sex in kn

mick Siegen. Kann Liebe ein Verbrechen sein? Manchmal schon, wenn das Alter der Beteiligten „nicht stimmt“, die Dinge sich in falsche Bahnen entwickeln – und vor allem dann noch eine anonyme Anzeige dazukommt, die der Staatsanwaltschaft keinen anderen Weg lässt, als den Vorfall vor Gericht zu bringen. Die Sache stellt sich allerdings als sehr besonders da, sodass die Strafe am Ende überschaubar ausfällt - obwohl der junge Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in 45 Fällen verurteilt wird.

70-mal Sex in knapp anderthalb Jahren

Von Oktober 2015 und Februar 2017 hatten sie nach Aktenlage gut 70-mal Sex miteinander. Er habe das Mädchen auf der Kirmes getroffen, erzählt der mittlerweile 22-Jährige. Sie habe auf ihn einen älteren Eindruck gemacht, vom tatsächlichen Alter unter 14 will er erst „im August oder September 2016“ erfahren haben. Jedenfalls habe es keinen Zwang gegeben, „ihre Mutter hat es gewusst“. Die Zeugin bestätigt diese Angaben. Allerdings meint sie, dass er schon nach ein paar Tagen ihr Alter erfragt und auch bekommen habe. Über die Anzeige sei sie sehr überrascht gewesen und wisse nicht, von welcher Seite diese komme.

Angeklagter will das Alter der "Ex" erst später rausgefunden haben

Was wiederum auch der Angeklagte vorher schon ausgesagt hat. Er bleibt auf Nachfrage bei seiner Version, erst viel später das wahre Alter seiner „Ex“ herausgefunden zu haben. Sie sei überhaupt ziemlich unehrlich gewesen: „Sie hat mich mehrfach betrogen. Unter anderem mit einem Kollegen, der ihr Alter auch nicht kannte!“ Er selbst habe durch seine Gefühle alles „durch eine rosarote Brille gesehen“. Der Angeklagte wurde während dieses Zeitraums 18. 25 Fälle liegen vor diesem entscheidenden Datum, das ihn vom Jugendlichen zum „Heranwachsenden mit Verantwortungsreife“ machte, die Taten vom Vergehen zum Verbrechen. 45 kamen danach, die am Ende auch verurteilt werden. Der Rest ist eingestellt worden, aufgrund der besonderen Umstände.

Angeklagter hat einen Ausbildungsvertrag in der Tasche

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe berichtet in dem Verfahren vor dem Jugendschöffengericht in Siegen von einer schwierigen Kindheit des jungen Mannes, der unter einem gewalttätigen Vater gelitten habe und bei dem eine Reifeverzögerung zur Tatzeit zumindest nicht auszuschließen sei. Er hat drei Voreintragungen, allerdings auf völlig anderen Gebieten; Versuchter Betrug, Diebstahl, unerlaubter Waffenbesitz. Inzwischen sei er auf einem anderen Weg, betont Anwältin Katharina Batz und verweist auf einen unterschrieben Ausbildungsvertrag ihres Mandanten. Bis zum Start dieser Tätigkeit wird er zudem in einer anderen Stellung arbeiten.
Das alles reicht den Beteiligten, dem Angeklagten nicht zu viele Steine in den Weg zu legen. Das Gericht wendet Jugendstrafrecht an, verurteilt wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in
45 Fällen. Die Strafe fällt aber „überschaubar“ aus. Amtsrichterin Dr. Sandra Al-Deb’i-Mießner gibt dem Angeklagten eine Betreuungsweisung für sechs Monate und eine Geldauflage von 1200 Euro an die „Brücke“ mit.

Junger Mann akzeptiert das Urteil sofort

Weil dies definitiv ein Fall sei, den der Gesetzgeber „sicher nicht in der vordersten Reihe“ gesehen habe, als die entsprechende Vorschrift entstanden sei. Staatsanwalt und Gericht glaubten allerdings der Zeugin bezüglich der Altersinformation. Diese habe keine Belastungstendenz gezeigt und ausdrücklich betont, sie wünsche keine Bestrafung des Angeklagten. Da gebe es auch keinen Grund, beim Alter die Unwahrheit zu sagen. Zumal sie kurz nach Beginn der Beziehung auch noch Geburtstag gehabt hätte. „Da war ich nicht eingeladen“, widerspricht der Angeklagte – erfolglos. Trotzdem akzeptiert er das Urteil sofort und verlässt den Saal erleichtert mit Mutter und Schwester.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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