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Keine neuen Pflegeheime in Sicht
240 Seniorenplätze fehlen

Das Interesse an Pflegeheim-Neubauten ist derzeit auf Anbieter-Seite noch nicht einmal gedämpft.
  • Das Interesse an Pflegeheim-Neubauten ist derzeit auf Anbieter-Seite noch nicht einmal gedämpft.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ihm Siegen/Bad Berleburg. 80 Heimplätze in Kreuztal und zweimal 80 Plätze in Siegen weist der Pflegebedarfsplan Siegen-Wittgenstein als erforderlich aus – zusätzlich zu den bereits vorhandenen Altenheimplätzen. Dass die 240 fehlenden Zimmer für alte und pflegebedürftige Menschen rechtzeitig gebaut werden, daran aber bestehen erhebliche Zweifel. Bei den jüngsten „Interessenbekundungsverfahren“, die der Kreis wegen der erkannten Lücke eingeleitet hat, fand sich kein Bauwilliger.

Das Problem ist mehrschichtig. Zum einen dürfen neue Heime nicht mehr größer sein als 80 Plätze. Das Wohn- und Teilhabegesetz sieht kleine und dezentrale Heime als beste Lösung an. Je kleiner aber eine Einrichtung ist, desto teurer wird sie, umgerechnet auf den einzelnen Platz.

ihm Siegen/Bad Berleburg. 80 Heimplätze in Kreuztal und zweimal 80 Plätze in Siegen weist der Pflegebedarfsplan Siegen-Wittgenstein als erforderlich aus – zusätzlich zu den bereits vorhandenen Altenheimplätzen. Dass die 240 fehlenden Zimmer für alte und pflegebedürftige Menschen rechtzeitig gebaut werden, daran aber bestehen erhebliche Zweifel. Bei den jüngsten „Interessenbekundungsverfahren“, die der Kreis wegen der erkannten Lücke eingeleitet hat, fand sich kein Bauwilliger.

Das Problem ist mehrschichtig. Zum einen dürfen neue Heime nicht mehr größer sein als 80 Plätze. Das Wohn- und Teilhabegesetz sieht kleine und dezentrale Heime als beste Lösung an. Je kleiner aber eine Einrichtung ist, desto teurer wird sie, umgerechnet auf den einzelnen Platz.

Zweite Hürde: Das Interessenbekundungsverfahren selbst. Dabei müssen Bewerber sehr viel Vorarbeit leisten. Ein Konzept, ein Grundstück, Baupläne, Personalgewinnung – all das muss vorbereitet werden. Andreas Müller: „Wenn mehrere Interessenbekundungen eingehen, laufen die Bewerber Gefahr, leer auszugehen.“ Dieses Risiko scheuen offenbar viele und ziehen es vor, gar keine Bewerbung einzureichen.

Baugenehmigung läuft aus

In Siegen scheiterte ein Neubau in einem späteren Stadium. Hier hatte 2018 ein Betreiber den Zuschlag für ein 80-Plätze-Haus bekommen. „Aber bis heute stellen wir keine angemessene Bautätigkeit fest“, bedauerte der Landrat. Also läuft die Baugenehmigung für dieses Heim aus, alles steht wieder auf Anfang.

Ein Trick soll helfen

Die abschreckende Wirkung des Interessenbekundungsverfahrens will der Kreis nun beseitigen. Der Trick: Die Pflegebedarfsplanung wird nicht mehr für verbindlich erklärt. Denn nur bei verbindlicher Planung muss das Interessenbekundungsverfahren eingeleitet werden. Bei unverbindlicher Bedarfsplanung dagegen kann sich jeder Betreiber um den Heimbau bewerben, wenn der Bedarf in einem Gebiet festgestellt ist. Das sei eine deutlich niedrigere Hürde, hoffen die Verantwortlichen beim Kreis.

„Alle anderen vier Kreise in Südwestfalen nutzen das Instrument der verbindlichen Pflegebedarfsplanung auch nicht“, versicherte Andreas Müller im Kreissozialausschuss, wo er sich in die Tiefen der Sozial- und Gesundheitspolitik begab, weil das Sozialdezernat bei der Kreisverwaltung derzeit vakant ist. Die Nachfolge von Dezernentin Helge Klinkert, die in den Ruhestand ging, sucht der Kreis per Ausschreibung.

"Wir werden es nicht schaffen, bis 2023 den Bedarf zu decken, sondern werden in ein Delta laufen."
Landrat Andreas Müller
zu fehlenden Altenheim-Plätzen

Auch wenn das Nadelöhr für die Bauwilligen das passende Grundstück ist, zeigte sich Müller zuversichtlich, dass die Altenheim-Träger künftig aktiv werden. „Aber wir werden es nicht schaffen, bis 2023 den Bedarf zu decken, sondern werden in ein Delta laufen.“

Deshalb müsse man sich auch darauf konzentrieren, den ambulanten Pflegebereich weiter auszubauen. Die Idee der Senioren-Wohngemeinschaften scheint jedenfalls keine Alternative zu Heimplätzen zu werden – im Gegenteil: WGs müssen mangels Interesse schließen.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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