2500 Fans bei „Freak Valley“

 Imposanter Blick auf die Festival-Bühne, auf der gerade Wand aus den USA spielen. Zum sechsten Mal fand jetzt das Deuzer „Freak Valley Festival“ statt, bei dem sich Bands und Fans der Stoner- und Psychedelic-Rock-Szene ein Stelldichein geben. Foto: sib  Green Orbit ist die erste Band aus Siegen-Wittgenstein, die beim „Freak Valley Festival“ aufgetreten ist. Foto: sib
  • Imposanter Blick auf die Festival-Bühne, auf der gerade Wand aus den USA spielen. Zum sechsten Mal fand jetzt das Deuzer „Freak Valley Festival“ statt, bei dem sich Bands und Fans der Stoner- und Psychedelic-Rock-Szene ein Stelldichein geben. Foto: sib Green Orbit ist die erste Band aus Siegen-Wittgenstein, die beim „Freak Valley Festival“ aufgetreten ist. Foto: sib
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sib - Die Enden vom Einlassarmband kitzeln verheißungsvoll am Handrücken. Es sind nur noch wenige Meter bis zu den beiden Bühnen. Unterwegs streifen Sprachfetzen aller Herren Länder das Ohr, ein Mädchen im langen Rock und mit Blumenkranz im Haar kommt vorbei, ein Mann im schneeweißen Anzug mit Zylinder. Es riecht nach Fritten und frischem Gras. Es ist Zeit für das „Freak Valley Festival 2017“. Auf dem Gelände der AWo-Werkstatt in Deuz gaben sich auf Einladung der Rock Freaks Siegen zum sechsten Mal Bands und Fans der Psychedelic- und Stoner-Rock-Szene ein Stelldichein (die SZ berichtete). 2500 Menschen knubbelten sich von Donnerstag bis Samstagnacht auf der kultigen Meile inmitten dörflicher Siegerland-Idylle. Zahlreiche Besonderheiten machen das Festival zu genau dem, was es ist, und somit zu einem fixen Termin im Kalender der Szenegänger. Zum einen ist es klein, aber fein. Die Rock Freaks haben schon vor Jahren die Ticketmenge begrenzt, der familiäre Charakter soll beibehalten werden. So sind denn auch viele „Wiederholungstäter“ unter den Festivalbesuchern. Nach oben gedeckelt ist auch die Lautstärke, niemand muss einen Hörschaden befürchten. Und auf den Festival-Toiletten herrscht strikte Reinlichkeitskontrolle – Reinigung dreimal täglich. Diebstähle und Gewalttätigkeit gibt es beim „Freak Valley“ so gut wie nicht, und das Schönste ist: Die Nachbarn aus Beienbach unterstützen die Rock Freaks bei ihrem alljährlichen Treiben.

Erstmals stand eine Band aus Siegen-Wittgenstein auf der Bühne: Bei Green Orbit sind mit Caro am Didgeridoo und Luka am Bass zwei Mitglieder der Rock Freaks am Start. Sie heizten dem Publikum auf der kleinen Bühne mit selbst gebrautem Lava-Rock, wie sie ihren Stil nennen, ein. Wie der Name schon vermuten lässt, kommt die Klangmasse langsam, aber heiß und gewaltig. Gerade haben sie ihr erstes Album „First Wave“ veröffentlicht, auf dem hauseigenen Rock-Freaks-Label, versteht sich. Eine Freundin der Band produziert während des Gigs Riesen-Seifenblasen vor der Bühne. Mehr Hippie-Feeling geht nicht. Internationale Feinkost wurde des Weiteren im Line-up präsentiert. Headliner am Donnerstag waren beispielsweise Slo Burn aus den USA. Die Stoner-Rocker fanden sich zur exklusiven deutschen Reunion-Show ausgerechnet auf der Bühne in Deuz zusammen. Fette, grummelige Doom-Metal-Sounds dominierten zu vorgerückter Stunde am Freitagabend das Bühnengeschehen, als Pentagram aus den USA als Pioniere des Genres ihre Show abfeuerten. Zu Sklaven des Rhythmus machten Wand aus Kalifornien mit ihrem ausdrucksstarken Psychedelic Rock das Publikum am Samstag, bevor die extravaganten Chilenen von Föllakzoid mit ihrem Cosmic Triprock eine sehr spezielle Form der Sparte präsentierten. Psychedelic Rock von der australischen Band King Gizzard & The Lizard Wizard und nachfolgend Earthless aus den Vereinigten Staaten setzten die durchaus wirkungsvollen Schlusspunkte beim „Freak Valley Festival 2017“.

Wer viel feiert, braucht auch eine solide Basis. So sorgten die Beienbacher Nachbarn unter anderem dafür, dass die Rock Freaks und die Gäste morgens ein solides Frühstück bekamen. Der ortsansässige Weidebesitzer hatte seine Pferde für die Dauer des Festivals woanders einquartiert, und so konnten die Wiesen als Campingplatz dienen. Leitungswasser wurde den Menschen bei dem Sommerfestival für lau ausgeschenkt. Ach ja, die Beienbacher: Sie verschieben sogar ihren Natur- und Bauernmarkt, damit er nicht mit dem Festivaltermin kollidiert. Als Dankeschön werden es die Rock Freaks nächstes Jahr einen Tag länger krachen lassen, und das „Freak Valley Festival 2018“ soll einen Tag früher beginnen. Festival und Bauernmarkt sollen sich gewissermaßen gegenseitig durchdringen. Da kann man sich schon aufs nächste Mal freuen, wenn die Einlassarmbänder wieder am Handrücken kitzeln.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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