„3 Musketiere“ im Apollo-Theater

Eindrucksvoll: “3 Musketiere“. Foto: Marie-Christine Spies

mac - Unruhig geht sie auf und ab, die kunstvoll zusammengesteckten dunkelbraunen Locken wippen im Takt ihrer Schritte. Spitzfingrig zupft sie den Saum ihrer königsblauen Robe zurecht. Dann, ganz plötzlich, nähern sich eilige Schritte. Die Türen ihres Gemachs gehen auf. Erwartungsvoll blickt Anna von Österreich, Königin von Frankreich, in die Augen ihres heimlichen Besuchers. Vor ihr steht der Herzog von Buckingham, der Erzfeind von Kardinal Richelieu und (was nur wenige wissen) ihre geheime Jugendliebe. Mit seiner Hilfe möchte Anna einen Krieg verhindern – zwischen dem katholischen Frankreich und dem protestantischen England. „Das Schicksal unserer beider Nationen liegt nun in deinen Händen“, sagt sie mit zittriger Stimme und überreicht Buckingham eine samtüberzogene Schatulle. Eine fatale Entscheidung. Wie sich allerdings erst später herausstellen soll.

So oder so ähnlich könnte es sich zugetragen haben. Im Paris des 17. Jahrhunderts. Orientiert hat sich der Verein Musical!Kultur Daaden bei seiner jüngsten Produktion in jedem Fall weniger an historisch belegbaren Ereignissen. Vielmehr diente eine berühmte Vorlage, der Roman „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas, als Grundlage für das rund dreistündige Musical. Uraufgeführt 2003 von Stage Entertainment in Rotterdam, feierte das rund 200-köpfige ehrenamtliche Team die (Vor-)Premiere der Daadener Version. Noch bis zum 20. Oktober ist das tanzende und darstellende Ensemble der „3 Musketiere“ auf der Bühne, sind der Chor und das Orchester unter der Bühne des Siegener Apollo-Theaters zu sehen bzw. zu hören.

Mit dem emotionalen Dialog zwischen Anna (Joana Sarah Aust) und Buckingham (Javier Fernandez Guirao) nimmt die Geschichte von den Musketier-Freunden so richtig Fahrt auf. Schnell muss der junge d’Artagnan (Rainer Maaß) Mut beweisen, um seinen König vor der drohenden Gefahr des intriganten Kardinals zu bewahren. Doch selbst eine spektakuläre Überfahrt nach England bringt die Musketiere von diesem Vorhaben nicht ab. Die Fäden im Hintergrund stets in der Hand haltend, agiert währenddessen die rachsüchtige Mylady de Winter. Wegen eines Brandmales von ihrer großen Liebe verlassen und verbannt, kehrt sie nach Paris zurück, um sich ihres Stigmas zu entledigen. Gespielt und vor allem stimmgewaltig gesungen von Katharina Wallinowski, steigert sich die Verbitterung der Mylady bis zum Ende der Inszenierung ins schier Unermessliche. Nicht weniger bösartig kommt der Drahtzieher des Unheils, Kardinal Richelieu (Jörg Brück), daher.

Opulent in Szene gesetzt werden die zahlreichen Darsteller und Tänzer dabei vor allem von 117 verschiedenen Kostümen aus der eigenen Schneiderei. Nicht weniger ansehnlich sind auch die imposanten Kulissen der Produktion geworden. Für die weiteren Vorstellungen gibt es Restkarten. Tickets gibt es auch über die Konzertkasse der Siegener Zeitung, die beim aktuellen Projekt von Musical!Kultur wieder als Präsentator dabei ist.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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