Einige sagen Impftermine nicht ab
30 bis 50 Impflinge erscheinen nicht

Obwohl der Impfstoff weiter rar ist, werden einige Termine einfach nicht wahrgenommen.
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  • Obwohl der Impfstoff weiter rar ist, werden einige Termine einfach nicht wahrgenommen.
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juka Eiserfeld/Attendorn. Seit die Hausärzte eingebunden sind, hat die Impfkampagne weiter an Fahrt aufgenommen. Fast 58 000 Erst- und über 17 600 Zweitimpfungen wurden in Siegen-Wittgenstein beispielsweise bis Mittwochmorgen verabreicht. Doch ganz ohne „Nebenwirkungen“ geht der Prozess auch hier nicht vonstatten. Und das fernab von den Wirkungen der unterschiedlichen Vakzine. Verschiedene Kreise in Südwestfalen, darunter der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Märkische Kreis und der Kreis Soest, beklagen zusehends höhere Ausfallquoten bei vereinbarten Impfterminen. Die Impflinge erscheinen einfach nicht.

In Siegen-Wittgenstein geht man momentan davon aus, dass rund drei bis fünf Prozent aller Personen pro Tag nicht zu ihrem Termin erscheinen. Das wären bei 1000 Terminen 30 bis 50 Impflinge. „Die Tendenz war zuletzt leicht steigend“, erklärt Kreissprecher Torsten Manges. Grundsätzlich sei der Fakt, dass Termine einfach nicht wahrgenommen werden, jedoch keine neue Entwicklung. Auch in Olpe wartete das Personal zuletzt häufiger vergeblich auf die angemeldeten Personen. Trauriger Rekord: Kürzlich wurden an einem Wochenende 40 Prozent der Termine einfach sausen gelassen.

Vermeidung von zusätzlichem Organisationsaufwand

Verfallen werde der Impfstoff in beiden Kreisen jedoch nicht, stellen die Sprecher auf Anfrage klar. In „OE“ habe man im beschriebenen Fall beispielsweise kurzfristig das Anmeldeportal wieder geöffnet, um das rare Mittel unter die Leute zu bringen. Siegen-Wittgenstein arbeitet hingegen eine anhand der Priorisierung erstellte Warteliste ab. „Trotzdem bitten wir natürlich ganz herzlich darum, vereinbarte Termine wahrzunehmen“, heißt es aus dem Kreishaus. So könne zusätzlicher Organisationsaufwand vermieden werden. In einigen Fällen kommt man um diesen Aufwand allerdings nicht herum.

Einige Impflinge entscheiden sich parallel zu ihrem Termin im Impfzentrum für eine Impfung beim Hausarzt und sagen den anderen dann einfach nicht ab.
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Worauf dieses Phänomen zurückzuführen ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. „Die Leute erscheinen ja einfach nicht. Wir werden nicht darüber informiert, wieso das geschieht“, führt Olpes Pressesprecher Hans-Werner Voß an. Darüber, ob die vermehrten Ausfälle mit den Impfangeboten in den Hausarztpraxen zusammenhänge, könne man nur mutmaßen. Im Impfzentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein in Eiserfeld wollte man es zuletzt hingegen mal genauer wissen und habe im Einzelfall telefonisch nach den Gründen gefragt, wie Manges berichtet.

Werbung für dezentrale Impfangebote

„Der Wunsch, lieber ortsnah von einem Hausarzt geimpft zu werden, wurde in der Tat als Grund genannt“, so der Sprecher. In manchen Fällen, besonders bei älteren oder nicht mehr so mobilen Personen, sei es auch nachvollziehbar, dass lieber nähere Angebote in Anspruch genommen werden möchten. Deshalb habe der Kreis auch von Beginn an für dezentrale Impfangebote geworben. Was derzeit allerdings noch klar für das Impfzentrum spricht, ist die knappe Verfügbarkeit der Vakzine. „Wann die Hausärzte in der Lage sein werden, alle Impfwünsche, die an sie herangetragen werden, erfüllen zu können, ist noch nicht absehbar“, betont Manges.

Der Hoffnung mancher Menschen, durch das vermehrte Nichterscheinen mit einem abendlichen Spontanbesuch am Impfzentrum ohne Termin früher eine Impfung zu erhalten, erteilt der Kreis aber eine klare Absage. Ohne Priorisierung könne man sich auch nicht auf die Warteliste setzen lassen.

Obwohl der Impfstoff weiter rar ist, werden einige Termine einfach nicht wahrgenommen.
Einige Impflinge entscheiden sich parallel zu ihrem Termin im Impfzentrum für eine Impfung beim Hausarzt und sagen den anderen dann einfach nicht ab.
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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