Projekt der Stadt für Langzeitarbeitslose gut gestartet
30 Leute in Arbeit

mir Siegen. Fischbacherberg und Heidenberg gelten gemeinhin als Wohnquartiere, in denen auch nicht so begüterte Menschen leben. Die Armutsrisiken dort sind erhöht, die Arbeitslosenquote über dem Schnitt, der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund ist bedeutend. Kurz gesagt, es handelt sich um zwei nicht ganz problemfreie Quartiere, in denen die öffentliche Hand helfend tätig werden sollte.

"DIAS.komm" in Siegen

Die Stadt Siegen hat dort ein Projekt erfolgreich in Gang gebracht. Der Name hat einen kryptischen Charakter: „DIAS.komm“. Heißt: „Digitale Inklusion und Arbeit in Siegen – Kommen Sie vorbei“. Dahinter steht als Finanzier der Bund mit seinem Projekt „BIWAQ“ („Bildung Wirtschaft Arbeit im Quartier“). 37 Kommunen im ganzen Land machen mit, Siegen eben auch. Für helfende Maßnahmen aller Art stehen insgesamt 95 Mill. Euro bereit. Das Projekt läuft seit zehn Monaten und dauert bis 2022. Siegen bekommt vom Bund für die vier Jahre rund 1,5 Mill. Euro, die Kommune muss einen zehnprozentigen Eigenanteil beisteuern.

Fischbacherberg

Ein Standort ist das Stadtteilbüro am Fischbacherberg. Dort agiert ein Team von vier Sozialarbeitern und Sozialwissenschaftlern. Eine davon ist Sabrina Büdenbender, im Sozialausschuss berichtete die Mitarbeiterin der Diakonie in Südwestfalen am Mittwoch über erste Maßnahmen und Erfolge.
Individuelle Beratungen stehen im Mittelpunkt: zum Beispiel für junge Eltern, die über Jahre aus dem Berufsleben raus sind, „die aber online nichts können und im digitalen Zeitalter den Anschluss verpasst haben“. Im PC-Kurs sitzen elf Männer und Frauen, auf niederschwelligem Niveau werden sie an die moderne Zeit herangeführt. Ausländische Klienten erfahren Wissenswertes darüber, wie das Arbeiten in Deutschland überhaupt abläuft, ausländische Zeugnisse müssen geprüft werden. Hilfesuchende werden auf Vorstellungsgespräche vorbereitet, es werden Praktika organisiert. Seit September gibt es ein Begegnungscafé, dienstags könnten Interessierte dort neue Kontakte knüpfen, Laptops stehen zur Nutzung bereit, Zeitungen liegen aus.

Heidenberg

Am Heidenberg wiederum steht Michel Dylong als Ansprechpartner bereit. Für die Gemeinnützige Qualifizierungs- und Weiterbildungsgesellschaft gGmbH im Heimat- und Verschönerungsverein Achenbach hat er den Schwerpunkt berufliche Qualifikation und Weiterbildung. Langzeitarbeitslose und Migranten mit multiplen Vermittlungshemmnissen sind seine Klienten. „Die für den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen, das ist meine Aufgabe“, so Dylong.
Syrer mit akademischem Abschluss seien darunter, aber auch Menschen, die noch nie eine Schule von innen gesehen hätten. Für viele sei es wichtig, erst einmal geordnete Tagesstrukturen zu erleben. „Nach vier Stunden ist bei diesen Personen die Leistungsgrenze erreicht, sie müssen langsam an Belastungen und Arbeit herangeführt werden.“ Das Sozialkaufhaus und das Café Nettwerk am Heidenberg seien zwei Gelegenheiten, bei denen die betreuten Menschen im Verkauf und der Gastronomie angeleitet würden.

Ziele übertroffen

Beide, Sabrina Büdenbender und Michael Dylong, sind stolz auf die ersten zehn Monate des Projektes. Büdenbender: „Wir müssen insgesamt 300 Leute erreichen, das ist uns als Ziel vorgegeben worden.“ Jetzt schon haben sich 141 Männer und Frauen am Fischbacherberg aktiv beteiligt, für die kurze Zeit sollten es minimal 37 sein. Besser noch: „Wir haben 26 Personen in den Arbeitsmarkt helfen können.“ Sieben waren das Ziel. Das Vierer-Team der Diakonie kann zu Recht stolz sein.
Am Heidenberg ist Michel Dylong nicht minder aktiv. Elf Menschen nehmen an einer Qualifizierungsmaßnahme teil, zehn hätten es mindestens sein sollen. Drei Menschen hat er in den ersten Arbeitsmarkt verhelfen können, eine vierte Person wird bis zum Jahresende dazukommen, das steht schon fest. Auch Dylong hat sein Minimalziel von einer erfolgreichen Vermittlung längst übertroffen.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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