Corona-Hotspot in zwei Wohnheimen - UPDATE
300 Studenten unter Quarantäne

Aus Sicherheitsgründen werden die beiden Wohnheime abgesperrt.
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Update - 20.20 Uhr

sp/sz Siegen. Rund 300 Studenten unter Quarantäne und 20 positive Corona-Fälle. Das ist das Ergebnis einer Reihentestung in zwei Wohnheimen des Studierendenwerks Siegen an der Engsbachstraße in Weidenau, das am Mittwoch für einen Großeinsatz von Polizei und Ordnungsamt sorgte.

Polizeieinsatz im Studentenwohnheim

Die ersten beiden Fälle waren laut Kreisverwaltung durch positive Schnelltests entdeckt worden, die durch PCR-Tests bestätigt wurden. Eine spezielle Erklärung, wie es zu den Ansteckungen gekommen sei, gebe es nicht, heißt es aus dem Kreishaus weiter: „eben durch direkte Kontakte“.

Polizeieinsatz

„Wir haben die Quarantäneverfügungen per E-Mail an die Studenten verschicken können“, erklärte Arne Fries, Ordnungsdezernent der Stadt Siegen, die für die Überbringung der schlechten Nachricht und die Überwachung der Quarantäne zuständig ist. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren am Mittwoch vor Ort, „um die Lage einzuschätzen, wie die Reaktionen der Studentinnen und Studenten sind“. Die Lage sei ruhig geblieben, so Fries. Das bestätigte auch die Kreispolizeibehörde, die nach Absprache mit der Stadt und dem Kreis mit mehreren Einsatzkräften vor Ort war. „Aufgrund zunächst unklarer Sachlage in Bezug auf die Anzahl der tatsächlich im Gebäude befindlichen Bewohner, Informationsstand der Betroffenen und deren Verhalten“ seien Polizisten vor Ort gewesen, um im Bedarfsfall zu unterstützen, heißt es weiter – das sei allerdings zu keiner Zeit erforderlich gewesen.

Unter Quarantäne

14 Tage müssen die rund 300 Bewohner der Engsbachstraße 56 und 58 – als Kontaktpersonen zu Infizierten – jetzt isoliert in ihren Zimmern verbringen. Die Häuser dürfen sie nicht verlassen. Nach zwei Wochen muss ein negativer Test vorliegen, ansonsten verlängert sich die Quarantäne um eine Woche. Am Donnerstag findet eine zweite Reihentestung statt, die vom Gesundheitsamt vor Ort durchgeführt wird.

Rund 300 Studenten müssen vorerst in ihren Zimmern bleiben und dürfen die beiden Wohnheime an der Engsbachstraße nicht mehr verlassen.
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Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie einer Sicherheitsfirma stehen jetzt Tag und Nacht an den Türen, um zu kontrollieren, dass niemand die Häuser betritt oder verlässt, so Arne Fries: „So kommen wir der Kontrollpflicht nach.“ Sollte sich jemand nicht an die Quarantäne halten, so droht ein Bußgeld.

Hilfe für die Isolierten

Kurzfristige Hilfe für die Quarantäne-Betroffenen wollen die Universität Siegen, das Studierendenwerk, der AStA und eine Gruppe von freiwilligen Helfern der Nachbarschaftshilfe „SoliNa“ (Solidarität und Nachbarschaft) leisten, wie die heimische Hochschule mitteilte. Bereits geregelt sei die Essens-Versorgung. Die Uni habe einen Catering-Service beauftragt, den Studenten ein warmes Mittagessen zu liefern. Kalte Speisen für das Frühstück und Abendessen bringt das Studierendenwerk. Die „SoliNa“ unterstützt mit weiteren Lebensmitteln.

Digitale Nachhilfe

„In Arbeit ist weiterhin ein Intensiv-Deutschkurs auf digitaler Ebene, um die Quarantäne-Situation zu erleichtern“, schreibt die Uni. Ein Angebot, das sich lohnt. Die Ausländerquote der Bewohner beträgt zurzeit 82 Prozent, über 100 der Studenten kommen aus Indien. Im Regelfall könnten sie Englisch sprechen, sagt Burkhard Lutz, Abteilungsleiter Bauen und Wohnen des Studierendenwerks. Weitere digitale Veranstaltungen seien geplant, sagt Sarah Wessel, Referentin für Kooperation vom AStA. Sie ist am Mittwochabend mit Jonas Vollert von „SoliNa“ unterwegs, um die ersten Lebensmittellieferungen zu den Studenten zu bringen. Um den Einkauf, das Sortieren und den Transport kümmern sich die Helfer. „Wir werden finanziell von der Uni unterstützt“, erklärt Vollert.

Aus Sicherheitsgründen werden die beiden Wohnheime abgesperrt.
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Er betont: „Es wird niemand das Studierendenwohnheim betreten.“ Sicherheit gehe vor, die direkte Verteilung werde von anderer Stelle übernommen. In den Kisten sind verschiedene Lebensmittel für ein bis zwei Tage, „auch ein paar Süßigkeiten, das ist besonders wichtig, das ist eine stressige Phase für die Studierenden“, so Vollert.

Die Infizierten

Die 20 positiv getesteten Studenten befinden sich nicht mehr in den Wohnheimen. Sie sind von der Stadt Siegen im ehemaligen Kreiswehrersatzamt an der Tiergartenstraße und in einem Hotel untergebracht. Ihre Versorgung läuft teils über die Stadt und teils in Eigenregie.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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