45. Baudenabend ein voller Erfolg

Waldenburger Heimatgruppe lud in den Gasthof Reuter

Dillnhütten. Zum 45. Baudenabend traf sich jetzt die Waldenburger Heimatgruppe Siegen im Gasthof Reuter in Dillnhütten. Heimatgruppen-Vorsitzender Wolfgang Exner begrüßte laut Mitteilung des Vereins rund 100 Personen, darunter sogar »Exil-Siegerländer« aus Dortmund. Lieschen Exner ließ in einem besinnlichen Gedicht das vergangene Jahr noch einmal aufleben und gab gute Ratschläge für das Jahr 2001. Klaus Faber, ein echter Waldenburger Junge, begleitete die gesungenen Heimatlieder auf dem Akkordeon.

Zwei Mundartgedichte, vorgetragen von Irene Fischer (»Doas ahle Auto« von Ernst Schenke) und Hildegard Bieder (»Dar Dorfpoliziste« von Hanns Rösler) kamen bei den Gästen gut an. Viel Spaß hatten die Anwesenden am »Komischen Landgericht«, das vom Spielkreis der Heimatgruppe präsentiert wurde. Das Pfannkuchenballett, von Frauen der Heimatgruppe dargestellt, machte gleichwohl Akteuren wie Zuschauern Freude. Die am Ende des Spiels herumgereichten Berliner Ballen (schlesisch: »Pfannkucha«) wurden von allen mit Genuss verspeist. Die Tombolalose fanden schnell Käufer und besonders die nahrhaften Gewinne waren sehr begehrt. Bei Tanz und kleinen Einlagen ging der Abend rasch zu Ende.

Das Brauchtum schlesischer Baudenabende wurde nach der Vertreibung aus der Heimat von der sich bald gründenden Waldenburger Heimatgruppe neben dem Sommersingen am Sonntag Lätare im Siegerland fortgesetzt. Baudenabende sind an keinen bestimmten Termin gebunden, wurden aber von den Bewohnern in der Winter- und Faschingszeit abgehalten, da dann mehr Zeit für Geselligkeit war. Bauden standen überall im Riesen- und Eulengebirge. Es waren zum Teil einfache Gebäude, jedoch immer mit Übernachtungsmöglichkeiten und meist mit einer großen Veranda ausgestattet. Ein Kachelofen stand oft mitten im Raum und gab wohlige Wärme ab, die nach dem anstrengenden Weg durch die Gebirge als wohltuend empfunden wurde.

Nachdem heißer Tee oder ein »Seehund« (Weißweinpunsch) die Glieder gewärmt hatte, waren Mundharmonika, Quetschkommode (Akkordeon) oder Zither schnell zur Hand und der Tanz konnte beginnen. Dazwischen wurde gesungen, man erzählte sich Schnurren, Mundartgedichte oder auch Geistergeschichten, wie sie sich in den schlesischen Spinnstuben erzählt wurden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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