465 Widersprüche eingereicht

 Sie setzten ein Signal ihres Widerstands, indem sie die Widersprüche persönlich abgaben, und suchten auch das Gespräch mit der Bezirksregierung (v. l.): Christian Gerhard, Sascha Reller, Ansgar Klein, Christian Bode und Marco Berger. Foto: Anja Bieler-Barth
  • Sie setzten ein Signal ihres Widerstands, indem sie die Widersprüche persönlich abgaben, und suchten auch das Gespräch mit der Bezirksregierung (v. l.): Christian Gerhard, Sascha Reller, Ansgar Klein, Christian Bode und Marco Berger. Foto: Anja Bieler-Barth
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nja  - Es war viel mehr als nur ein Zeichen ihres Unmuts und ihres Willens, die von Amprion präsentierten Pläne zum Bau einer 380-kV-Höchstspannungstrasse samt gasisoliertem Umspannwerk auf „Säubelzes Wiese“ im Heestal nicht klaglos hinzunehmen: Vertreter der Bürgerinitiative Junkernhees und der Interessengemeinschaft Meiswinkel reisten am Dienstag persönlich zur Bezirksregierung mit Sitz in Dortmund, um fristgerecht Widersprüche bei der Behörde abzugeben – und das Gespräch zu suchen. Dabei nutzten sie die Chance, auf aus ihrer Sicht gravierende gutachterliche Mängel hinzuweisen. „Sie können ja nichts prüfen, was gar nicht in den Unterlagen steht“, lautete ein Kritikpunkt, den Ansgar Klein, Sascha Reller und Christian Gerhard aus dem Heestal vortrugen. Christian Bode aus Meiswinkel ergänzte: „Die Unterlagen erwecken einen faktisch falschen Eindruck. Amprion zieht zu wenige Alternativen in Betracht.“ Und: „Warum gibt es nur anderswo Alternativen?“

Ansprechpartner war Werner Isermann, Verfahrensleiter in der Abteilung Bergbau und Energie in NRW. 60 Einwendungen seien bislang eingegangen, sagte er. Nun kamen weitere 135 aus dem Heestal (unterschrieben von 285 Personen) und 330 aus Meiswinkel. Der Anwalt der BI reicht noch elf weitere Widersprüche  – „von direkt Betroffenen, die auch klageberechtigt sind“, so Klein.

„Wir bieten konstruktive Alternativen zu der Amprion-Variante an – ohne Betroffenheit von Menschen“, erläuterte Klein, der den Ausbau der Umspannanlage Altenkleusheim als Alternative zum Neubau der Anlage im Naherholungsgebiet Heestal in direkter Sichtbeziehung zum Denkmal Schloss Junkernhees und auch die veränderte Trassenführung von Fellinghausen nach Meiswinkel – „zu 90 Prozent über Kyrill-Flächen“ – in Erinnerung rief. Werner Isermann war all dies bekannt. Verwundert zeigte er sich indes über Unterlagen von Amprion, in denen um das Umspannwerk ein rund 300 Meter großer Radius gezogen wurde, der im Bereich des Schlosses eine ovale Form annimmt. „Auf diese Weise eines der wichtigsten Baudenkmale des Kreises Siegen-Wittgenstein auszusparen, ist methodisch nicht hinterlegt“, kritisierte Christian Gerhard.

 „Wir werden ganz genau hinsehen und alle Rechtsgüter mit dem ihnen zukommenden Gewicht abwägen“, so Isermann. Zum Ausbau der Umspannanlage Altenkleusheim gab es von Behördenseite kein Statement, ein Erdkabel sei aber mit Blick auf die vom Gesetzgeber ausgewiesenen Pilotstrecken keine Option.  Die Trasse müsse angesichts ihrer Ausmaße – ein Stichwort: Masthöhe – als neu bewertet werden, pochten die Siegerländer auf dann weitere Abstandsregeln.  Dass Fledermaus, Fischreiher, Haselmaus und Buntspecht ausgerechnet im Plankorridor im Heestal nicht auftauchten, sei einfach nicht richtig. Christian Gerhard befürchtete angesichts der „Schutzgüter-Bündelung im Heestal“, dass Amprion einen Präzedenzfall schaffen wolle.

„Wir schauen, dass wir die verträglichste Lösung genehmigen“, betonte Isermann: „Es geht hier um die deutsche Stromversorgung und nicht um eine Pommesbude!“ Ansgar Klein ist sich sicher: „Wenn Sie die Unterlagen vernünftig prüfen, kann die Amprion-Planung nicht umgesetzt werden!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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