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Förderprogramm für Vereine
50 Millionen Euro liegen bereit - und keiner weiß davon

Das 50-Millionen-Sonderprogramm „Heimat“ der Landesregierung NRW kann noch abgerufen werden. Noch nicht viele Vereine haben sich aus den Mitteln bedient.
  • Das 50-Millionen-Sonderprogramm „Heimat“ der Landesregierung NRW kann noch abgerufen werden. Noch nicht viele Vereine haben sich aus den Mitteln bedient.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe/hobö Bad Berleburg/Olpe. Der Verein für Kultur, Sport und Freizeitgestaltung (Trägerverein) Banfe – mal als Beispiel – hat sich ein kleines Stück vom großen Förderkuchen des Landes abgeschnitten. Andere Vereine haben auf das Geschmackserlebnis verzichtet. Das hätte immerhin Fördergeld in maximaler Höhe von 15.000 Euro gebracht. Die Landesregierung NRW legte vor geraumer Zeit ihr Sonderprogramm „Heimat“ auf, rund 50 Millionen Euro packte sie in den Topf, aus dem sich die vielen Schützen-, Dorf-, Gemeinschafts- oder Heimatvereine bedienen durften. Über einen entsprechenden Antrag, versteht sich.

howe/hobö Bad Berleburg/Olpe. Der Verein für Kultur, Sport und Freizeitgestaltung (Trägerverein) Banfe – mal als Beispiel – hat sich ein kleines Stück vom großen Förderkuchen des Landes abgeschnitten. Andere Vereine haben auf das Geschmackserlebnis verzichtet. Das hätte immerhin Fördergeld in maximaler Höhe von 15.000 Euro gebracht. Die Landesregierung NRW legte vor geraumer Zeit ihr Sonderprogramm „Heimat“ auf, rund 50 Millionen Euro packte sie in den Topf, aus dem sich die vielen Schützen-, Dorf-, Gemeinschafts- oder Heimatvereine bedienen durften. Über einen entsprechenden Antrag, versteht sich.

Vereine rufen nur 1,3 Millionen Euro Fördergelder ab

Allerdings: Wie die SZ aus dem Heimatministerium erfuhr, wurden bislang lediglich rund 1,3 Millionen Euro abgerufen – ein kleiner Bruchteil dessen, was tatsächlich zur Verfügung steht. 650 Vereine sollen Nutznießer des Sonderprogramms sein, alle anderen haben keine Not oder nichts davon gewusst. Oder sie haben davor zurückgeschreckt, einen Antrag nach Arnsberg zu schicken. Dort jedenfalls müssen pfiffige Sachbearbeiter sitzen, wie Bernd Kleikamp als Vorsitzender des Banfer Trägervereins zu berichten weiß.

Als von dem Heimat-Sonderprogramm noch keine Rede war, schickte Bernd Kleikamp einen „Brandbrief“ nach Düsseldorf. Auf die große Festhalle zahlt der Verein hohe Steuern, Nebenkosten laufen weiter. Während Corona fielen aber sämtliche Veranstaltungen wie Hochzeiten, Feste und Feiern, kulturelle Ereignisse, Antikmärkte etc. flach. „Wir sind dabei, ein Sonderprogramm aufzulegen. Warten Sie mal noch 14 Tage“, hieß es aus Düsseldorf. Tatsächlich meldete sich zwei Wochen später ein Sachbearbeiter aus Arnsberg, der den Banfern beim Erstellen der Antragsformulare zur Hand ging. Drei Tage später trudelte die Bewilligung ein. „Uns hat das Programm geholfen, das Geschäftsjahr abzuschließen“, sagt Bernd Kleikamp. Ohne diese Hilfen wären in der Banfer Festhalle die Lichter ausgegangen. „Dann hätten wir Insolvenz anmelden müssen.“

Vielen Vereinen ist der NRW-Fördertopf komplett unbekannt

Nun hört man von Heimatministerin Ina Scharrenbach, die Zahlen würden zeigen, dass deutlich mehr Vereine ohne Unterstützung aus Steuergeldern durch die Zeit der Pandemie und der Einschränkungen gekommen seien als von vielen zunächst angenommen. Ist das so? Die SZ erfuhr von zahlreichen Wittgensteiner Vereinen, dass sie von dem Sonderprogramm überhaupt nichts gewusst hätten. Bernd Kleikamp: „Ich bin ja auch nur durch Zufall drangekommen.“ Außerdem: Viele Vereine hätten Geld auf dem Konto, teils auch als Rücklagen oder auf Festgeldkonten. Um einen entsprechenden Antrag zu stellen, müsse man aber weitgehend mittellos sein. „Wir waren mit einem hohen vierstelligen Betrag im Minus.“

Noch ein Aspekt: Zu Beginn des Sonderprogramms galt dies zunächst nur für gemeinnützige Vereine. Da wären die Banfer mit dem Betrieb einer Festhalle hinten runtergefallen. Im Herbst aber erweiterte das Landesministerium sein Programm. Somit durften auch andere, nicht gemeinnützige Vereine profitieren.

Schützenvereine im Kreis Olpe brauchen keine Förderung

Auf sehr geringes Interesse stößt das Sonderprogramm in den Schützenvereinen und -bruderschaften im Kreis Olpe. „Die meisten sind zur Erkenntnis gekommen, dass sie diese Förderung nicht brauchen“, berichtet Markus Bröcher, Kreisoberst des Kreisschützenbundes Olpe, dem 72 Vereinigungen mit insgesamt fast 40.000 Mitgliedern angehören. Dieses Programm sei ja aufgelegt worden, um in wirklicher existenzieller Not zu helfen. Die meisten Vereine hätten aber Hilfe von anderer Stelle wie von Sponsoren, Brauereien oder den örtlichen Kreditinstituten erhalten.

Den fehlenden Einnahmen infolge ausgefallener Schützenfeste stünden zudem erheblich geringere Ausgaben gegenüber. Daher hätten sich ganz wenige Vereine auf den Weg der Antragstellung begeben, der von einem Steuerberater hätte begleitet werden müssen und der durchaus mit einer Rückzahlung der Mittel enden könnte.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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