SZ

Stadt Siegen kommt mit Anträgen nicht hinterher
58-Jähriger wartet seit 21. Januar auf Wohngeld

Auf das Wohngeld wartet der 58-Jährige nun schon seit Januar, irgendwann wird das Geld knapp. "Der Siegener will aber keine Almosen empfangen; er will auch keine Grundsicherung beantragen", weiß der Betreuer.
  • Auf das Wohngeld wartet der 58-Jährige nun schon seit Januar, irgendwann wird das Geld knapp. "Der Siegener will aber keine Almosen empfangen; er will auch keine Grundsicherung beantragen", weiß der Betreuer.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mir Siegen. Ganz schön ärgerlich, wenn das Warten aufs dringend erhoffte Wohngeld zum Dauerzustand wird. Einen solchen Fall hat jetzt der Weidenauer Klaus Reifenrath publik gemacht, er betreut – im Ehrenamt – einen 58-jährigen Siegener, der nach seinen Vorab-Recherchen Anspruch auf 150 oder sogar 170 Euro im Monat hätte. Klaus Reifenrath: „Ich habe den Antrag auf Gewährung von Wohngeld bei der Stadt Siegen am 21. Januar gestellt, seitdem hat sich nichts getan.“
Mit zwei Mails hat Reifenrath in der Zwischenzeit nachgehakt, aber auch darauf keine Antworten aus der Stadtverwaltung erhalten. Lediglich auf der Homepage hat er den Hinweis gefunden, von Nachfragen im Rathaus doch bitte abzusehen.

mir Siegen. Ganz schön ärgerlich, wenn das Warten aufs dringend erhoffte Wohngeld zum Dauerzustand wird. Einen solchen Fall hat jetzt der Weidenauer Klaus Reifenrath publik gemacht, er betreut – im Ehrenamt – einen 58-jährigen Siegener, der nach seinen Vorab-Recherchen Anspruch auf 150 oder sogar 170 Euro im Monat hätte. Klaus Reifenrath: „Ich habe den Antrag auf Gewährung von Wohngeld bei der Stadt Siegen am 21. Januar gestellt, seitdem hat sich nichts getan.“
Mit zwei Mails hat Reifenrath in der Zwischenzeit nachgehakt, aber auch darauf keine Antworten aus der Stadtverwaltung erhalten. Lediglich auf der Homepage hat er den Hinweis gefunden, von Nachfragen im Rathaus doch bitte abzusehen.

Wohngeldstelle meldet sich plötzlich

Der Fall des 58-Jährigen aus Siegen wirft Fragen auf: „Der Mann hat ein Leben lang gearbeitet. Er will aber keine Almosen empfangen, er will auch keine Grundsicherung beantragen“, sagt Reifenrath. Durch widrige Umstände im Leben sei es zu der jetzigen Situation gekommen, der Mann lebe krank und zurückgezogen in einem bekannten Siegener Wohngebiet.
Am Freitag vor dem Mittag kam die überraschende Wende in diesem Fall. Die Wohngeldstelle der Stadt Siegen meldete sich bei Klaus Reifenrath mit der Nachricht, der Fall sei jetzt bearbeitet worden: „Anfang Oktober soll der 58-Jährige einen Bescheid bekommen.“

Kein Einzelfall

Warum das jetzt alles so schnell geht? Mittels Nachfrage der SZ bei der Pressestelle war die Dringlichkeit des Falles bekannt geworden. Reifenrath hat den Fall parallel in einem sozialen Medium öffentlich gemacht und zwei Dutzend Reaktionen bekommen. „Die beobachten mich, haben nach dem Anruf der SZ die Reaktionen gesehen und den geschilderten Fall schnell herausgezogen“, versucht sich Reifenrath die neue Entwicklung zu erklären. Und: Für den Einzelfall sicherlich eine erfreuliche Nachricht.
Aber wie steht es um die weiteren Fälle? Nutzer berichteten von 16 Wochen bis acht Monaten Wartezeit, alles im Bereich der Stadt Siegen. In einem Post ist von „mindestens sechs Monaten“ die Rede. „Manchmal kommt dann erst noch ein Brief, welche Unterlagen nachgereicht werden müssen.“

Personalausfälle Grund für Verzögerungen

Die SZ hat natürlich bei der Stadt Siegen nachgefragt: Wie kann so etwas passieren? Wird das zügig abgestellt? Die städtische Wohngeldstelle arbeite seit Wochen mit Hochdruck daran, Rückstände bei den Anträgen aufzuarbeiten, heißt es aus dem Rathaus. Wichtig sei, dass alle zustehenden Leistungen nachbezahlt werden, also kein Geld „verloren“ gehe.
„Die Gründe sind intern (vor allem krankheitsbedingte Ausfälle), konnten inzwischen aber behoben werden.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bäten zudem, auf die Vollständigkeit der Unterlagen zu achten, sodass es hier nicht zu weiteren Verzögerungen komme.
Hinzu komme, dass die Zahl der Wohngeld-Anträge deutlich gestiegen sei: zum einen aufgrund der Corona-Pandemie, zum anderen aufgrund von Novellierungen des Wohngeldgesetzes, nach denen mehr Personen leistungsberechtigt sind.

Landeskasse ruft Daten ab

Zum Ablauf: Die Daten aller Wohngeldstellen in NRW werden zweimal monatlich seitens der Landeskasse abgerufen, und zwar jeweils zum 1. und 15. eines Monats. Eventuell könne es hier zu Verzögerungen kommen, auf die die Stadt Siegen aber keinen Einfluss habe. Die Zahlungen erfolgten über die zentrale Rechenstelle in Düsseldorf.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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