Abenteuer unter dem Siegerland

 Mitunter auf dem Bauch robbend tasteten sich die Forscher durch den „Alten Mann“ bei Burgholdinghausen, dessen Ursprünge im 13. Jahrhundert liegen. Fotos: Deutsches Bergbau-Museum Bochum/Peter Thoma   Abenteuerlich ging es unter der Erde zu.
  • Mitunter auf dem Bauch robbend tasteten sich die Forscher durch den „Alten Mann“ bei Burgholdinghausen, dessen Ursprünge im 13. Jahrhundert liegen. Fotos: Deutsches Bergbau-Museum Bochum/Peter Thoma Abenteuerlich ging es unter der Erde zu.
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sz - Wissenschaftler haben den ältesten nachgewiesenen Bergbau im Siegerland entdeckt und erforscht. In einem Noteinsatz sicherten sie kürzlich bei Kreuztal den ehemaligen Blei-Silbererz-Schacht aus dem 13. Jahrhundert, zu dem sich Raubgräber bereits Zutritt verschafft hatten. Auf dem Bauch robbend, kriechend auf allen Vieren, aus schwindelerregender Höhe an Stahlseilleitern baumelnd: Was Archäologen, Altbergbau-Experten und Ehrenamtliche in der Tiefe der Siegerländer Erde erlebten, war ein untertägiges Abenteuer.

Forscher des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), des Deutschen Bergbau-Museums Bochum und des Vereins Altenberg & Stahlberg (Müsen) kämpften sich in 60 Meter Tiefe vor, um ein seltenes Stück Siegerländer Bergbaugeschichte zu entdecken. Untertägig hatten Raubgräber bereits begonnen, hölzerne Transporteinrichtungen abzubauen. Das Denkmal war damit in akuter Gefahr, heißt es in einer LWL-Pressemitteilung. Durch enge Schächte, Strecken, jüngere Abbaukammern, Erzrollen und Verbindungsstrecken arbeiteten sich die Forscher vor. Wo man zunächst noch in voller Schutzausrüstung aufrecht gehen konnte, war schon bald Kriechen, Robben, Abseilen und Klettern an einbeinigen Leitern in 7 Grad kühler Tiefe gefragt.

Bei der Anlage handelt es sich um einen so genannten „Alten Mann“. So wird im Bergbau ein aufgegebener Altbergbau bezeichnet, auf den die moderneren Bergleute zufällig stoßen. Die Forschergemeinschaft dokumentierte gleich zwei Abbaukammern einschließlich Verbindungsstrecke und einem horizontalen Zugangsstollen, die mit Schlägel und Eisen in Handarbeit aus dem Fels geschlagen wurden. Am Altenberg bei Müsen hat die gleiche Kooperationsgemeinschaft bereits vor mehr als 30 Jahren Bergbaustrukturen aus dem 13. Jahrhundert dokumentiert – jedoch verhinderte das Grundwasser damals, dass annähernd eine Tiefe des Bergbaus erreicht wurde, die mit dem jetzt dokumentierten „Alten Mann“ bei Kreuztal vergleichbar ist. Der Schacht ist inzwischen mit 350 Kilo schweren Betonschwellen wieder sicher verschlossen und vor Raubgräbern geschützt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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