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Siegener Außengastronomie läuft gut
Aber bitte mit Frischluft!

Prost! Knut Meinhardt und Volker Marx schmeckt das kühle Blonde bei herrlichen Sommertemperaturen natürlich am besten mit Luftzirkulation. Klimatechnisch aushaltbar und obendrein pandemiekonform – so lässt es sich in Siegens „Alter Poststraße“ gut sitzen.  Fotos: Sarah Benscheidt (5)/ Alexandra Pfeifer (2)
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  • Prost! Knut Meinhardt und Volker Marx schmeckt das kühle Blonde bei herrlichen Sommertemperaturen natürlich am besten mit Luftzirkulation. Klimatechnisch aushaltbar und obendrein pandemiekonform – so lässt es sich in Siegens „Alter Poststraße“ gut sitzen. Fotos: Sarah Benscheidt (5)/ Alexandra Pfeifer (2)
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ap/sabe Siegen. Erleichtert durchatmen falls vorhanden und wenn nicht: Einmal nachrüsten, bitte! Schon vor Corona ging der Trend eindeutig nach draußen. Immer mehr Gastronomen erkannten die Vorzüge von Terrassen, Biergärten und Co. im Verbund mit milden Frühlings- und Sommermonaten. Jetzt, in Pandemiezeiten, wird die Außenbestuhlung für viele Betriebe vom netten Beiwerk zum (überlebens)rettenden Anker. Das Virus hat das Bedürfnis der Gäste nach Freiluftkaffee und Outdoor-Bier um ein Vielfaches multipliziert, die Wahl des Plätzchens zum Verweilen fällt mitunter nach Perspektive auf Frischluftzirkulation aus.

ap/sabe Siegen. Erleichtert durchatmen falls vorhanden und wenn nicht: Einmal nachrüsten, bitte! Schon vor Corona ging der Trend eindeutig nach draußen. Immer mehr Gastronomen erkannten die Vorzüge von Terrassen, Biergärten und Co. im Verbund mit milden Frühlings- und Sommermonaten. Jetzt, in Pandemiezeiten, wird die Außenbestuhlung für viele Betriebe vom netten Beiwerk zum (überlebens)rettenden Anker. Das Virus hat das Bedürfnis der Gäste nach Freiluftkaffee und Outdoor-Bier um ein Vielfaches multipliziert, die Wahl des Plätzchens zum Verweilen fällt mitunter nach Perspektive auf Frischluftzirkulation aus. Das Gastroleben findet draußen statt, weitet sich auf Bürgersteige und nicht genutzte Freifläche aus, sucht nach Wegen und Möglichkeiten zumindest in den heißen Monaten das Geschäft mitzunehmen, das Corona in den vergangenen so derbe versalzen hat. Beim Gang durch Siegens Ober- und Unterstadt erfreut ein voll besetzter Biergarten hier oder eine schattige Sitzecke zum Schnitzelverzehr dort. Was die Branche leisten muss, um der Lust nach zirkulierender Urbanität und Draußengenuss gerecht zu werden und wie sehr die Außenbestuhlung hilft, zumindest jetzt kostendeckend durch den Siegener Sommer zu kommen – die SZ hat nachgefragt.

Kaffeerösterei Pagnia: Platztausch im fliegenden Wechsel. Beim Gang „übern Markt“ trifft man Kaffeedurstige, die ungeduldig darauf warten, im Schatten der Martinikirche endlich einen Sitzplatz zu ergattern, in Scharen. „So wie gerade ist das im Moment immer bei uns“, erzählt die Pagnia-Angestellte Sabine Stötzel, während sie abkassiert, desinfiziert und neue Bestellungen aufnimmt. Die neun Tische der Siegener Kaffeerösterei wurden aufgrund der Abstandsregelungen weiter auseinander – und über die eigentlichen Begrenzungsmarken hinaus – gestellt, und das „alles ohne jegliche Bürokratie“, betont Stötzel.

Café Feines: Ein paar steile Schritte weiter geht das geschäftig-urbane Treiben munter weiter. Unter einem herrlich grünen Blätterdach darf man mit allen Sinnen genießen, kriegt man „Feines“ auf den Teller.

Inhaber Gerd Grothe, der zur Gastro gekommen ist „wie die Jungfrau zum Kinde“, sagt: „Die 30 Plätze, die wir hier haben, retten uns durch das Sommerloch, ganz klar. Die Menschen lechzen danach, draußen zu sitzen. Wir haben hier immer volles Haus.“ Löblich für Grothe: das Entgegenkommen seitens der Stadt. „Die erlassene Pacht in diesem Jahr, das war eine sehr nette Geste und lief unkompliziert. Wird die Gastro unterstützt, ist das eine Bereicherung für die Oberstadt und ein Mehrwert für die Bürger.“

My Place Café Bistro und Bar: Den Weg zurücklaufend und an der Kölner Straße, zwischen bunter Außenbestuhlung rastend, haben auch Tomislav Boyadzhiev und Nikolay Karabodakov ordentlich zu tun. Das Café der befreundeten Inhaber ist dankbar für jeden Gast, hat das „My Place“ doch pandemiebedingt einen ruckeligen Start hingelegt. Während draußen fast alle Stühle besetzt werden, rückt der Innenraum aus dem Zentrum der Begierde. „Die Menschen wollen raus. Bei gutem Wetter ist das normal.“

Onkel Tom’s Hütte: Am Abend Gelächter und guter Laune in die alte Poststraße folgend, bringt Michael Kämpf, Inhaber der robust-charmanten Kultkneipe, bereits am späten Nachmittag die ersten Kaltgetränke mit Schaumkrönchen an Mann und Frau. „Das Ausgehverhalten hat sich seit Corona verändert. Kamen die Menschen letztes Jahr eher am späten Abend, wird jetzt auch schon mal um fünf oder sechs ein Bier getrunken und dafür dann früher gegangen.“ Die Außenbestuhlung um das Onkel Tom’s schafft circa 45 Mann. „Draußen läuft’s gut, drinnen läuft’s schlecht“, deshalb fordert Corona den Kneipier zur Fokusänderung. War es normalerweise der spätabendliche Kneipenbetrieb, so ist es jetzt der „volle Biergarten“, der gehandelt werden will.

Nón Café et Cuisine: Geht man ein paar Schritte weiter, landet der Siegener Flanierer in der vietnamesischen Küche. Die gibt’s für drinnen und draußen. „Wir haben weniger Tische als vor Corona draußen stehen“, schildert Trung Vu, Besitzer des Restaurants. An die Begrenzungen würde sich gehalten, erzählt der 27-Jährige. Um genügend Abstand zwischen den Gästen zu gewährleisten, habe er die Anzahl der Sitzplätze reduziert. Dennoch zieht der Geschäftsführer eine positive Bilanz: „Wir haben viel zu tun. Abends und an Wochenenden sind die Plätze draußen immer voll besetzt.“

Stadtkind: „Alles will raus“, sagt auch Achim Scheen, Inhaber des atmosphärischen Cafés. Die Gäste kämen in Scharen, sogar eine neue Aushilfe habe er einstellen müssen. Die 45 Außensitzmöglichkeiten sind „immer voll“. Aber nicht nur: Auch drinnen würde es sich der eine oder andere Gast gerne gut schmecken lassen. Eine Erklärung hat der Chef auch parat: „Viele fahren nicht in den Urlaub und lassen es sich dann eben hier gut gehen“. „Spannend wird es dann, wenn das Wetter mal nicht mehr so schön ist ...“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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