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UWG- und Volt-Fraktion möchten Bochumer Modell auch für die Krönchenstadt
Abfalldetektive für Siegen

Nicht zuletzt wegen solcher Bilder, die in Siegen kein Einzelfall sind, fordern die UWG- und die Volt-Fraktion einen Abfalldetektiv für die Krönchenstadt.
  • Nicht zuletzt wegen solcher Bilder, die in Siegen kein Einzelfall sind, fordern die UWG- und die Volt-Fraktion einen Abfalldetektiv für die Krönchenstadt.
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mir Siegen. Überquellende Wertstoffcontainer, wilde Müllkippen am Waldweg und zugemüllte Bürgersteige bei Sperrmüllterminen sind immer wieder ein Ärgernis. In Siegen wie in den Umlandkommunen. Appelle gibt es zuhauf, aber bringen sie einen nachhaltigen Nutzen, eine Besserung?

Die Fraktionen von UWG und Volt im Rat Siegen schieben das Thema jetzt auf die lokalpolitische Agenda. Mit dem konkreten Ziel, vier Abfallkontrolleure bei der Stadt hauptberuflich anzustellen. Zunächst als Probe für ein Jahr.
Antrag bereits 2020 angekündigtUWG-Sprecher Hans Günter Bertelmann kündigt zu den Etatberatungen eine passende Initiative an: „Einen solchen Antrag habe ich bereits 2020 bei den Haushaltsberatungen angekündigt. Was an den Containern rumliegt, ist nicht mehr auszuhalten.

mir Siegen. Überquellende Wertstoffcontainer, wilde Müllkippen am Waldweg und zugemüllte Bürgersteige bei Sperrmüllterminen sind immer wieder ein Ärgernis. In Siegen wie in den Umlandkommunen. Appelle gibt es zuhauf, aber bringen sie einen nachhaltigen Nutzen, eine Besserung?

Die Fraktionen von UWG und Volt im Rat Siegen schieben das Thema jetzt auf die lokalpolitische Agenda. Mit dem konkreten Ziel, vier Abfallkontrolleure bei der Stadt hauptberuflich anzustellen. Zunächst als Probe für ein Jahr.

Antrag bereits 2020 angekündigt

UWG-Sprecher Hans Günter Bertelmann kündigt zu den Etatberatungen eine passende Initiative an: „Einen solchen Antrag habe ich bereits 2020 bei den Haushaltsberatungen angekündigt. Was an den Containern rumliegt, ist nicht mehr auszuhalten. An der Stelle müssen wir als Stadt Siegen ein Zeichen setzen.“

Das Vorpreschen der beiden Fraktionen hat ein Vorbild: die Stadt Bochum. Dort observieren Abfalldetektive beliebte Entsorgestellen, wühlen in abgestellten Kartons nach konkreten Hinweisen auf die Ökosünder. Und sei es der Original-Adressaufkleber einer Online-Lieferung. Bertelmann ist vom Bochumer Vorbild überzeugt: „Dort sind super Ergebnisse erzielt worden.“ Die Volt-Fraktion ist ähnlicher Meinung: ,,Bochum zeigt, dass sich die Stellen über die ausgesprochenen Ordnungsgelder nach kurzer Zeit selbst tragen” ergänzt Andrè Gieseler, umweltpolitischer Sprecher bei Volt.

Bußgelder verhängen und auch eintreiben

Strafen sollten zunächst angedroht, Bußgelder aber tatsächlich verhängt und eingetrieben werden, sagen die Antragsteller. Bertelmann erinnert an ein krasses Beispiel: Weit vor der Jahrtausendwende reiste er privat nach Singapur, rauchte eine Zigarette und schnippte die Kippe achtlos weg: „Das hat mich damals schon 500 Dollar gekostet, in Singapur wirft niemand etwas auf die Straße.“

Das Land NRW gibt Empfehlungen für die Höhe der Strafen. „Wir sprechen uns in aller Deutlichkeit dafür aus, diese Empfehlungen nach oben hin auszureizen”, so Gieseler. Das Wegwerfen oder Stehenlassen von Müll an nicht dafür vorgesehenen Orten sei immer eine bewusste Handlung.

40 Fälle pro Woche

Volle Wertstoffdepots müssten die Ausnahme bleiben, über eine neue Taktung zur Entleerung sollte schleunigst nachgedacht werden, nehmen die beiden Fraktionen die Stadt Siegen in die Verantwortung.
Die große Frage dahinter: Rechnet sich der personelle Aufwand? Auf eine Viertelmillion Euro oder etwas höher schätzt Dr. Jürgen Schneider, Leiter des technischen Umweltschutzes bei der Stadt Bochum, die jährlichen Kosten. 40 Fälle pro Woche mit Beweissicherung kämen vor, sagt der Experte. Ab und an auch mal mehr, Schwankungen seien normal.

„Bei den Sperrmüllterminen muss viel kontrolliert werden, da läuft einiges aus dem Ruder“, ergänzt Schneider. „Aber die 250 000 Euro Kosten holen wir im Jahr nicht wieder herein, das ist ein bisschen zu optimistisch gedacht.“

Was verlangt Bochum von einem ertappten Ökosünder? Schneider: „Eine weggeworfene Zigarettenkippe kommt auf 55 Euro, wenn ölhaltige Abfälle in den Wald gekippt werden, können es schnell mal ein paar Tausender sein.“

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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