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Scharfe Kritik an Direktor Dieter Fischbach
Abgang für das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium Siegen

Umbau in der Siegener Schullandschaft: Das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium soll sukzessive auslaufen. Der Schulausschuss bekräftigte am Dienstag seine Empfehlung an den Rat.
  • Umbau in der Siegener Schullandschaft: Das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium soll sukzessive auslaufen. Der Schulausschuss bekräftigte am Dienstag seine Empfehlung an den Rat.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js Siegen. Das Säbelrasseln des Schulleiters hat nicht geholfen, der Protest von Eltern und Schülern auf der Siegbrücke blieb ohne Erfolg – und auch das Schreiben eines Anwaltsbüros, das an die Ratsfraktionen adressiert war, konnte die Weichenstellung aus dem Juni nicht mehr rückgängig machen: Das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium (PPR) soll zum kommenden Schuljahr keine weiteren 5. Klassen mehr bilden und peu à peu auslaufen. Den notwendigen Beschluss soll am kommenden Mittwoch, 22. September, der Siegener Rat fassen. Am Dienstagabend bekräftigte der Schulausschuss noch einmal seine Empfehlung von vor der Sommerpause.

js Siegen. Das Säbelrasseln des Schulleiters hat nicht geholfen, der Protest von Eltern und Schülern auf der Siegbrücke blieb ohne Erfolg – und auch das Schreiben eines Anwaltsbüros, das an die Ratsfraktionen adressiert war, konnte die Weichenstellung aus dem Juni nicht mehr rückgängig machen: Das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium (PPR) soll zum kommenden Schuljahr keine weiteren 5. Klassen mehr bilden und peu à peu auslaufen. Den notwendigen Beschluss soll am kommenden Mittwoch, 22. September, der Siegener Rat fassen. Am Dienstagabend bekräftigte der Schulausschuss noch einmal seine Empfehlung von vor der Sommerpause.

Tage des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums Siegen sind gezählt

Neu hinzugekommen war bei diesem Votum nicht mehr die Frage, ob die Tage des PPR gezählt sein sollen – vielmehr ging es um das Wann. Die Stadt als Schulträgerin hatte im Sommer eruieren müssen, ob das Löhrtor-Gymnasium am eigenen Standort für einige Jahre von drei auf vier Züge erweitert werden kann und ob das Gymnasium Auf der Morgenröthe vorübergehend dreizügig werden kann. Beides ist möglich, und für das PPR bedeutet dies eines: Es wird nicht nach Ablauf dieses Schuljahres geschlossen und als Löhrtor-Dependance weitergeführt. Vielmehr geht es selbstständig in seine letzten Jahre.

Gesamtschulen melden sich zu Wort

Keine Demonstration vor der Tagungsstätte Siegerlandhalle, keine Schilder und Transparente im Zuschauerraum, nicht einmal ein sonderlich großes Publikum: Anders als noch im Juni konnte der Schulausschuss ohne kritische Kulisse über den anstehenden Umbau der Siegener Schullandschaft diskutieren. Dieter Fischbach, Direktor des dem Ende geweihten Ganztagsgymnasiums, saß in der letzten Zuschauerreihe, war aber durchaus Thema in der Debatte. Er dürfte darauf gefasst gewesen sein: Wie berichtet, hatte er sich in der vergangenen Woche mit einem Brandbrief an die Politik gewandt und darin dargelegt, wie die Schülerzahl für das PPR gesteigert werden könnte: Indem es in Konkurrenz zu den Gesamtschulen gehe.

Deutliche Kritik an PPR-Schulleiter Dieter Fischbach

Fischbachs Wortwahl kam nicht sonderlich gut an, weder bei den Bildungspolitikern des Ausschusses, noch bei seinen Kollegen an den Gymnasien und Gesamtschulen.
Die Stadt Siegen werde sich nicht an bewertenden Zuspitzungen und am Gegeneinanderausspielen von verschiedenen Schulformen beteiligen, winkte Schuldezernent Andree Schmidt ab. Jeder, der etwas von Schule verstehe, wisse Dieter Fischbachs Brief richtig einzuordnen, meinte Werner Jüngst, Leiter der Gesamtschule Eiserfeld. Er ärgerte sich darüber, dass in diesem Schreiben eigene Versäumnisse der Schule völlig ausgeblendet würden. Eigentlich herrsche zwischen den Siegener Schulen ein sehr guter, kollegialer Austausch. Das PPR-Schreiben komme fast einer Störung des Schulfriedens gleich. Es gebe Grenzen, die man nicht überschreiten dürfe. Joachim Pfeifer (SPD), Amtsvorgänger von Jüngst, sprach sogar von „peinlichen Phantasien“, die in besagtem Brief offenbart worden seien, und attestierte Fischbach einen „totalen Realitätsverlust“. „Sie ziehen damit die eigene Schule runter!“

Eltern von PPR-Schülern schalten Anwalt ein

Von einer „völlig überzogenen und überladenen Diskussion“ sprach Martin Heilmann (Grüne) und bezeichnete Fischbachs Äußerungen samt Fake-News-Vorwürfen als „Ärgernis“. Das PPR sei bereits seit Jahren „der kranke Mann von Siegen“. Bemerkenswert sei auch, dass Eltern von PPR-Schülern einen Anwalt eingeschaltet haben, der sich wiederum an die Fraktionsvorsitzenden gewendet hat. In diesem mehrseitigen Schreiben, das der SZ vorliegt, werden Argumente gegen die Schließung des PPR aufgeführt. Seine Mandanten, so heißt es abschließend, würden sich sehr freuen, wenn das angeschriebene Ratsmitglied dem Beschlussvorschlag nicht folge, sondern sich „für eine rechtssichere und bildungsgerechte Zukunft des PPR zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Schulkinder in Siegen, einsetzen“ würde.

Meltem Kaynak als Vertreterin des Integrationsrats äußerte ihr Bedauern über die drohende PPR-Schließung. Diese Schule sei wegen ihrer Integrationsleistung für Migrantenfamilien von besonderer Bedeutung. Rüdiger Käuser, Leiter des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums, betonte indes, dass die „individuelle Förderung“ allen Schulen gesetzlich vorgeschrieben sei. Gerade die Gymnasien hätten sich in den vergangenen Jahren „massiv auf den Weg gemacht“ in dieser Hinsicht.
Das Votum des Ausschusses fiel deutlich aus. 14 Mitglieder stimmten der Empfehlung zu, bei zwei Gegenstimmen von UWG und FDP. Die Volt-Fraktion enthielt sich – weil sie schulpolitische Fehler der vergangenen zehn Jahre nicht mittragen wolle. Das letzte Wort hat der Rat.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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