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Emijra Torba schafft Einser-Abschluss
Abi trotz doppelter Hürde

Vor vier Jahren konnte Emijra kein Wort Deutsch – jetzt absolvierte sie ihr Abitur am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium mit der Note 1,7. Während ihrer Schulzeit hat die heute 20-Jährige viele Freunde gefunden, die sie auf ihrem Weg unterstützt haben.
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  • Vor vier Jahren konnte Emijra kein Wort Deutsch – jetzt absolvierte sie ihr Abitur am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium mit der Note 1,7. Während ihrer Schulzeit hat die heute 20-Jährige viele Freunde gefunden, die sie auf ihrem Weg unterstützt haben.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

gro Siegen. „Alles war plötzlich anders“, erinnert sich Emijra Torba. Ein neues Land, eine neue Kultur, neue Menschen und eine ganz neue Sprache. Doch trotz aller Schwierigkeiten schafft die junge Frau das Unmögliche. Sie besteht ihr Abitur mit der Note 1,7 und das, obwohl sie vor vier Jahren noch kein Wort Deutsch konnte. Auch die Corona-Pandemie machte die Situation nicht wirklich einfacher.
Die Abiturientin hat der SZ erzählt, wie sie dies geschafft hat und welche Hürden ihr auf dem Weg zum Einser-Abi begegnet sind. Ursprünglich kommt die 20-Jährige aus Tirana, der Hauptstadt Albaniens. Bildung war ihr und ihren Geschwistern schon immer sehr wichtig, sodass sie bereits in Albanien sehr gute schulische Ergebnisse vorweisen konnte.

gro Siegen. „Alles war plötzlich anders“, erinnert sich Emijra Torba. Ein neues Land, eine neue Kultur, neue Menschen und eine ganz neue Sprache. Doch trotz aller Schwierigkeiten schafft die junge Frau das Unmögliche. Sie besteht ihr Abitur mit der Note 1,7 und das, obwohl sie vor vier Jahren noch kein Wort Deutsch konnte. Auch die Corona-Pandemie machte die Situation nicht wirklich einfacher.
Die Abiturientin hat der SZ erzählt, wie sie dies geschafft hat und welche Hürden ihr auf dem Weg zum Einser-Abi begegnet sind. Ursprünglich kommt die 20-Jährige aus Tirana, der Hauptstadt Albaniens. Bildung war ihr und ihren Geschwistern schon immer sehr wichtig, sodass sie bereits in Albanien sehr gute schulische Ergebnisse vorweisen konnte. Ihre Eltern wollten sie auf ihrem Weg unterstützen, sodass sie sich gemeinsam als Familie entschieden, Albanien zu verlassen. „Mein Vater pendelte schon eine ganze Weile aus beruflichen Gründen nach Deutschland, sodass relativ schnell klar war, dass wir hier herziehen“, so die junge Frau im Gespräch gegenüber der SZ.

Klare Ziele vor Augen

2016 zog die Familie dann nach Deutschland. „Der Anfang war wirklich schwer. Obwohl ich sehr klare Ziele hatte, wurde mir am Anfang der Schulzeit von dem damaligen Schulleiter gesagt, dass das Gymnasium zu schwer für mich sei, und ich mich lieber auf einer anderen Schule anmelden solle“, erinnert sich die 20-Jährige. Das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium habe auch damals kein spezifisches Programm für ausländische Schüler angeboten, sodass Deutsch nicht als Zweitsprache gewählt werden konnte. „Natürlich habe ich mich von solchen Aussagen sehr verletzt gefühlt. Dennoch wollte ich ihm das Gegenteil beweisen“, betont Torba. Damals ahnte sie jedoch noch nicht, wie schwer die erste Zeit werden würde.

Kommunikation anfangs schwierig

„Neu anzufangen ist immer schwer. Als Teenager in einem neuen Land, mit einer anderen Sprache und einer unbekannten Schule zu sein, ist jedoch noch mal eine ganze andere Nummer“, so die junge Frau.
Besonders die Kommunikation fiel ihr anfangs schwer. „Ich habe mich in dieser Zeit oft einsam gefühlt“, erinnert sich die Schülerin und sagt weiter: „Mit der Zeit wurde mir dann die Wichtigkeit der deutschen Sprache klar, und ich setzte mir das Ziel, diese so schnell wie möglich zu beherrschen.“ Sie habe angefangen, Filme und Videos auf Deutsch zu schauen. Auch ihre Eltern und einige Lehrer, die ihr Potenzial erkannten, unterstützten die Schülerin. „Dafür bin ich immer noch sehr dankbar“, sagt Torba gegenüber der SZ. Im Laufe der Zeit fand sie Freunde, die sie besonders in den ersten Monaten unterstützten. „Ab diesem Zeitpunkt wurde alles einfacher“, stellt die 20-Jährige fest.

Heute fühle ich mich sehr wohl in Deutschland und bin stolz auf alles, was ich in diesen vier Jahren erreicht habe.
Emijra Torba
Abiturientin des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums

Ihr größtes Ziel war es weiterhin, ein gutes Abitur zu machen. Zur Überraschung aller entschied sie sich nach langer Überlegung neben Englisch für Deutsch als Leistungskurs. „Ich mag es einfach, neue Sprachen und Kulturen kennenzulernen“, so die Schülerin. Heute sei sie froh, sich so entschieden zu haben, denn beide Abiturprüfungen absolvierte sie letztendlich mit 15 Punkten.

Auf die Frage, wie sie dies geschafft habe, antwortet die junge Albanerin: „Ich habe versucht, die ganzen Tipps umzusetzen, die die Lehrer uns gegeben haben. Dadurch wusste ich genau, worauf ich mich konzentrieren musste und hatte einen guten Überblick.“

Ehrgeiz und Glaube als Hilfe

Ihr Ziel war es immer, sich zu verbessern. Ihr Ehrgeiz habe ihr sehr dabei geholfen, sich schnell weiterzuentwickeln, nicht nur sprachlich, sondern auch mental. „Außerdem habe ich einen starken Glauben an Gott, was das Sicherheitsgefühl noch mehr verstärkt hat“, fügt die 20-Jährige hinzu und betont weiter: „Insgesamt war es natürlich eine Herausforderung, aber ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe. Heute fühle ich mich sehr wohl in Deutschland und bin stolz auf alles, was ich in diesen vier Jahren erreicht habe.“ Auch Peter Fischbach, Schulleiter am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium, freut sich für die Abiturientin: „Emijra ist mit ihrer Geschichte definitiv etwas Besonderes. Bemerkenswert finde ich, dass sie sich ausgerechnet für den Deutsch-Leistungskurs entschieden hat. Sie kann wirklich stolz auf sich sein.“

Autor:

Sarah Groos

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