Abifeier restlos „versaut“

 Ein „Selfie“ macht es deutlich: Diese jungen Menschen hatten bei ihrem Abiball jede Menge Spaß – bis der Hausmeister kam und den Stecker zog. Foto: Privat
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kalle - Dieser Abiturball der 69 jungen Frauen und Männer der Eiserfelder Gesamtschule wird den Organisatoren, den Abiturienten und Abiturientinnen, Lehrern, Eltern und Geschwistern sicher für immer in Erinnerung bleiben. Man wird sich noch in vielen Jahren auf Klassentreffen erzählen, wie am 19. und 20. Juni 2015 – mittendrin im Partytrubel, mittendrin im Freudentaumel darüber, die Schule mit Erfolg abgeschlossen zu haben und dies gemeinsam mit Lehrern und Eltern gepflegt zu feiern – die Party durch den Hausmeister der Bismarckhalle jäh beendet wurde.

Drei Jahre lang, so Mitorganisator Sergio Martinez gegenüber der Siegener Zeitung, habe man sich auf diesen Abend vorbereitet. Martinez: „Wir waren uns von Anfang an einig, wir wollten einen Abschluss, von dem wir unseren Kindern bei deren Abschlussfeiern erzählen können.“ Als Location hatte man die Bismarckhalle in Weidenau ausgewählt. Der Abend entwickelte sich gut. Die 15. 000 Euro Kosten für Halle, Essen und Programm schienen gut angelegt. Die Hallenverwaltung hatte auch noch einen Rabatt von 15 Prozent eingeräumt. Doch schon am Morgen des 19. Juni, bei der Generalprobe, gab es die ersten Probleme, zogen dunkle Wolken auf. Die Wochen vorher mit dem Betreiber abgesprochenen Details wie etwa der Sitzplan stimmten vorn und hinten nicht. 12er- statt 16er-Tische. waren aufgebaut worden. Die Festorganisatorin des Abijahrgangs, Deborah Sarfo: „Sechs Stunden vor Einlass mussten wir also den Sitzplan ändern, damit am Abend keine Familien auseinandergerissen wurden, denn es war offenbar nicht möglich, einfach die Tische abzubauen und größere hinzustellen.“

Aber dabei blieb es nicht an diesem Abend, der aus Sicht der Abiturienten ein „Pleite-Abiball“ war. Für den großen Abend wurde die Bismarckhalle offiziell angemietet, per Vertrag. Darin stand, dass die Halle nicht länger als 2 Uhr morgens vermietet werden könne, so wollte es die Stadt Siegen als Inhaberin. Genauer begründet wurde die Uhrzeit seitens der Stadtverwaltung zwar nicht, aber es wurde versichert, dass noch nie eine Gruppe vor 6 Uhr morgens rausgeworfen worden sei.

Mit dieser Erklärung hatte sich das Organisationsteam des Abiballs zufrieden gegeben. Ein Fehler, wie sich später herausstellte. Die Party steuerte nach Mitternacht langsam auf ihren Höhepunkt zu. Der gebuchte DJ hatte die ersten Scheiben nach dem offiziellen Teil mit Reden und Aufführungen aufgelegt, als nach Auskunft von Sergio Martinez um 1.30 Uhr der Hausmeister der Halle ins Spiel eingriff und den DJ zwang, die Musik auszumachen und die Party zu beenden. Sergio Martinez: „Über 20 Minuten haben Lehrer und Schüler mit dem Mann diskutiert, damit wir wenigstens bis 3 Uhr weiterfeiern durften.“

Der Haustechniker zeigte sich generös. Doch dann war Schicht im Schacht. Die Stimmung war eh im Eimer. Der Abiball der Eiserfelder Gesamtschule wurde mit einem Zug am Stecker beendet. Drei Jahre Planung und Arbeit und 15.000 Euro waren am Ende nichts wert. Um 3 Uhr morgens wurden alle aus der Halle geworfen.

Sergio Martinez bleibt nur eines – sich direkt an die Stadt zu wenden: „Liebes Team der Stadt Siegen und der Bismarckhalle, wenn Sie vielleicht in ein paar Jahren auf Ihrem Klassentreffen sind und an Ihren eigenen Abschluss und die damalige Zeit denken oder vielleicht sogar Kinder oder Enkelkinder auf deren Abiball begleiten, denken Sie bitte an unseren Abschluss – den haben Sie uns versaut!“

Friedrich Schmidt, langjähriger Chef der drei Siegener Hallen, war der Vorgang vom 19. Juni bekannt. Schmidt: „Wir hatten im Vertrag 2 Uhr vereinbart. Danach wurden die Arbeitszeiten unserer Mitarbeiter auch eingeteilt. Wir müssen uns an Arbeitszeitgesetze halten, daran führt kein Weg vorbei.“

Es werde bei zukünftigen Vertragsabschlüssen auf die Zeiten exakt hingewiesen. Die Halle bis 6 Uhr morgens offen zu halten, sei überhaupt nicht möglich. „Wir haben aber die Party bis drei Uhr und damit eine Stunde länger laufen lassen“, so Schmidt. In Sachen Kommunikation wirft die Stadt den Abiturienten vor, den Techniker dazu „genötigt“ zu haben, bis 3 Uhr die Halle offen zu lassen. Diese eine Stunde mehr wurde dann den Schülern prompt zusätzlich in Rechnung gestellt – damit war auch noch die 15-prozentige Rabattierung futsch.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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