Abschied mit Tränen

 Nach etwas mehr als zwei Jahren verlässt Pastor Georg Kanyiamthara das Wendener Land.  Foto: win

win - Die Kirche war fast vollständig gefüllt. Der Schützenvorstand war mitsamt Fahne gekommen, Männer- und Frauenchor hatten zwischen den Gläubigen Platz genommen, denn sie nahmen die Gelegenheit wahr, um sich zu verabschieden. Nach etwas mehr als zwei Jahren nimmt Pastor Georg Kanyiamthara wieder Abschied vom Wendener Land. Eine offizielle Abschiedsfeier gab es nicht, daher nutzten die Schönauer und Altenwendener die Gelegenheit und gestalteten die letzte Messe des aus Indien stammenden beliebten Geistlichen zu einer Abschiedsfeier um.

Am Ende der Messe trat Diakon Dr. Claudius Rosenthal noch einmal ans Mikrofon und bat die Gläubigen, Platz zu nehmen. Für viele überraschend, wenn es sich nicht schon herumgesprochen habe, sei heute die letzte Messe von Pastor Georg in Schönau; schon in der nächsten Woche werde er den Pastoralverbund verlassen und nach Bad Oeynhausen wechseln.

Pastor Georg habe in seiner zurückhaltenden, kümmernden Art gezeigt, wie er die Berufung zum Priester verstehe: keine Seelsorge vom Schreibtisch aus. „Dein Stuhl stand an den Krankenbetten. Ich weiß, wie viele Menschen du mit deiner aufgeschlossenen Art begeistert hast.“ Besuche im Krankenhaus, in Familien, „und das meiste weiß ich gar nicht, weil du nichts davon gesagt hast, obwohl wir viel gesprochen haben. Du bist einfach hingegangen. Das werden wir vermissen.“

Kurz, aber zu Herzen gehend die Abschiedsworte des Geistlichen: „In tiefer Dankbarkeit nehme ich von euch Abschied. Ihr seid liebe Menschen, die mir gezeigt haben, wie sehr sie mich wertschätzen.“ Mit stehenden Ovationen entließen die Schönauer und Altenwendener den Seelsorger aus ihrer Kirche, und nach der Messe standen sie noch lange vor dem Gotteshaus zusammen, um zu diskutieren, wie für sie das kirchliche Leben weitergeht – mit Pastor Georg, das wurde deutlich, ging für viele auch ein Stück Vertrautheit und Nähe. Vieles blieb unausgesprochen, aber zwischen den Zeilen war deutlich zu höten, dass die Schönauer und Altenwendener nicht dem scheidenden Seelsorger anlasten, dass er sie verlässt, sondern den Rahmenbedingungen, die dazu geführt haben, dass für Pastor Georg dieser Schritt unausweichlich wurde. Wie zu erfahren war, sind einige Briefe nach Paderborn unterwegs, und viele Schönauer warten gespannt auf die Antwort von Generalvikar oder Erzbischof.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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