Abschied und Aufbruch

Am Sonntag wurde  in der ev. Kirche Dahlbruch zum letzten Mal Gottesdienst gefeiert. Foto: Anja Bieler-Barth Während des Gottesdienstes zogen die Christen ins neue Domizil - das Gemeindezentrum. Foto: Anja Bieler-Barth
  • Am Sonntag wurde  in der ev. Kirche Dahlbruch zum letzten Mal Gottesdienst gefeiert. Foto: Anja Bieler-Barth Während des Gottesdienstes zogen die Christen ins neue Domizil - das Gemeindezentrum. Foto: Anja Bieler-Barth
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nja -  Nach 62 Jahren wurde  am Sonntag  ein Kapitel Dahlbrucher Kirchengeschichte feierlich beendet – und nahtlos wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: Zum letzten Mal begrüßte Pfarrer Hans-Jürgen Uebach die ev. Gemeinde zum Gottesdienst in dem 1954 eingeweihten Gotteshaus – und es sollte ein besonderer werden. Fiel doch der Schlussakkord im benachbarten ev. Gemeindezentrum, jenem Ort, in dem sich die Gläubigen nunmehr dauerhaft zu Gebet und Lobpreis, zu „normalen“ und besonderen Gottesdiensten im Namen Jesu Christi zusammen finden.

Wie berichtet, sah sich das Presbyterium der Kirchengemeinde Müsen seit etwa fünf Jahren in der unglücklichen Situation, sich immer wieder mit Strukturveränderungen zu beschäftigen. Aufgrund der Entwicklung der Gemeindegliederzahlen in Müsen und Dahlbruch müssen bis 2025 rund 29 Prozent der Gebäudeflächen eingespart werden. Im Klartext, so formulierte es Pfarrer Uebach, reichen von den vier Gebäuden zwei. Und so beschloss das Presbyterium, die ev. Kirche in Dahlbruch zu Beginn des Jahres 2016 zu schließen.

„Was auch geschieht: Wir haben einen Gott, der mit uns geht“, sagte Pfarrer Hans-Jürgen Uebach in der gut besuchten ev. Kirche eingangs des Gottesdienstes, der gewissermaßen unter dem Motto „Abschied und Aufbruch“ stand. Uebach:   „Die Kirche und die Gottesdienste wurden leerer.“ 350 Gläubige fänden Platz im Kirchbau, die treue Stammschar belaufe sich auf rund 30. Hinzu komme ein hoher Investitionsbedarf – nicht nur unter dem Stichwort Barrierefreiheit.

Viele Dahlbrucher verbinden das Kirchengemäuer mit persönlichen Lebensgeschichten, und so fiel der Abschied nicht leicht – trotz aller gelungenen Bemühungen, den Bogen hin zum Gemeindezentrum, der „kleinen und jüngeren Schwester“, zu schließen. Uebach: „Gottesdienst aber ist wichtiger als der Ort. Gottes Wort soll uns erreichen, sein Geist soll uns bewegen – dafür braucht Gott keine Räume! Gottes Wort bleibt verlässlich.“

Im Neuen Testament, so griff Pfarrer Andreas Weiß griff Worte seines Dahlbrucher Kollegen auf, werde nicht einmal das Wort „Kirche“ als Gebäude erwähnt. Kirche sei keine „Immobiliensache“, sondern werde gebaut aus lebendigen Steinen – all jenen, die im Namen Jesu Christi zusammen kommen, sich engagieren. Auf den „Schlussstein“ komme es an: „Ohne Jesus Christus würde die ganze Kirche zusammenbrechen.“

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor und Flötenkreis der ev. Kirchengemeinde sowie vom Dahlbrucher Männerchor und Gabriele Setzer an der Orgel. Der Predigt, gestaltet von beiden Pfarrern, schloss sich das Abendmahl an; dann wurden Kerze, Taufgerät, Abendmahlsgeräte und -tisch sowie Altarbibel, Fenster, Orgel, Glocken und Taufschäfchen verabschiedet, bevor die Gemeinde geschlossen – mitsamt der sakralen Gegenstände – in ihr künftiges Domizil umzog, wo der Gottesdienst feierlich beendet wurde.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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