Ärger über Lehrer und Schulrat

juli Oberschelden. Die schlechte Nachricht gab es gestern Abend für die Eltern der künftigen i-Dötzchen in Oberschelden und Gosenbach offiziell: Vier Kinder sollen von der Grundschule Gosenbach zum Schuljahr 2010/11 abgewiesen werden, zwei aus Oberschelden und zwei aus anderen Schulbezirken. Einige Eltern hatten gestern Abend ins Bürgerhaus in Oberschelden eingeladen, um die Lage zu erörtern. Die Emotionen kochten hoch. Wie berichtet, könnten die Abweisungen verhindert werden, wenn das jahrgangsübergreifende Unterrichten eingeführt würde. Das hat die Lehrerkonferenz der Grundschule aber einstimmig abgelehnt.

Es wurde im Lauf des Abends deutlich, dass diese Entscheidung für die Zukunft der Schule von Bedeutung sein könnte. Denn in den nächsten Jahren gibt es nach dem jetzigen Modell jeweils nur eine Eingangsklasse, wie Karin Körper von der Stadtverwaltung sagte. Und im Siegener Süden gebe es immer überdurchschnittlich viele Eltern, die ihre Kinder an einer anderen Schule anmelden. Es bestehe das Risiko, dass in den kommenden Jahren einmal keine Eingangsklasse zustande komme. Schulleiterin Susanne Beyer begründete die Entscheidung damit, dass die Klassenlehrerin der jetzigen ersten Klasse, die dann gedrittelt werden müsse, gerade versuche, eine Klassengemeinschaft mit einer festen Bezugsperson aufzubauen. In zwei Jahren müssten die dann bestehenden Klassen wieder verändert werden. Das halte das Kollegium nicht für sinnvoll. Auf nochmalige Nachfrage sagte Beyer, es sei ein großes, vielschichtiges Konzept, das da eingeführt werden müsse, und das sei nicht in einem halben Jahr umsetzbar. „Das Rad muss man doch nicht neu erfinden“, sagte Dorina Heidler, eine der Oberschelder Mütter, die das Treffen organisiert hatte. „Die Konzepte gibt es doch schon.“ „Wieso haben die Lehrer die Macht, über so ein Konzept zu entscheiden?“, wunderte sich ein Mann. Auch die Klassengröße von 30 stieß auf Kritik. In der Schule gebe es generell Probleme, wurde gestern mehrmals von verschiedenen Eltern gesagt. Karin Körper war das neu; sie will sich damit auseinandersetzen. Mehrere Väter wetterten dagegen, dass Schulrat Volker Reichel vom Kreis Siegen-Wittgenstein keine Ausnahmegenehmigung zulassen will. Reichel sagte, er sehe keine Option für eine Ausnahme und müsse sich an die Bandbreite der Klassengrößen, mindestens 18 und höchstens 30 Schüler, halten. Schulrat Reichel sagte, das Land betrachte das jahrgangsübergreifende und das jahrgangsbezogene Unterrichten als pädagogisch gleichwertig. Ein Lehrerkollegium könne aber authentischer so unterrichten, wie es selbst es entscheide. Mehrere Oberscheldener erklärten, , ihr Kind von der Schule wieder abzumelden. Eine Abmeldung wurde bereits gestern überreicht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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