Verzicht: Am Aschermittwoch startet die Fastenzeit
Ärztin aus Siegen rät: Das Trinken nicht vergessen

Die meisten haben Erfahrung mit dem Fasten. 48 Prozent haben nach eigenen Angaben schön öfters für mehrere Wochen auf bestimmte Genussmittel oder Konsumgüter verzichtet, wie aus einer Umfrage der DAK-Gesundheit hervorgeht.
  • Die meisten haben Erfahrung mit dem Fasten. 48 Prozent haben nach eigenen Angaben schön öfters für mehrere Wochen auf bestimmte Genussmittel oder Konsumgüter verzichtet, wie aus einer Umfrage der DAK-Gesundheit hervorgeht.
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  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

ch Siegen/Olpe. Karneval ist am Aschermittwoch vorbei, in den christlichen Kirchen beginnt die Passionszeit bzw. die Fastenzeit. Die einen suchen im Verzicht die Zeit für sich selbst und den Glauben, andere verzichten in den nächsten sieben Wochen schlicht und einfach auf Alkohol, Zigaretten oder Fleisch.

Fastenzeit bis Karsamstag

Die Geschichte des Fastens ist eine religiöse Geschichte. Sie hat also Tradition, kommt in den meisten Weltreligionen vor. Die christliche Fastenzeit dauert von Aschermittwoch bis Karsamstag, geht also bis zum 11. April. Die Sonntage werden dabei übrigens nicht mitgezählt. Der Ansatz des Fastens ist auch bei den Gläubigen sehr unterschiedlich. Überregional hat z. B. die ev. Kirche ihre Fastenaktion in diesem Jahr unter das das Motto "sieben Wochen ohne Pessimismus" gestellt. Es wird aufgerufen, das Positive im Leben zu suchen und Zukunftsängste und Misstrauen zu überwinden. Gemeinsam mit der kath. Kirche und mit Umweltverbänden sind alle Christen zudem aufgerufen, vom 4. März bis zum 4. April im Rahmen der Aktion "Autofasten" möglichst oft den Wagen stehen zu lassen.

Lokale ökumenische Fastenwoche

Auf der lokalen Ebene sind u. a. der ev. Kirchenkreis Siegen und das Dekanat Siegen aktiv. Sie bieten eine  ökumenische Fastenwoche von Sonntag bis Freitag, 8. bis 13. März, an. Es geht um sieben Tage ohne feste Nahrung mit spirituellen Impulsen; ein Vortreffen findet am Freitag, 28. Februar, um 18 Uhr im Weidenauer  ESG-Zentrum statt, so Jasmin Maxwell-Klein vom Kirchenkreis.

Ran an die Kohlehydratreserven

Hierbei geht es um das klassische Fasten. Für eine bestimmte Zeit wird komplett und zum Teil auf Essen verzichtet. Viele versprechen sich davon Wohlbefinden, die "Reinigung" von Körper und Geist, es geht ihnen aber auch um Entspannung und Gewichtsreduzierung. Dr. Claudia Langer, Allgemeinmedizinerin aus Siegen: "Wenn der Körper auf keine oder weniger Nahrungsenergie bekommt, stellt er den Stoffwechsel um - er brennt auf Sparflamme. Der Organismus greift in der Folge seine Energiereserven an!" Mit anderen Worten: Es geht ran an die körpereigenen Kohlehydratreserven in Leber und Muskeln, Körpereiweiß und -fett.   

Trinken, trinken, trinken

Langer: "Ideal ist eine Fastenkur von sieben bis zehn Tagen". Sie rät: Beim Fasten regelmäßig und viel trinken. Bewegung sei immer gut, um den Muskelabbau vorzubeugen. Wer rigoros fasten wolle, müsse zuvor mit seinem Hausarzt sprechen, "das gilt natürlich auch bei Vorerkrankungen". Für Kinder, Schwangere und Stillende ist das Fasten tabu, so die Medizinerin.

Viele finden das Fasten gut

Die meisten haben im Übrigen Erfahrung mit dem Fasten. 48 Prozent haben nach eigenen Angaben schön öfters für mehrere Wochen auf bestimmte Genussmittel oder Konsumgüter verzichtet, wie aus einer Umfrage der DAK-Gesundheit hervorgeht. Dirk Heppe, lokaler Leiter der Krankenkasse in Siegen: "18 Prozent der Befragten fasteten bislang einmal, für 21 Prozent kommt das Fasten dagegen nicht in Frage, 12 Prozent könnten es sich vorstellen oder wollen es probieren." 

Süßigkeiten und Alkohol eher im Fasten-Fokus 

Von jenen, für die Fasten in Frage kommt, nannten laut Heppe jeweils 64 Prozent Süßigkeiten und Alkohol als die Dinge, auf die sie am ehesten verzichten würden. 38 Prozent gaben an, am ehesten kein Fleisch zu essen. Ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, befristet offline zu gehen und auf  Internet- und Computernutzung bzw. Smartphones und Spielekonsolen verzichten zu können. Auch das Rauchen (31 Prozent) und TV-Konsum (30 Prozent) werden von einem Drittel für verzichtbar gehalten. Auf das Auto würden nur 14 Prozent am ehesten verzichten.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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