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Brandstiftung im Gasthof Meier
Ärztinnen halten Angeklagten für nicht therapierbar

Ist der Angeklagte therapierbar oder nicht? Die Meinungen vor dem Landgericht Siegen gehen weit auseinander.
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  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mick Siegen. Es dauerte eine gute Stunde am Montag, dann waren die Zweifel der Kammer und des Staatsanwalts am Gutachten von Psychiater Dr. Thomas Schlömer deutlich erhärtet. Der Mediziner aus dem Sauerland hatte empfohlen, den Siegener, der bereits gestanden hat, im April für ein Feuer im Gasthof Meier verantwortlich zu sein, in einer Entziehungseinrichtung unterzubringen. Er zeigte sich überzeugt, dass dessen aktueller Zustand einer depressiven Phase entspricht, die sich stetig bessere. Der 56-Jährige könne erfolgreich therapiert werden.
Ärztinnen widersprechen Einschätzung des Gutachters
Ganz anders sahen das zwei Zeuginnen aus der Dortmunder LWL-Klinik, die den Angeklagten behandeln. Deren übereinstimmende Meinung: Der Mann ist im Moment nicht für eine Therapie geeignet.

mick Siegen. Es dauerte eine gute Stunde am Montag, dann waren die Zweifel der Kammer und des Staatsanwalts am Gutachten von Psychiater Dr. Thomas Schlömer deutlich erhärtet. Der Mediziner aus dem Sauerland hatte empfohlen, den Siegener, der bereits gestanden hat, im April für ein Feuer im Gasthof Meier verantwortlich zu sein, in einer Entziehungseinrichtung unterzubringen. Er zeigte sich überzeugt, dass dessen aktueller Zustand einer depressiven Phase entspricht, die sich stetig bessere. Der 56-Jährige könne erfolgreich therapiert werden.

Ärztinnen widersprechen Einschätzung des Gutachters

Ganz anders sahen das zwei Zeuginnen aus der Dortmunder LWL-Klinik, die den Angeklagten behandeln. Deren übereinstimmende Meinung: Der Mann ist im Moment nicht für eine Therapie geeignet. Damit rückte die Unterbringung in der Psychiatrie näher.
Oberärztin Dr. Silke Nüssler kennt den Angeklagten seit Juni. Verhalten und Zustand hätten sich seit der Aufnahme praktisch nicht verändert, stellte sie fest. Seit den Herbstferien sei es „sogar wieder schlimmer geworden“. Dem Angeklagten fehle weitgehend jeder Antrieb, er wolle am liebsten nur auf seinem Zimmer bleiben „und eine rauchen“. Zwischenzeitlich habe sie selbst jeden Morgen einen Spaziergang mit dem Mann unternommen, bis er in der Lage gewesen sei, sich selbst ein wenig im Freien zu bewegen. Das sei aber wieder vorbei. Wenn „mit einem Patienten nur über Frühstück und Duschen diskutiert werden muss“, habe der in einer Therapieeinrichtung nichts verloren, so Dr. Nüssler. Die Psychologin Vivien Braun hat im Rahmen von Tests eine unterdurchschnittliche Intelligenz beim Angeklagten festgestellt.
Beide Frauen gehen von einer hirnorganischen Veränderung aus, möglicherweise durch das Einatmen von zu viel Kohlenmonoxid bei den beiden Bränden verursacht. Im Augenblick, fasste Dr. Nüssler zusammen, gehe es „nur um Verwahrung und Tagesstruktur“. Am Zustand des Mannes könne nichts geändert werden.

"Eine hilflose Person"

Auf Nachfrage von Staatsanwalt Philipp Scharfenbaum, was denn mit dem Angeklagten sei, wenn die schützenden Wände und Strukturen der Klinik einmal weggedacht würden, hatte sie eine klare Antwort: „Eine hilflose Person, die unbedingt rauchen will.“
Am 2. Dezember geht es weiter, wahrscheinlich mit den Plädoyers – wobei Verteidiger Ihsan Tanyolu weitere Anträge nicht ausgeschlossen hat.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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