AfD-Demonstration in Berlin gestartet

Berlin (dpa) - Unter starken Sicherheitsvorkehrungen ist in Berlin eine Demonstration der AfD gestartet. Vor dem Hauptbahnhof versammelten sich nach Polizeiangaben mehrere tausend Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern. Gleichzeitig kommen mehrere Tausend Menschen zum Gegenprotest zusammen.

Die Anhänger der rechtspopulistischen Partei wollten unter dem Motto «Für Freiheit und Demokratie» zum Brandenburger Tor ziehen. Dort sollten die Parteivorsitzenden Jörg Meuthen und Alexander Gauland sprechen. Die AfD sprach von 5000 Demonstranten.

Mehrere Tausend Gegendemonstranten versammelten sich unterdessen vor dem Reichstagsgebäude. Auch an der Spree - gegenüber vom Hauptbahnhof - versammelten sich AfD-Gegner, die mit Rufen und Pfiffen ihren Unmut über die Demonstration äußerten. Auf Booten und Flößen wurden Spruchbänder gegen die AfD aufgezogen. Eine von Künstlern organisierte «Glänzende Demonstration» war von Berlin-Mitte zum Brandenburger Tor geplant. Linksradikale Gruppen hatten Blockaden angekündigt.

Gleichzeitig setzte sich ein vor der Berliner Clubszene organisierter Zug unter dem Motto «Hauptsache es knallt. AfD wegbassen» mit rund 30 Musikwagen in Richtung Straße des 17. Juni in Bewegung. Die Clubbetreiber hatten angekündigt, am Morgen die dann noch feiernden Menschen aus der Nacht zum Demonstrieren aufzufordern. Bei Facebook kündigten knapp 8000 Unterstützer ihre Teilnahme an.

Wie viele Menschen sich am Anti-AfD-Protest beteiligen werden, ist völlig unklar, es könnten mehr als 10.000 werden. Die Polizei ist auf einen Großeinsatz mit mehr als 2000 Polizisten aus zehn Bundesländern und von der Bundespolizei vorbereitet.

Das Anti-AfD-Bündnis «Stoppt den Hass» hatte angekündigt, die Strecke der Rechtspopulisten blockieren zu wollen. Erste derartige Aktionen könnten schon am Hauptbahnhof beginnen. Schon bei früheren Demonstrationen der AfD hatten immer wieder linke Protestierer versucht, Absperrungen der Polizei zu überwinden, um auf der Straße Sitzblockaden aufzubauen. Auch diesmal kündigten Aktivisten auf einer linksradikalen Internetseite an: «Wir rufen dazu auf, den AfD-Aufmarsch mit allen notwendigen Mitteln zu sabotieren.»

AfD-Vize Georg Pazderski hatte zuletzt mit Blick auf mögliche Zusammenstöße mit Gegendemonstranten gesagt, er habe volles Vertrauen in die Berliner Polizei. Diese sei «demonstrationserprobt».

Die Polizei sieht sich ihrem Auftrag verpflichtet, das Demonstrationsrecht durchzusetzen. «Die Versammlungsfreiheit gilt für alle», sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. «Jeder darf demonstrieren, wenn er sich an die Gesetze hält. Aber das muss jede Gruppe auch der anderen zugestehen.»

Zusammenstöße zwischen gewaltbereiten linksradikalen Demonstranten und der Polizei sind keineswegs ausgeschlossen. Ein Teil der Szene hält Angriffe und Übergriffe bei der Auseinandersetzung mit der AfD für legitim. Auf einer einschlägigen Internetseite brüsteten sich in den vergangenen Tagen Schreiber mit Sachbeschädigungen und Schmierereien an Büros oder Wohnhäusern von einzelnen AfD-Politikern. Im Gegenzug kursieren Gewaltankündigungen und -aufrufe von AfD-Anhängern gegen linke Gegendemonstranten im Internet.

Ankündigung der AfD

Ankündigung der Clubs

Aufruf auf Indymedia

Boote gegen AfD

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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