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Unionspolitiker schweigt zu AKK
AfD: Friedrich Merz redet in Siegen Klartext

Der öffentliche Auftritt von Friedrich Merz, gestern im Haus der Siegerländer Wirtschaft – nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer am Morgen überraschend verkündet hat, dass sie keine Kanzlerkandidatur mehr anstrebt und mittelfristig auch den Parteivorsitz abgeben will. Die Ironie der Geschichte: Vor sechs Jahren hatte „AKK“ hier ebenfalls eine Laudatio im Rahmen einer CDA-Veranstaltung gehalten, wenig später begann der politische Aufstieg der ehemaligen Ministerpräsidentin des Saarlandes. Foto: rt
  • Der öffentliche Auftritt von Friedrich Merz, gestern im Haus der Siegerländer Wirtschaft – nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer am Morgen überraschend verkündet hat, dass sie keine Kanzlerkandidatur mehr anstrebt und mittelfristig auch den Parteivorsitz abgeben will. Die Ironie der Geschichte: Vor sechs Jahren hatte „AKK“ hier ebenfalls eine Laudatio im Rahmen einer CDA-Veranstaltung gehalten, wenig später begann der politische Aufstieg der ehemaligen Ministerpräsidentin des Saarlandes. Foto: rt
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ch Siegen. An diesem Abend warten im Haus der Siegerländer Wirtschaft alle. Auf eine Antwort. Auf eine Aussage. Auf eine Ansage. Am Montagmorgen hatte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer überraschend verkündet, dass sie keine Kanzlerkandidatur mehr anstrebt und mittelfristig auch den Parteivorsitz abgeben will. Nun sind alle Augen auf den potenziellen CDU-Kanzlerkandidaten gerichtet. Blitzlichtgewitter der Fotografen, die etwa 80 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zücken ihre Smartphones.

Laudator bei CDA-Veranstaltung

Doch Friedrich Merz hört erst einmal zu. Erst dem prallen Blechbläser-Sound des Tuba-Libre-Duos der Philharmonie Südwestfalen. Dann den vielen Laudatoren, die der SMS-Group zur Verleihung des 14.

ch Siegen. An diesem Abend warten im Haus der Siegerländer Wirtschaft alle. Auf eine Antwort. Auf eine Aussage. Auf eine Ansage. Am Montagmorgen hatte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer überraschend verkündet, dass sie keine Kanzlerkandidatur mehr anstrebt und mittelfristig auch den Parteivorsitz abgeben will. Nun sind alle Augen auf den potenziellen CDU-Kanzlerkandidaten gerichtet. Blitzlichtgewitter der Fotografen, die etwa 80 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zücken ihre Smartphones.

Laudator bei CDA-Veranstaltung

Doch Friedrich Merz hört erst einmal zu. Erst dem prallen Blechbläser-Sound des Tuba-Libre-Duos der Philharmonie Südwestfalen. Dann den vielen Laudatoren, die der SMS-Group zur Verleihung des 14. Roswith-Oerter-Preises durch die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft gratulieren.

Später wird Merz betonen, dass es Familienunternehmen wie die SMS Group sind, die mit ihren Erfolgen Deutschland zur führenden Industrienation gemacht haben und dass sie diese Erfolge verbuchen konnten und können, weil Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang ziehen. Das Lob ist ausführlich, wird von dem Christdemokraten wie gewohnt eloquent vorgetragen.

Nach Kramp-Karrenbauer keine Kampfansage

Applaus. Fürs Dahlbrucher Unternehmen. Für die schönen Festakt-Worte. Dann werfen sich die Anzugträger – es sind kaum Frauen bei der CDA-Veranstaltung – fragende Blicke zu. Wann lässt er die Katze aus dem Sack? Gibt es ein Statement? Eine Kampfansage?

AfD: Keine Zusammenarbeit

Friedrich Merz lächelt die Fragezeichen weg. Ja, er steigt thematisch in die Bundespolitik ein, die Zuhörer spitzen die Ohren. Der Unionspolitiker erteilt einer Zusammenarbeit von CDU und AfD eine klare Absage. Thüringen sei „kein Weimar“ betont Merz, aber: „Es gibt keine Zusammenarbeit mit den Feinden unserer Demokratie. Was in der letzten Woche in Erfurt passiert ist, darf sich nie, nie, nie wiederholen!

Und: Er erneuert kaum verholen seine Kritik am Grundrentenkompromiss, der schon lange der C-Partei rumoren lässt. Im Streit mit der SPD um besagte Rente hat er seine Partei schon immer zu Härte aufgerufen. Die Grundrente sei ohne Bedürftigkeitsprüfung für Christdemokraten und CSU schlicht und einfach nicht akzeptabel, so der ehemalige CDU-Bundesvorsitzende.

Rückbesinnung auf Partei-Auftrag

Klare Kante, ein Positionierung. Und wie sieht es mit dem Streben des Politikers Merz nach dem Bundesvorsitz aus? Doch der Mann, der als „AKK“-Unterlegener politisch als erledigt galt, aber an der Parteibasis immer populärer wird, kehrt zurück aus Berlin ins Siegerland. Die Preisverleihung durch die CDA an ein renommiertes Familienunternehmen gebe durchaus „Anlass zur parteipolitischen Besinnung“. Merz erinnerte daran, dass die CDU als Partei ein Teil der Gesellschaft ist, mit dem Auftrag, bei der Meinungsbildung der Bürger mitzuwirken. Merz: „Nichts anderes steht in der Verfassung!“

35 Prozent plus X

Komme die CDU ihren Aufgaben nach, könne sie durchaus zu alter Stärke zurückfinden. Das Potenzial der Union liege sicher bei 35 Prozent plus X. Merz: „Wir brauchen in Deutschland eine starke politische Mitte, die um die großen Fragen in diesen stürmischen Zeit ringen und streiten kann.“

Noch einmal: Welche Rolle er selbst in dieser Partei einnehmen möchte? Die Frage hängt noch immer unbeantwortet in der Luft. Doch Merz präsentiert sich bei der Feierstunde nicht nur als kenntnisreicher Wirtschaftspolitiker, sondern auch als knallharter Stratege. Kein Ton zu Annegret Kramp-Karrenbauer, keine Wort zu seinen Ambitionen: „Wir diskutieren die Lage der Partei jetzt hinter verschlossenen Türen und nicht in der Öffentlichkeit!“

Dabei ist der Redebedarf an der Basis in der Tat da. Ein Teil der Teilnehmer des CDA-Festakts lobt die klaren Wort des Christdemokraten, bezeichnet ihn „als längst überfällige Führungsfigur“. Der andere Teil argwöhnt schon wieder Konflikte, „Merz polarisiert, Laschet kann da viel besser integrieren“.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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