»Alcopops« dürfen nicht an Jugendliche verkauft werden

Städtischer Jugendschutz warnt vor den süßen Fertig-Cocktails

sz Siegen. Auf die Gefahren neuer branntweinhaltiger Mischgetränke, den so genannten »Alcopops«, hat jetzt der Kinder- und Jugendschutz der Stadt Siegen hingewiesen Die alkoholhaltigen süßen Limonaden mit 4 bis 5,5 Volumen-Prozent Alkohol in poppiger Aufmachung lägen zur Zeit voll im Trend. Nach Bier rangierten sie an zweiter Stelle in der Beliebtheitsskala der 13- bis 15-Jährigen. Vor allem junge Mädchen favorisierten »Alcopops« auf Grund ihres süß-fruchtigen Geschmacks, erklärte Monika Massenhove vom städtischen Jugendschutz, da dieser den bitteren Alkoholgeschmack überdecke.

Hier sei auch die besondere Gefahr der bunten Fertig-Cocktails zu sehen. Durch Süßungsmittel und bestimmte Aromen in den »Alcopops« würden junge Menschen zum regelmäßigen Konsum verführt und somit frühzeitig an Alkohol gewöhnt. Laut der hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger seien »Alcopops« keine Fruchtsäfte, sondern potenzielle Einstiegsdrogen für Heranwachsende. Auch Ralf Schneider, Direktor einer hessischen Suchtklinik, warne vor den »süßen Verführern«, die die Menschen dann zum Alkohol brächten, wenn sie besonders anfällig seien. Bei 15-Jährigen reichten laut Schneider manchmal fünf bis sechs Monate aus, um sie zu Alkoholikern zu machen.

Obwohl die verführerischen Mixturen laut Gesetz nicht an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben werden dürften, tränken 13- bis 15-Jährige, so die Verbraucherorganisation »foodwatch«, die Mischgetränke auf der Basis von Rum, Wodka oder Whiskey regelmäßig. Mit Hilfe von frecher Werbung, die durch »coole« Musik, Spaß und Unbeschwertheit gekennzeichnet sei, würden vor allem junge Verbraucher angesprochen.

In der Schweiz, so die Stadt Siegen weiter, hätten die Eidgenössischen Räte aufgrund eines massiv gestiegenen Konsums der »Alcopops« (2001: 28 Millionen Flaschen, 2002: 40 Millionen Flaschen) beschlossen, die Steuer auf alkoholische Süßgetränke zu vervierfachen, um so die Jugendlichen am Verbrauch zu hindern. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, sehe ebenfalls dringenden Handlungsbedarf. Sie habe Gesprächsbedarf mit der Getränkeindustrie angemeldet und die Länder und Gewerbeaufsichtsämter zu härteren Kontrollen aufgefordert. Eine von Caspers-Merk in Auftrag gegebene Studie solle zudem den »Alcopops«-Konsum von Minderjährigen in Deutschland prüfen. Bei einem negativen Ergebnis der Studie plane die Suchtbeauftragte weitere Schritte wie eine Sondersteuer oder eine hohe Pfandbelegung.

Der Kinder- und Jugendschutz der Stadt Siegen weist noch einmal darauf hin, dass die Abgabe von branntweinhaltigen Getränken an Jugendliche unter 18 Jahren nach dem Jugendschutzgesetz verboten ist.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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