Alex K. hat sich ergeben

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ch/kalle/yer - Mitten in Siegen lief seit dem Mittwochmorgen ein Großeinsatz der Polizei. Hubschrauber kreisten über dem Rosterberg, Sondereinsatz-Kommandos (SEK) aus Bonn und Düsseldorf waren mit angerückt: Der von der Polizei gesuchte Alex K. hatte sich in einem Sechsfamilienhaus in der Charlottenstraße verschanzt. Mal tauchte er in seiner blauen Bomberjacke auf dem Balkon der Wohnung auf, mit einem russischen Sturmgewehr des Typs AK 47 (Kalaschnikow) über der Schulter und einer Pistole in der Hand. Mal war er nur kurz hinter einem der Fenster zu sehen. Der Siegener hatte vom Balkon aus um sich geschossen, die Kugeln fanden glücklicherweise kein Ziel. So hielt er die Stadt den ganzen Tag über in Atem - bis er von SEK-Mitgliedern am Abend festgenommen werden konnte. Alex K. hatte sich nach gutem Zureden der Angehörigen und von Polizei-Psychologen ergeben. Nach dem Zugriff der Polizei wurde die Wohnung gründlich durchsucht, die Beamten fanden zahlreiche scharfe Waffen und Messer.

Stadt in Atem gehalten

Die Polizei, ebenfalls schwer bewaffnet und mit Schutzwesten gesichert, hatte den Bereich um das Haus und ganze Straßenzüge im Leimbachtal weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Wohnhäuser mussten evakuiert werden, die Anwohner waren aufgefordert worden, in den Wohnungen zu bleiben. Passanten, die immer wieder auf den Straßen - etwa in der Ziegelwerkstraße - auftauchten, wurden flugs von den Bürgersteigen geholt. In der Aula des Lyz in der Siegener St.-Johann-Straße wurde von den Maltesern eine Sammelstelle eingerichtet.
Den gesamten Tag über wurden laufend neue Einsatzkräfte angefordert, Hundertschaften wurden u.a. am Leimbachstadion "geparkt". Mindestens 60 Frauen und Männer waren unmittelbare Nähe des Hauses im Einsatz. Ein Fahndungs- bzw. Sicherungsring konnte jederzeit eingerichtet werden, falls der 28-Jährige es schafft, aus dem Haus zu flüchten. Wegfahrsperren mit scharfen Spikes sind auf dem Asphalt ausgelegt worden.

28-Jähriger schoss in die Luft

Der 28-Jährige hatte bereits zuvor geschossen. Nach bisherigen Erkenntnisse suchten zwei Siegener Ermittler am Morgen, gegen 10.30 Uhr, Alex K. am Arbeitsplatz auf. Er sei im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz als Tatverdächtiger benannt worden, erklärte das Polizeipräsidium in Dortmund, das die Einsatzleitung übernommen hatte. Der Mann soll nach SZ-Informationen zudem einer Bande von Autoschiebern angehören, die am Montag aufgeflogen ist. Die Autodiebe sollen Luxusautos im Köln-Bonner Raum und in den Niederlanden gestohlen haben. Ein SEK der Polizei hatte in diesem Zusammenhang einen 31 Jahre alten Siegener in einem Neunkirchener Industriegebiet festgenommen (die SZ berichtete gestern).
Doch der Festnahme-Versuch am Mittwoch missglückte. Der Siegener bedrohte die Beamten mit einer Schusswaffe, schoss in die Luft und flüchtete anschließend mit den Dienstwaffen der Polizisten. Verletzt wurde niemand. Er floh nach Hause, wie die Beamten nur kurz nach der Einleitung der Großfahndung feststellten.

Ausbildungsmesse findet statt

Nicht nach Hause konnten die Grundschüler der Adolf-Diesterweg-Schule und die Mädchen und Jungen des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums zunächst. Die Schulleitungen hatten die Anweisung bekommen, keinen mehr aus den Gebäuden zu lassen. Am späten Nachmittag konnten die Eltern dann ihre Kinder abholen - persönlich. Anders ergeht es den Kindern und Erzieherinnen des Kindergartens St. Peter und Paul: Sie müssen weiterhin in der Kita ausharren.
Der Busverkehr zu den Schulen bzw. zum Jung-Stilling-Krankenhaus war zuerst über die Hengsbachstraße umgeleitet worden, am Nachmittag gaben die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd dann die Einstellung des Busverkehrs durch das Leimbachtal und auf den Rosterberg bekannt. Die große, für zwei Tage angesetzte Ausbildungsmesse in der Siegerlandhalle findet, nach einer kurzen Unterbrechung, trotz des Großeinsatzes und entgegen anders lautenden Gerüchten statt!
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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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