„Alles hat eine Kehrseite!“

sz Siegen. Gute Entwicklungen, schlechte Entwicklungen: Die IG-Metall Siegen-Wittgenstein zog gestern für das vergangene Jahr Bilanz. Während die Gewerkschaft sich und ihre Mitglieder im heimischen Kreis gut aufgestellt sieht – 2009 hat die IG Metall ihren Mitgliederstand von über 25000 stabilisiert –, haben die Arbeitnehmer im Allgemeinen in den Betrieben der Region – je nach Branche – so ihre Probleme. Immerhin: Im Wirtschaftskrisenjahr 2009 sei der befürchtete „Supergau“ beim Beschäftigungsabbau verhindert worden, erklärte der erste Bevollmächtigte, Hartwig Durt. Zumindest in Siegen-Wittgenstein. Und nicht nur wegen des „sinnvollen Instrumentes“ Kurzarbeit, für das Durt eine Verlängerung forderte: Schließlich würden Firmen, die erst im laufenden Jahr Kurzarbeit nutzten, schlechter gestellt als Unternehmen, die bereits im vergangenen Jahr das Instrument in Anspruch genommen haben.

U. a. habe die gemeinsame „Task-Force“ von Gewerkschaft und Verband der Siegerländer Metallindustriellen gut gegriffen: So habe der Tarifvertrag „Arbeitnehmertausch“ – mit der Option der Mitarbeiterverschiebung zwischen den Unternehmen – in der Metall- und Elektroindustrie (M-&-E) 300 Mal funktioniert und Arbeitsplätze erhalten. „Außerdem konnten viele befristet Beschäftigte in den Betrieben gehalten werden“, so Durt, weil entsprechende Tarifverträge abgeschlossen worden sind. Unter dem Strich seien in den vergangenen zwölf Monaten in den hiesigen M-&-E-Betrieben „nur“ etwa 350 Stellen gestrichen worden – davon rund 190 in zwei stillgelegten Unternehmen. Durt: „Ein Beleg dafür, dass Belegschaften mit Betriebsrat und gewerkschaftlicher Organisation klar im Vorteil sind!“

Aber: „Alles hat eine Kehrseite“, so der Funktionär bezüglich der Verlierer der Krise, die es trotz aller Bemühungen der Akteure des regionalen Arbeitsmarktes gibt. Leiharbeiter seien gleich zu Beginn der Krise im großen Stil entlassen worden. Sie stünden ohne Kurzarbeit, Sozialplan und Abfindungen da. Viele der Betroffenen landeten direkt wieder bei Hartz-IV. Außerdem sei die Arbeitslosigkeit vor allem bei den unter 25-Jährigen (plus 30 Prozent) und bei den über 50-Jährigen (ebenfalls plus 30 Prozent) angestiegen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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