Als Eichhörnchen »ab in den Süden«!

Sportfr. Siegen sind wieder reiselustig:

Feichtenbeiner: »Stecken nach wie vor mitten im Abstiegskampf« / Trainer trifft alte Bekannte

rege Siegen. »Ab in den Süden ...« Der Sommerhit des Jahres 2003 war für den Fußball-Regionalligisten Sportfr. Siegen noch vor zwei Wochen alles andere als ein Hit, denn bis zu jenem historischen 2:0-Sieg beim FC Augsburg war den »Sportfreunden« nach Fahrten in den Süden der Republik nie nach Feiern zumute. Das hat sich am 25. Oktober jedoch schlagartig geändert, und deshalb ist die Reiselust bei den Siegenern vor der Fahrt in die knapp 14000 Einwohner zählende Stadt Pfullendorf so groß wie schon seit Monaten nicht mehr.

Nach der »Super-Woche« mit dem ersten Regionalliga-Auswärtssieg seit 451 Tagen, dem spektakulären DFB-Pokal-Spiel gegen Greuther Fürth und dem 3:1-Erfolg über die ambitionierte TSG Hoffenheim als krönendem Abschluss tritt »Sportfreunde«-Trainer Michael Feichtenbeiner aber erst einmal kräftig auf die Euphoriebremse – und der Blick auf die nackten Zahlen, die Tabelle, gibt ihm vollkommen recht: Die Siegerländer sind trotz des »Sechsers« aus den letzten zwei Meisterschaftsspielen nur einen Punkt vom ersten Abstiegsplatz entfernt! »Wir haben unsere Krise gemeinsam gemeistert, stecken aber nach wie vor mitten im Abstiegskampf. Dieses Bewusstsein muss sich die Mannschaft verinnerlichen. Wie die Eichhörnchen wollen wir bis Weihnachten noch fleißig Nahrung in Form von Punkten sammeln. Aber in Pfullendorf, einen Punkt zu holen, das wird schon schwer genug«, könnte Feichtenbeiner morgen durchaus auch mit einem Remis leben.

Feichtenbeiner erfüllte seine Mission

Der Trainer muss wissen, wovon er spricht, schließlich hat er selbst schon einmal in der südbadischen Fußball-Hochburg gearbeitet. In der Saison 1998/99 bewahrte der Schwabe den SCP vor dem Abstieg aus der damals noch viergleisigen Regionalliga. Nachdem die Pfullendorfer 1998 den Aufstieg in die 3. Liga geschafft hatten, hatten sie in der neuen Klasse »Akklimatisierungsprobleme«. Nach sechs Spieltagen zierte die Mannschaft aus dem Landkreis Sigmaringen mit lediglich einem Punkt das Tabellenende der Regionalliga Süd. Daraufhin musste »Aufstiegscoach« Dieter Rinke seine Koffer packen, und als »Retter in der Not« kam Feichtenbeiner zu dem SC. Der Schwabe erfüllte seine Mission, brachte mit 37 Punkten und einem Torverhältnis von 38:37 den Klassenerhalt unter Dach und Fach und »erlag« nach Saisonende – trotz längerfristigem Vertrag beim SC Pfullendorf – einem Angebot des damaligen Zweitligisten Kickers Stuttgart.

Obwohl der »Sportfreunde«-Coach den Club aus dem Linzgau vor mehr als vier Jahren verlassen hat, wird er morgen Abend viele »alte Bekannte« wiedersehen. Torhüter Ralf Hermanutz, Alexander Schnetzler, Patrick Hagg, Ingo Backert, Marko Barlecaj – sie alle spielten in der Saison 1998/99 bereits für die Süddeutschen und wollen ihrem Ex-Trainer bestimmt zeigen, was sie in den vergangenen Jahren noch alles gelernt haben. Und Feichtenbeiner hat durchaus Respekt vor den Kickern, die einst nach seiner Pfeife tanzten: »Hermanutz ist ein überragender Torhüter, die Vierer-Abwehrkette davor funkitioniert gut, Schnitzler und Hagg sind im Mittelfeld mittlerweile das Herz der Mannschaft, und Alexander Blessin, den ich noch aus meiner Zeit bei den TSF Ditzingen kenne, hat mittlerweile schon sieben Tore erzielt und scheint somit im Sturm in die Fußstapfen des zur SpVg Unterhaching gewechselten Mark Römer treten zu können.«

»Sportfreunde«-Lazarett lichtet sich

Dass die Oberschwaben am vergangenen Sonntag bei den Amateuren des FC Bayern Lehrgeld zahlen mussten und mit 1:5 baden gingen, wollte Feichtenbeiner nicht überbewerten, da die Münchener – wie auch gegen Siegen – einige Bundesliga-Profis einsetzten (u.a. Willy Sagnol und Tobias Rau). Froh ist der Coach, dass sich bei Siegen das Lazarett langsam wieder lichtet, denn Timo Schlabach, Matthias Straub und Peter Nemeth scheinen den 90-Minuten-Einsatz gegen Hoffenheim gut überstanden zu haben. Zudem ist Jens Truckenbrod wieder fit und auch Sascha Bäcker sowie Eric Lukin nehmen wieder am Training teil. Keeper Andreas Koch konnte wegen einer Grippe gestern zwar nicht trainieren, dürfte aber morgen dennoch zwischen den Pfosten stehen. Nachdem der SFS-Kader gegen die TSG Hoffenheim nur 16 Akteure umfasste, wird der »Sportfreunde«-Busfahrer heute Mittag mit einem 18-Mann-Kader plus Trainer, Betreuer und Funktionäre in Richtung Bodensee aufbrechen.

Apropos Busfahrer: Der sollte morgen Abend eine CD mit »Ab in den Süden ...« griffbereit haben, denn vielleicht wird der Song von »Buddy vs. DJ The Wave« mit etwas Verzögerung ja doch noch ein Hit bei den Sportfr. Siegen. »Ich rette den Tag, ich sag: Ab geht die Party und die Party geht ab!« Das wäre nach einem Sieg »tief im Süden« Deutschlands auf der rund siebenstündigen Fahrt gen Norden sicher der Herbsthit im »Sportfreunde«-Bus ...

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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