30 Jahre Flugzeugpatenschaft
Als Siegen das Fliegen lernte

Juni 1990: Die erste "Siegen"-Maschine wird getauft - eine Boeing. Zum Festakt spielte die Jugendmusikschule Siegen auf.
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  • Juni 1990: Die erste "Siegen"-Maschine wird getauft - eine Boeing. Zum Festakt spielte die Jugendmusikschule Siegen auf.
  • Foto: Kalle Schlabach
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

Am 6. Juni 1990 übernahm die Stadt Siegen die Patenschaft über ein Flugzeug der Lufthansa. Die Siegener Zeitung blickt zurück auf diese 30 Jahre währende Verbundenheit - und hat vor dem Coronalockdown exklusiv hinter die Kulissen eines Langstreckenflugs mit der aktuellen "Siegen"  geblickt. 

js Siegen/Köln. Ruhig ist es geworden am Firmament. Die Corona-Pandemie hat die Welt zum Sinkflug verdonnert. Nur selten zieht noch ein Flugzeug über den bis Mitte März noch stark kondensgestreiften Himmel. Zumeist, das zeigt der Blick auf eine entsprechende App, sind es Frachtflugzeuge, die aus Fernost im Landeanflug den Flughafen Köln/Bonn ansteuern, die da oben die Blicke auf sich ziehen. Genau in diese etwas flugberuhigten Zeiten fällt ein runder "Geburtstag": Seit 6. Juni 1990 ist die Stadt Siegen Patin einer Lufthansa-Maschine. 30 Jahre sind seither vergangen, viel Zeit zum Flugmeilensammeln. 

Es war Siegens Bürgermeisterin Hilde Fiedler, die seinerzeit mit Champagner auf dem Köln/Bonner Flughafen an einer Boeing 737-300 zur Tat schritt.  "Ich taufe dich auf den Namen der Stadt Siegen und wünsche dir und deinen Passagieren allzeit guten Flug", wird die ehrenamtliche Bürgermeisterin (verstorben 2011) in der SZ vom Folgetag zitiert. In der Werfthalle des Airports im Rheinland ließ sie den Champagnerkorken fliegen und unterzeichnete für die Krönchenstadt eine Taufurkunde. 

Boeing 737 für 108 Passagiere

Bei der Maschine handelte es sich um eine Boeing 373 mit der Kennung D-ABXD, die bereits seit fast vier Jahren für die Kranich-Airline durch die Lüfte gezogen war und bis zu 108 Passagieren Platz bot und die bis zu 4300 Kilometer Reichweite hatte. Bei der Feierstunde handelte es sich übrigens um eine Doppeltaufe, bei der auch ein Airbus A 320 den Namen "Troisdorf" erhielt. Dr. Heiko Lange, damaliges Vorstandsmitglied der Fluggesellschaft, betonte damals: "Die Lufthansa identifiziert sich mit den Städten, deren Namen ihre Jets in die ganze Welt tragen." Eine solche Patenschaft schaffe bleibende Kontakte zu den Städten und ihren Bürgern. 

Siegener Flugbegleiterinnen an Bord

Nach der Taufe flog Pilot Ulrich Schiller nach Frankfurt, wo die "Siegen" für ihren nächsten Einsatz erwartet wurde. Mit an Bord waren Beate Krah und Francisca Mesa - zwei Flugbegleiterinnen (damals noch "Stewardessen" genannt), die tatsächlich in Siegen lebten.  Die Boeing mit dem Namen der Krönchenstadt kam auf innereuropäischen Flügen zum Einsatz. Inzwischen ist "Siegen" aber sehr viel internationaler unterwegs. Seit dem 4. September 2004 steht der Name der Stadt auf einer stattlicheren Maschine, einem Airbus 330-300 mit der Kennung D-AIKD. Eingesetzt wird der Flieger in erster Linie auf Langstreckenflügen zu Metropolen in Afrika, Asien und Nordamerika. Seit 2018 ist die Maschine im neuen Lufthansa-Markendesign (weißer Kranich auf blauem Grund) lackiert.

"Siegen" verbindet Kontinente (mit Video)

Flugzeug-Patenschaften seit 1960

Patenschaften von Städten und Bundesländern haben bei der Lufthansa Tradition. 1960 wurde erstmals eine Maschine getauft. „Dabei stand für die Lufthansa der Gedanke, die Verbundenheit zum Heimatstandort Deutschland jenseits der großen Drehkreuze und Standorte in die Regionen zu tragen, aus denen ein Großteil der Passagiere und Mitarbeiter kommt“, erklärt Unternehmenssprecher Dr. Jörg Waber. Inzwischen gibt es aufgrund internationaler Passagierströme auch Namen wie „Peking“, „Zürich“ oder „Johannesburg“. Bei der Vergabe der Namen orientiere sich die Lufthansa „an der historischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des jeweiligen Paten-Ortes“. Je größer die Stadt und ihre Bedeutung, desto größer der passende Flugzeugtyp: Mit dem Airbus 330-300, der seit 2004 den Namen "Siegen" trägt, befindet sich die kleine Groß- und Patenstadt Siegen damit im soliden Mittelfeld.

Von Corona-Krise nicht geerdet

Die Corona-Krise sollte auch der D-AIKD  sehr viel mehr Zeit als üblich auf dem Boden bescheren. Als die Siegener Zeitung Mitte Februar für eine Reportage mit der "Siegen" von Frankfurt in die Wüstenmetropole Dubai startete, ahnte noch niemand, welch turbulente Zeiten auch die Luftfahrt und damit die Lufthansa erwarten sollte. Ganz "geerdet" blieb die "Siegen" indes nie, zu den Flugzeugen, die seit Wochen auf ruhenden Start- und Landebahnen geparkt sind und immer wieder in Nachrichtensendungen zu sehen sind, gehört sie offensichtlich nicht.

"Siegen" sammelt Passagiere ein

Im April war sie zunächst im Einsatz, um Passagiere in ihre Heimatländer zurückzufliegen - seither ist die von ihr bediente Strecke ausgesprochen eintönig. Immer wieder pendelt geht es über den Atlantik, pendelt sie zwischen ihrem Heimatflughafen Frankfurt und Newark bei New York. Es bleibt abzuwarten, wann die "Siegen" wieder richtig flügge wird und wieder die Malediven, Almaty, Lagos, Seattle oder Dallas ansteuert.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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