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Risikogruppen für Lehrer neu definiert
Alter allein keine Entschuldigung

Nach und nach füllen sich die Schulen wieder: Ab jetzt sind auch große Teile der in den vergangen Wochen nicht eingesetzten Lehrer wieder im Unterricht. Es reicht nicht mehr aus, zu einer grob definierten Risikogruppe zu gehören.
  • Nach und nach füllen sich die Schulen wieder: Ab jetzt sind auch große Teile der in den vergangen Wochen nicht eingesetzten Lehrer wieder im Unterricht. Es reicht nicht mehr aus, zu einer grob definierten Risikogruppe zu gehören.
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js Siegen/Olpe/Bad Berleburg. Die Lehrerzimmer an den nordrhein-westfälischen Schulen dürfen ab dieser Woche wieder etwas voller werden. Die Risikogruppen, die seit der schrittweisen Wiederaufnahme des Unterrichts bislang außen vor blieben, sind mit dem Start in den Juni weniger grob und generell festgelegt. Wer weiterhin aus Gründen des eigenen Gesundheitsschutzes nicht für den Präsenz-Unterricht vor eine (wenn auch verkleinerte) Klasse treten darf, muss zunächst ein ärztliches Attest vorlegen.

In der ursprünglichen Regelung, kommuniziert in der 15. Schulmail vom 18. April, war eine recht groß gefasste Personengruppe vom Präsenzunterricht befreit – darunter Lehrer mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Asthma und Diabetis mellitus.

js Siegen/Olpe/Bad Berleburg. Die Lehrerzimmer an den nordrhein-westfälischen Schulen dürfen ab dieser Woche wieder etwas voller werden. Die Risikogruppen, die seit der schrittweisen Wiederaufnahme des Unterrichts bislang außen vor blieben, sind mit dem Start in den Juni weniger grob und generell festgelegt. Wer weiterhin aus Gründen des eigenen Gesundheitsschutzes nicht für den Präsenz-Unterricht vor eine (wenn auch verkleinerte) Klasse treten darf, muss zunächst ein ärztliches Attest vorlegen.

In der ursprünglichen Regelung, kommuniziert in der 15. Schulmail vom 18. April, war eine recht groß gefasste Personengruppe vom Präsenzunterricht befreit – darunter Lehrer mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Asthma und Diabetis mellitus. Unabhängig von diesen Vorerkrankungen waren die über 60-Jährigen prinzipiell „raus“, es sei denn, sie kamen freiwillig. Ein Beschäftigungsverbot galt zudem für Schwangere. Lehrer, die pflegebedürftige Angehörige mit Vorerkrankungen im häuslichen Umfeld betreuen, blieben ebenfalls der Schule fern.

25 bis 40 Prozent der Lehrer fielen aus

Wie deutlich die Auswirkungen dieser Grenzverschiebung sein wird, muss sich noch zeigen. Die Bezirksregierung Arnsberg wagt keine genaue Prognose. Laut Behördensprecher Christoph Söbbeler betraf die bisherige Regelung etwa 25 Prozent der Lehrer im Land – wer von ihnen nun ein Attest vorlege, müsse sich zeigen.

Die SZ fragte exemplarisch bei einigen Schulen in der Region nach, welche personellen Auswirkungen der Erlass für sie bedeutet. Das Gymnasium Wilnsdorf liegt ziemlich genau im NRW-Trend: Laut Schulleiter Sören Leopold musste es zuletzt auf ein Viertel der Lehrer verzichten. Die neue Regelung mache den Weg frei für sechs bis sieben Kollegen. „Das hilft uns ungemein weiter“, berichtet Leopold. Jeder anwesende Kollege sei sehr stark eingebunden, auch in den zusätzlich benötigten Aufsichten.

Die der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Siegen musste auf ein Drittel ihrer etwa 100 Lehrer verzichten. Schulleiter Dr. Mario Vallana rechnet damit, dass nun die Hälfte dieser Kollegen wieder mit an Bord sein wird. An der Carl-Kraemer-Realschule in Hilchenbach bedeutet die neue Regelung eine deutliche Verbesserung: Statt fast 40 Prozent zählten jetzt knapp über 10 Prozent noch zur Risikogruppe, sagt Rektor Joachim Steinebach. „Die zurückkehrenden Kolleginnen und Kollegen übernehmen meist wieder ihre Klassen bzw. Hauptfächer.“ Damit entlasteten sie die Lehrer, die sie bisher vertreten hätten. Auch bei Notbetreuungen und Aufsichten kämen sie zum Einsatz.

Über 60-Jährige unterrichteten freiwillig

Mechthild Ermert-Heinz, Leiterin der gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen, nannte keine Zahlen. An ihrer Schule freuten sich die Kollegen, wenn sie endlich wieder ihre Schüler persönlich sehen könnten. Auch viele derjenigen, die zu Hause hätten bleiben dürfen, seien bereits in den vergangenen Wochen gekommen. Bei den anderen lägen bereits ärztliche Bescheinigungen vor. „Ich rechne also nicht mit einem dramatischen Unterschied in der kommenden Woche.“

Auch das Städtische Gymnasium Olpe erwartet nichts Neues durch die Risikogruppenbewertung. Schulleiter Holger Köster sieht sich in der glücklichen Lage, dass sein junges Kollegium kaum betroffen war von den Einschränkungen der vergangenen Wochen. Lediglich drei schwangere Kolleginnen mussten ausgeplant werden. Die über 60-Jährigen seien allesamt freiwillig zum Präsenzunterricht gekommen.

Corie Hahn, Direktorin des Städtischen Gymnasiums in Bad Laasphe, musste bis vergangene Woche auf etwas mehr als ein Drittel der Kollegen verzichten. Sie geht davon aus, dass die neue Risikogruppenbewertung das Team wieder auf den normalen Stand bringt. Das erleichtere die Planung, insbesondere könne dadurch der Fächerkanon größer werden.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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