Altes Haus nicht zu retten

 Im März 2017 mussten die Reste des Forsthauses Dödesberg abgerissen werden. Hier machte ein Teileinsturz ein Eingreifen des Kreises notwendig. Archivfoto: Timo Karl   An dieser Stelle in der Bad Laaspher Altstadt wird bald eine Lücke entstehen, denn das Haus Königstraße 29-31 wird auf Anordnung des Kreises spätestens im Frühjahr abgerissen, um die Sicherheit der Nachbarhäuser zu gewährleisten. Fotos (2): Björn Weyand   Zum Steinweg hin befindet sich ein weiterer Gebäudeteil – ebenfalls marode.
  • Im März 2017 mussten die Reste des Forsthauses Dödesberg abgerissen werden. Hier machte ein Teileinsturz ein Eingreifen des Kreises notwendig. Archivfoto: Timo Karl An dieser Stelle in der Bad Laaspher Altstadt wird bald eine Lücke entstehen, denn das Haus Königstraße 29-31 wird auf Anordnung des Kreises spätestens im Frühjahr abgerissen, um die Sicherheit der Nachbarhäuser zu gewährleisten. Fotos (2): Björn Weyand Zum Steinweg hin befindet sich ein weiterer Gebäudeteil – ebenfalls marode.
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bw - Es ist ein relativ unscheinbares Fachwerkhaus, das sich in die Fassadenfront der Bad Laaspher Königstraße einfügt. Andere Gebäude in der Altstadt sind auffälliger; trotzdem wird dieses Haus mit den beiden Hausnummern 29 und 31 eine Lücke hinterlassen, denn das mittlerweile einsturzgefährdete Bauwerk soll im Frühjahr abgerissen werden – falls der Winter kein vorzeitiges Eingreifen nötig machen sollte. Den Abriss hat der Kreis Siegen-Wittgenstein als Bauaufsicht angeordnet. Denn es ist Gefahr in Verzug.

„Das Haus ist teilweise in einem desolaten Zustand“, erklärt Olaf Vetter, Amtsleiter für die Bereiche Bauen und Immissionsschutz im Kreishaus. Seit vielen Jahren ist die Immobilie unbewohnt, der Eigentümer habe kein Geld gehabt, um notwendige Instandhaltungsmaßnahmen zu bezahlen. Ein Verkauf sei aber auch kein Thema gewesen, „er hängt an dem Haus“, weiß Olaf Vetter. Im Frühjahr diesen Jahres nahm die Behörde das Haus, das sich beim Blick von außen schon offenkundig in keinem guten Zustand befindet, innen unter die Lupe. Das Dach ist undicht, das Wasser hat sich seinen Weg ins Gebäudeinnere gebahnt – mit den entsprechenden Folgen für die Bausubstanz. Ein Schrank habe als Stütze für Deckenbalken gedient, erzählt Olaf Vetter. Von der Firma Berge-Bau hat sich die Behörde ein paar Stützen geliehen, um die Decke gegen einen Einsturz zu sichern. Der Kreis fragte nach der Begehung insgesamt 16 Fachbetriebe an, um Angebote für die Sanierung des Dachgebälks einzuholen. „Zwei haben es sich mal angesehen, ein Angebot wollte keiner abgeben“, verrät der Amtsleiter. Zum undichten Dach gesellen sich Löcher im Boden hinzu. Fazit: Das Haus, das in dem ältesten Teil wohl um die 200 Jahre alt sein dürfte, jedoch nicht unter Denkmalschutz steht, ist nicht mehr zu retten.

Letztlich sei die Entscheidung, den Abriss per Ersatzvornahme anzuordnen, das letzte Mittel und „nicht schön“, wie es Olaf Vetter formuliert. Aber zur Sicherung der umliegenden Nachbargebäude gab es zu dieser Anordnung keine Alternative. Die Kosten für den Abriss muss nun die Allgemeinheit tragen, der Kreis könnte sich nur beim Verkauf des Grundstücks vielleicht einen Teil des Geldes wiederholen. Die Ausschreibung für die Abrissarbeiten läuft, zu Beginn des neuen Jahres will der Kreis die Maßnahme vergeben. Es ist der erste Fall dieser Art seit dem notwendigen Abriss des alten Forsthauses Dödesberg. Hier allerdings werde die Durchführung schwieriger, als es bei der damaligen Schrottimmobilie an der B 480 bei Girkhausen der Fall war, stellt Olaf Vetter im Gespräch mit der SZ klar: Am Dödesberg hatte der Abrissbagger viel Platz, aber in der dicht bebauten Bad Laaspher Altstadt muss das Haus von oben Stück für Stück abgetragen werden, um die umliegenden Gebäude nicht zu beschädigen. Der Kreis hat übrigens die schmalen Durchgänge zu den Nachbarhäusern gesperrt.

Für Sicherungsmaßnahmen an Gebäuden im Privatbesitz hat der Kreis entsprechende Mittel im Haushalt – allerdings ist es ein schmales Budget. Dabei gibt es andere Immobilien, wo künftig ähnliche Ersatzvornahmen drohen: etwa beim verfallenen „HT“ in Rüppershausen oder beim maroden Hotel „Ederkopf“ in Benfe. „Wir hatten mal an einem Fonds für den Abriss überlegt“, sagt Olaf Vetter, „aber die Kosten sind nicht kalkulierbar.“ Der Abriss an sich sei nicht mal das Problem, vielmehr sei die Entsorgung der Unsicherheitsfaktor in der Rechnung. „Da muss nur etwas Asbestschiefer im Haus sein, schon wird es richtig teuer“, weiß der Bauamtsleiter.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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