SZ

Kartons müssen zerschnitten werden
Altpapier-Entsorger ächzen unter Online-Bestell-Boom

Eigentlich ein Kinderspiel: Pappverpackungen müssen vor der Entsorgung möglichst klein gemacht werden – ansonsten verstopfen sie die Abfuhrcontainer, die längst noch nicht gefüllt sind.
  • Eigentlich ein Kinderspiel: Pappverpackungen müssen vor der Entsorgung möglichst klein gemacht werden – ansonsten verstopfen sie die Abfuhrcontainer, die längst noch nicht gefüllt sind.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js Siegen. Das Corona-bedingte Klick-Verhalten der Onlinekundschaft bringt nicht nur die Paketboten ins Schwitzen. Auch den Mitarbeitern von Entsorgungsunternehmen beschert der boomende Versandhandel spürbar Mehrarbeit. Übervolle Altpapier-Container, nicht selten „garniert“ mit zusätzlich danebengestellten Kartons, machen den Abtransport nicht leichter. Müssen in diesen Zeiten die Abfuhrintervalle vielleicht verkürzt werden?
180 Container-Standorte alleine in Siegen
Rund 180 Standorte für Container zur Sammlung von Altglas und Altpapier gibt es allein im Siegener Stadtgebiet. Wo genau die zu finden sind, lässt sich auf einer interaktiven Karte auf der Stadt-Website nachvollziehen.

js Siegen. Das Corona-bedingte Klick-Verhalten der Onlinekundschaft bringt nicht nur die Paketboten ins Schwitzen. Auch den Mitarbeitern von Entsorgungsunternehmen beschert der boomende Versandhandel spürbar Mehrarbeit. Übervolle Altpapier-Container, nicht selten „garniert“ mit zusätzlich danebengestellten Kartons, machen den Abtransport nicht leichter. Müssen in diesen Zeiten die Abfuhrintervalle vielleicht verkürzt werden?

180 Container-Standorte alleine in Siegen

Rund 180 Standorte für Container zur Sammlung von Altglas und Altpapier gibt es allein im Siegener Stadtgebiet. Wo genau die zu finden sind, lässt sich auf einer interaktiven Karte auf der Stadt-Website nachvollziehen. „Auf den Abfuhrrhythmus von Glas hat die Stadt keinen Einfluss, da dies originäre Aufgabe der Dualen Systeme Deutschland ist“, heiß es aus dem Rathaus. „Beim Altpapier wird bei der Ausschreibung der Sammlung ein auf Erfahrungswerten basierender Abfuhrrhythmus vorgegeben.“ Während des laufenden Auftrages sei eine Anpassung nur in ganz begründeten Einzelfällen in Absprache mit dem Entsorger möglich. Eine grundsätzliche Erhöhung des Abfuhrrhythmus sei in dieser Zeit nicht möglich. „Da die Ausschreibung vor Beginn der Corona-Pandemie erfolgte, war eine Anpassung an die derzeitige Situation nicht vorhersehbar und somit nicht möglich“, sagt der Leiter der Stadtreinigung, Elmar Diehl.

Große Kartons müssen zerschnitten werden

Durch aktuell vermehrt anfallende Verpackungen aus Papier und Pappe nehme das Volumen an den Containern zu. Gleichzeitig sinke das Gewicht der gesammelten Mengen. Wie passt das zusammen? „Durch unsachgemäße Nutzung der Container kommt es regelmäßig zu anscheinenden Überfüllungen“, erklärt Diehl. „Große Kartons werden nicht zerrissen oder zerschnitten, sondern nur zusammengefaltet.“ In den Containern öffnen sich die so entsorgten Kartons wieder und verbrauchen sehr viel Volumen. Obwohl der Container dann noch sehr viel Altpapier oder Kartonagen aufnehmen könnte, passt nichts mehr rein.
Die Stadtreinigung geht davon aus, dass sich nach Beendigung der Corona-Pandemie das Einkaufsverhalten der Bürger wieder ändern wird und das Aufkommen an Verkaufsverpackungen aus Pappe und Papier wieder zurückgeht.

Längst nicht gefüllte Altpapier-Behälter wirken voll

Das Entsorgungsunternehmen selbst teilt diese „amtliche“ Einschätzung. Wie Louisa Jansky, Sprecherin der Firma Suez, der SZ erläutert, komme es immer wieder vor, dass Verpackungen ohne vorherige Zerkleinerung in die dafür zu schmalen Schlitze der Papierdebotbehälter gesteckt würden und diese verstopften, mutmaßlich aus Bequemlichkeit. „Dann wirken die längst nicht gefüllten Behälter voll.“ Dieser oft falsche Eindruck werde noch verstärkt, wenn Kartons auf und neben die Container gestellt würden. Für die Müllwerker bedeute dies einen zeitlichen Mehraufwand, der ärgerlich sei. Hinzu komme, dass immer wieder Firmen ihre Pappverpackungen und Altpapier in den für die Bürger aufgestellten Depots entsorgten. „Das ist so nicht gedacht und illegal.“
Die Lage entspannt sich aus Sicht von Suez ein wenig in diesen Tagen. Im Dezember und Januar seien diese Probleme am deutlichsten gewesen. Zu diesen Zeiten habe das Unternehmen Verstärkung ins Siegener Stadtgebiet geschickt. Üblicherweise sei ein Fahrzeug werktäglich in der Krönchenstadt unterwegs, jeder Container werde mindestens einmal pro Woche entleert. Zu Spitzenzeiten seien zwei bis drei zusätzliche Lastwagen unterwegs gewesen.
Die neben den Containern abgestellten Kartons bereiten viel Arbeit – machen aber nicht die große Masse aus: Laut Verwaltung sind es gerade einmal 1,7 Prozent des Gesamtaufkommens. Ohne die unnötig mit entsorgte Luft, versteht sich.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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