Ameisen spektakulär gerettet

Schutzwarte übt scharfe Kritik am Siegener Bauamt

Siegen. Für Waldbesitzer, Forstleute und Mitarbeiter der nordrhein-westfälischen Ameisenschutzwarte (ASW) haben Waldameisen im Großökosystem eine große Bedeutung. Sowohl im biologischen Forstschutz als auch als Überlebensfaktor für die heimischen Spechtarten ist die Waldameise ein wichtiges Bindeglied in der Natur.

Das, so vermutet die ASW, hat sich wohl noch nicht überall herumgesprochen. Man hält mit Kritik an der Siegener Bauverwaltung nicht hinter dem Berg: Vor wenigen Tagen sei der hiesige Stützpunkt der ASW unter erheblichem Zeitdruck damit konfrontiert worden, dass bei den Planungen zum Bau der Haupterschließungsstraße im neuen Gewerbepark Heidenberg ein Waldameisennest in der Trasse liege und kurzfristig mit den Erdarbeiten begonnen werden solle.

Da die nun fällige Rettung jedoch nur in den Monaten April bis Juni aufgrund der biologischen Abläufe durchgeführt werden kann, wurde eine technisch aufwendige Rettungsaktion gestartet. Unter der Leitung von ASW-Stützpunktleiter Erhard Groß und Stadtförster Rainer Unterbäumen sowie mit technischer Unterstützung der Firma Otto Quast gelang eine bisher in NRW noch nie durchgeführte Artenschutzmaßnahme. Um das Waldameisennest wurde ein Graben angelegt, das Nest mit einem stabilen Bastgeflecht eingepackt und so befestigt, dass die empfindliche Nestkuppel und der im Erdreich befindliche Nestkern nicht beschädigt wurden. In zwei Metern Tiefe wurde eine Stahlplatte unter das Nest geschoben und mit einem Kran auf einen Lkw verladen, der die „Behausung” an einen sicheren Ort im Siegener Stadtwald verfrachtete.

Sehr verärgert über das Verhalten des Bauamtes zeigte sich nicht nur der Landesgeschäftsführer der ASW, Falk Harold Klaes, sondern, laut ASW, auch die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein. Im Rahmen der Bebauungsplanänderung, die schon einige Zeit zurück liege, seien viele Gutachten von der Stadt Siegen in Auftrag gegeben worden. Nun fragt sich der ASW, warum das an der Zufahrtsstraße zum Tierheim gelegene Waldameisennest nicht kartiert wurde. Schließlich würden auch Bäume und Pflanzen registriert. Man wolle nun den Vorfall dem Umweltministerium in Düsseldorf im Jahresbericht ausführlich darstellen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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