Amerikaner spendeten 6000 Dollar für eine Kirche

Seit 50 Jahren steht die Friedenskirche in Achenbach, zuvor hatte der Holzbau seinen Standort in Siegen. Finanziert wurde das Gotteshaus 1948 durch eine Spende einer ev. Gemeinde im US-Bundesstaat Indiana.  Foto: Kirche
  • Seit 50 Jahren steht die Friedenskirche in Achenbach, zuvor hatte der Holzbau seinen Standort in Siegen. Finanziert wurde das Gotteshaus 1948 durch eine Spende einer ev. Gemeinde im US-Bundesstaat Indiana. Foto: Kirche
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sz Achenbach. Seit 50 Jahren steht in Achenbach die Friedenskirche. Dass es diese Kirche überhaupt gibt, ist ein Phänomen. Der Zweite Weltkrieg war kaum ein Jahr beendet, da beschloss eine evangelisch-reformierte Gemeinde in Evansville im US-amerikanischen Bundesstaat Indiana, 6000 Dollar für den Aufbau einer Kirche im völlig zerstörten Deutschland zu spenden.

Die ev. Christus-Kirchengemeinde blickt zurück: Der Zweite Weltkrieg hatte mehr als 50 Millionen Menschen das Leben gekostet. Erst nach Kriegsende wurde das Ausmaß der systematischen Ermordung der Juden in Europa deutlich. US-Amerikaner hatten im Krieg gekämpft, zahllose junge Männer hatten ihr Leben verloren. Trotzdem: Die Bürger von Evansville in Indiana spendeten Geld, damit die Menschen im zertrümmerten Siegen wieder an einem würdigen Ort Gottesdienst feiern konnten. Der Großzügigkeit der Einwohner von Evansville und der Kreativität einer schwedischen Holzhäuserfabrik verdankt Siegen die Friedenskirche.

Die Friedenskirche hat noch weitere Besonderheiten zu bieten: Sie ist die erste evangelische Kirche überhaupt, die in der Stadt Siegen nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Im August 1948 wurde sie eingeweiht. Sie ist eine der wenigen Kirchen, die im Laufe ihrer Geschichte ihren Standort wechselte – ein klarer Vorteil einer Holzkirche. Sie stand zunächst früher auf dem Eintrachtgelände, wo heute die Siegerlandhalle steht. Hier feierten Siegener Gottesdienst, weil der Krieg die alten traditionsreichen Kirchen Siegens, die Martinikirche und die Nikolaikirche, stark zerstört hatte.

Nach deren Wiederaufbau stellte sich Mitte der 1950er Jahre die Frage, was mit der Holzkirche geschehen sollte. Ideen gab es genug. So sollte die Kirche auf den Rosterberg, in die Hengsbach oder nach Achenbach versetzt werden. 1958 fasste man schließlich den Beschluss, die Kirche auf der Eintracht abzubauen und sie in Achenbach wieder aufzustellen.

Schließlich ist die Friedenskirche eines der wenigen evangelischen Gotteshäuser, das seinen Namen geändert hat. Auf der Eintracht hieß sie Johanneskirche. An der Achenbacher Straße bekam sie den Namen Friedenskirche. Dieser Name bringt den Ursprung des Gotteshauses eindrücklich auf den Punkt: Die Kirche ist ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung, und sie war es auch schon, als die Wunden des Krieges noch nicht verheilt waren.Aus dem Anlass „50 Jahre Friedenskirche in Achenbach“ lädt die Christus-Kirchengemeinde zum Festprogramm ein:Am heutigen Donnerstag wird ab 19.30 Uhr ein Festgottesdienst mit Superintendentin Annette Kurschus und Bürgermeister Steffen Mues gefeiert.Für Freitag, 8. Mai, lädt die Gemeinde um 6 Uhr zum Friedensgebet und anschließend zum gemeinsamen Frühstück ein. Ab 20 Uhr ist ein fröhlicher Abend geplant.Der Samstag, 9. Mai, sind alle Jungen und Mädchen ab 10 Uhr zum Kindertag willkommen.Am Sonntag, 10. Mai, feiert die Gemeinde ab 10.30 Uhr Familiengottesdienst und danach das Gemeindefest.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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