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Mutter und Familie des ermordeten Dreijährigen sagen aus
Amphetamin im Blut nachgewiesen

Die Mutter des ermordeten Dreijährigen hat ihre Aussage gemacht.

tile Siegen. Der Tod des dreijährigen E., der von seinem Vater ermordet worden sein soll, hat in der Familie tiefe Spuren hinterlassen. Am Donnerstag rief die Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach die Kindsmutter in den Zeugenstand vor die1. große Strafkammer des Siegener Landgerichts. Weil durch eine Vernehmung im Beisein des Angeklagten A. ein Nachteil für ihr Wohl zu befürchten sei, verfolgte der 34-Jährige den Aussagen seiner Ex-Freundin im Nebenraum. Die schwangere 20-Jährige sei labil, habe starke Ängste und leide unter einer Anpassungsstörung, verlas Dreisbach die psychiatrische Diagnose. Zudem drohe eine stressbedingte Frühgeburt.

Eine Familie sein  – das funktionierte nichtDie junge Frau schilderte, wie sie als damals 14-Jährige A.

tile Siegen. Der Tod des dreijährigen E., der von seinem Vater ermordet worden sein soll, hat in der Familie tiefe Spuren hinterlassen. Am Donnerstag rief die Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach die Kindsmutter in den Zeugenstand vor die1. große Strafkammer des Siegener Landgerichts. Weil durch eine Vernehmung im Beisein des Angeklagten A. ein Nachteil für ihr Wohl zu befürchten sei, verfolgte der 34-Jährige den Aussagen seiner Ex-Freundin im Nebenraum. Die schwangere 20-Jährige sei labil, habe starke Ängste und leide unter einer Anpassungsstörung, verlas Dreisbach die psychiatrische Diagnose. Zudem drohe eine stressbedingte Frühgeburt.

Eine Familie sein  – das funktionierte nicht

Die junge Frau schilderte, wie sie als damals 14-Jährige A. kennenlernte, wie sie eineinhalb Jahre mit ihm gegen den Willen der Eltern abgehauen war und erst als sie schwanger war zurückkam. Sie habe das Kind „unbedingt gewollt“. Den Kindsvater habe sie in der Haft besucht, sie wollte, dass er Kontakt zu dem Jungen hat. „Das habe ich nie geblockt.“ Nach seiner Entlassung habe man versucht, eine Familie zu sein, aber es funktionierte nicht. Es gab häufig Streit – auch wegen der Kindererziehung. „Er hat mich ja geschlagen, dann habe ich ihn verlassen.“ Gegenüber dem Jungen sei er nie gewalttätig gewesen.

„Er ist gern zu seinem Papa gegangen“

Über das Zurückliegende zu sprechen, fiel ihr schwer. Sie habe eine innere Mauer errichtet. „Ich verdränge alles, mein Kopf ist leer“, so die junge Frau, die in psychiatrischer Behandlung ist. Der Angeklagte habe in den Tagen vor der Tat auf den Besuch des Jungen am Wochenende gedrängt und „E. wollte zu seinem Papa. Er ist gern zu seinem Papa gegangen.“ Ihr selbst ging es wegen der Schwangerschaft nicht gut. Einen Tag vor der Tragödie sowie am Tag selbst war sie im Krankenhaus, ihr Sohn übernachtete bei den Großeltern. Weil sich A. aber nicht wie üblich gemeldet habe und sie sich sorgte, war sie später an jenem Sonntag mit ihrer Schwester zur Wohnung ihres Ex gefahren. Doch da war ihr Sohn bereits tot.

Unvergesslich: die Schreie der Tochter

A. habe sich ganz normal verhalten, sagte die Großmutter des Dreijährigen, die aufgewühlt auf die Fragen der Kammer antwortete. Alkohol habe sie nicht an ihm wahrgenommen. „Er hat E. bei mir abgeholt und hat dann so etwas Grausames getan!“ Eigentlich wolle sie nicht über den Angeklagten reden, „ich möchte nur, dass er verurteilt wird“. Sie könne die Schreie ihrer Tochter am Telefon nicht vergessen. Und auch nicht ihren Enkel, „er war ja wie mein Kind“. Ihr tue seither alles weh.
Den 34-Jährigen beschrieb sie als „schnell aufbrausend“. Überall habe er Stress gehabt mit allen, und „er war immer nicht glücklich“. Aber dass er zu einer solchen Tat fähig sei, habe sie nicht gedacht.
Die Schwester der Kindsmutter (19) rang sichtlich nach Fassung und verließ den Zeugenstand unter Tränen. Auch sie hatte an dem Tag nichts bemerkt, mit dem Kind sei A. immer liebevoll umgegangen. Ihr älterer Bruder (28) gab an, schlecht zu schlafen, „mir geht es scheiße“. Seine eigenen Kinder gäben ihm Kraft, das zu verarbeiten. „E. ist gestorben, E. ist verbrannt“, habe die Mutter des Dreijährigen am Telefon geschrien, sagte der 25-Jährige, mit dem die 20-Jährige ein Kind erwartet. Es sei nicht sein Sohn gewesen, aber sein Herz sei gebrochen. Seitdem kämen sie nicht mehr gut zurecht.
Ein rechtsmedizinisches Gutachten schließt aus, dass A. am Tag der Tat unter Alkoholeinfluss stand. Allerdings wurde eine Menge an Amphetamin nachgewiesen, bei der von einer akuten Wirkung auszugehen sei.
Bevor der Prozesstag endete, richtete sich Staatsanwalt Rainer Hoppmann noch einmal direkt an den Angeklagten: „Warum haben Sie Ihren Sohn verbrannt?“ A. erklärte, es selbst nicht zu wissen, und blieb die Antwort schuldig.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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