An die Kaufkraftsteigerung denken

 Rund 400 Mitarbeiter der großen Wittgensteiner Metall- und Elektroindustriebetriebe demonstrierten am Dienstag auf dem Bad Berleburger Martkplatz für fünf Prozent mehr Lohn. Foto: Holger Weber
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howe - Fünf Prozent mehr Lohn für eine Laufzeit von zwölf Monaten – diese Lohnforderung stellten am Dienstag rund 400 Arbeitnehmer der Wittgensteiner Metall- und Elektroindustrie bei einer Kundgebung auf dem Bad Berleburger Marktplatz. Das hat fast schon so etwas wie Tradition, dass die Branche auf die Straße geht. Der Demonstrationszug und der Würstchenstand waren nicht neu, ebenso wenig die Trillerpfeifen, Ratschen und roten IG-Metall-Fahnen. Fehlte eigentlich nur noch der 1. Bevollmächtigte Hartwig Durt, der sich für gewöhnlich auf die Bühne stellt.

Am Dienstag wurde er vom Geschäftsführer Finanzen Andree Jorgella vertreten, der die in den vergangenen Jahren immer teilnehmenden Mitarbeiter der Firmen EJOT, Busch-Jaeger, Sonor, Heinrich-Wagner-Sinto und Osterrath begrüßte. Diesmal neu im Bunde waren Arbeitnehmer der Firmen Keune & Lauber sowie der Erndtebrücker Eisenwerke. Den Anfang am Rednerpult machte Hermann Dickel, Betriebsratsvorsitzender bei Busch-Jaeger in Aue. Er begründete die Forderung nach einer spürbaren Tariferhöhung mit Kaufkraftsteigerung. Gäbe es nur noch Leiharbeit, Billiglohn und Niedrigtarifabschlüsse, seien jüngere Leute nicht mehr in der Lage sich Existenzen auf zubauen. „Nach der vierten Verhandlungsrunde müssen wir jetzt zielstrebig und selbstbewusst Flagge zeigen“, so Hermann Dickel. Andree Jorgella sprach von „Sturheit und Unvernunft“ der Arbeitgeberseite. Und dabei gehe es diesmal doch nur ums Entgelt. Mit ihrem schlechtesten Angebot seit 20 Jahren hätten die Arbeitgeber „den Vogel abgeschossen“.

In der zweiten Verhandlungsrunde habe man für ein Jahr eine Erhöhung von 0,9 Prozent angeboten. Und als ob das nicht schon Provokation genug sei, habe man die Einmalzahlung auf 0,3 Prozent festgelegt: „Das ist ein Skandal.“ In der Entgeltgruppe 8 seien das einmalig 104 Euro brutto, in der Entgeltgruppe 4 nur 92 Euro. „Das werden wir uns nicht bieten lassen.“ Der Vorschlag der Arbeitgeberverbände jetzt laute 2,1 Prozent Erhöhung der Löhne, aber über 24 Monate in zwei Stufen. „Sie bleiben bei ihrer Verweigerungshaltung. Die Arbeitgeber setzen auf Provokation und Verweigerung. Sie wollen uns mit Brotkrümeln abspeisen“, ärgerte sich Andree Jorgella.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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