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Vergewaltigung geistig behinderter Frau
Angeklagter kam zum Betteln nach Deutschland

Vor dem Landgericht Siegen wurde am heutigen Freitag die Plädoyers im Fall zur Vergewaltigung einer geistig behinderten Frau gehalten.
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juka Siegen. Vor dem Siegener Landgericht ging am Freitag der vorletzte Prozesstag gegen den 38-jährigen Stefan G. zu Ende, der im September 2020 eine geistig behinderte Frau in der Siegener Innenstadt angesprochen, mitgenommen und in einer leerstehenden Wohnung an der Friedrichsstraße vergewaltigt haben soll. Dabei ging es insbesondere um die Vergangenheit des Angeklagten.

Nur ein Jahr habe er die Schule besucht, führt G. aus. Er könne zwar lesen und schreiben, aber nur mit großen Schwierigkeiten. Auch das Rechnen würde ihm große Probleme bereiten. Seine sehr verarmten Eltern in Rumänien hätten schlichtweg kein Geld gehabt, ihn auf eine Schule zu schicken und mit Anziehsachen auszustatten. „Ich hatte kein einfaches Leben“, blickt der Angeklagte zurück.

juka Siegen. Vor dem Siegener Landgericht ging am Freitag der vorletzte Prozesstag gegen den 38-jährigen Stefan G. zu Ende, der im September 2020 eine geistig behinderte Frau in der Siegener Innenstadt angesprochen, mitgenommen und in einer leerstehenden Wohnung an der Friedrichsstraße vergewaltigt haben soll. Dabei ging es insbesondere um die Vergangenheit des Angeklagten.

Nur ein Jahr habe er die Schule besucht, führt G. aus. Er könne zwar lesen und schreiben, aber nur mit großen Schwierigkeiten. Auch das Rechnen würde ihm große Probleme bereiten. Seine sehr verarmten Eltern in Rumänien hätten schlichtweg kein Geld gehabt, ihn auf eine Schule zu schicken und mit Anziehsachen auszustatten. „Ich hatte kein einfaches Leben“, blickt der Angeklagte zurück. Er selbst habe als Tagelöhner in der Landwirtschaft gearbeitet, mit Anfang 20 geheiratet und drei Kinder bekommen, die heute im Teenager-Alter sind. Vor 13 Jahren trennte er sich allerdings von seiner Frau, da diese ihn mit seinem Bruder betrogen habe.

Mehrfach wegen Diebstahls angeklagt

In der Folge habe er sein Geld meistens mit Betteln verdient. „Das war meine Haupteinnahmequelle“, so G. Zu diesem Zweck sei er immer wieder nach Italien gereist. Als er dort zwischen 2013 und 2019 mehrfach wegen Diebstahls angeklagt und schließlich zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, elf Monaten und 26 Tagen verurteilt worden war, die jedoch ausgesetzt wurde, durfte G. für fünf Jahre nicht mehr in das Land einreisen. Stattdessen sei er dann nach Deutschland gegangen.

Kinder wissen von der Haft

Die Reisen seien stets mit dem Bus erfolgt, erklärt der 38-Jährige. Schließlich habe seine Frau ihm aber die Kinder im Alter zwischen 14 und 18 Jahren übergeben, mit denen er seitdem in einem Zimmer und ohne fließendes Wasser in Rumänien wohnt. Dennoch kehrte er, gut anderthalb Monate vor der angeklagten Tat, nach Deutschland zurück. Neben dem Betteln habe er sich auch einen Job suchen wollen, betont G. gegenüber Richterin Elfriede Dreisbach. Dass er in Deutschland in Haft sitzt, wüssten seine Kinder mittlerweile. Versorgen müssten sie sich derzeit allerdings alleine.

Opfer kaum widerstandsfähig

In der angeklagten Sache selbst blickte der Staatsanwalt am Freitag auf die Aussage des Angeklagten zurück, die ursprünglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgt war. G. habe dort angegeben, die geistig behinderte Frau angesprochen und nach einem Spaziergang gefragt zu haben, auf den sie einging. In der Wohnung angekommen habe er sie geküsst und angefasst, gewehrt habe sich die Frau aber nicht. Schließlich habe sie sich sogar selbst ausgezogen und beim Geschlechtsverkehr auch nicht, wie von Zeugen ausgesagt, geschrien, so der 38-Jährige.

Allerdings betonte der Staatsanwalt, G. habe sich während seiner Aussage mehrfach widersprochen, insbesondere als es um die Sprache ging, in der er mit dem mutmaßlichen Opfer kommuniziert habe. Die Plädoyers fanden anschließend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Urteil soll am 6. Mai verkündet werden.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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