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Prozess um sexuellen Missbrauch
Angeklagter verweigerte Aussage

Ein heute 64-Jähriger soll seine beiden Nichten mehrfach sexuell missbraucht haben. Der Prozess vor dem Landgericht Siegen zieht sich hin - am Donnerstag verweigerte der Angeklagte Angaben zu seinem Werdegang, da er nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen wollte.
  • Ein heute 64-Jähriger soll seine beiden Nichten mehrfach sexuell missbraucht haben. Der Prozess vor dem Landgericht Siegen zieht sich hin - am Donnerstag verweigerte der Angeklagte Angaben zu seinem Werdegang, da er nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen wollte.
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cs Siegen/Bad Laasphe. Vier Beweisanträge und der nicht erfüllte Wunsch nach Ausschluss der Öffentlichkeit – so lässt sich der Verhandlungstag am Donnerstag im Missbrauchs-Prozess vor der 1. großen Strafkammer des Siegener Landgerichts zusammenfassen. Wie berichtet, muss sich ein heute 64-Jähriger wegen sexuellen Übergriffen verantworten. Der Mann soll zwei seiner Nichten im Grundschulalter zwischen 1998 und 2010 unter anderem im Urlaub, in Bad Laasphe und im eigenen Wohnmobil missbraucht haben. Der Angeklagte streitet alle Vorwürfe ab.
Verteidigung fordert psychologische GutachtenTeilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit sagten zuletzt die beiden Nichten aus. Am Donnerstag erhielten Prozessbeobachter dennoch Einblicke in deren Ausführungen.

cs Siegen/Bad Laasphe. Vier Beweisanträge und der nicht erfüllte Wunsch nach Ausschluss der Öffentlichkeit – so lässt sich der Verhandlungstag am Donnerstag im Missbrauchs-Prozess vor der 1. großen Strafkammer des Siegener Landgerichts zusammenfassen. Wie berichtet, muss sich ein heute 64-Jähriger wegen sexuellen Übergriffen verantworten. Der Mann soll zwei seiner Nichten im Grundschulalter zwischen 1998 und 2010 unter anderem im Urlaub, in Bad Laasphe und im eigenen Wohnmobil missbraucht haben. Der Angeklagte streitet alle Vorwürfe ab.

Verteidigung fordert psychologische Gutachten

Teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit sagten zuletzt die beiden Nichten aus. Am Donnerstag erhielten Prozessbeobachter dennoch Einblicke in deren Ausführungen. Denn Rechtsanwalt Dominik Petereit, der den verhinderten Verteidiger Dirk Löber vertrat, beantragte ein Glaubwürdigkeitsgutachten durch einen Psychologen – für beide der Nichten. Die Aussage der älteren (30 Jahre) der beiden jungen Frauen weiche erheblich von früheren Angaben zurück. Nicht nur, was die Angaben zu den genauen Tatzeiten und der Anwesenheit des Angeklagten in Bad Laasphe angehe – vor allem habe sie keine Erinnerung an vaginale Penetrationen durch den heute 64-jährigen Schauspieler. „Dabei waren doch gerade diese Angaben entscheidend für die Anklage“, führte der Anwalt aus. Es könne schließlich sein, dass die beiden Nichten ein Parallelerlebnis auf den Angeklagten übertrügen. Gemeint waren damit frühere Angaben des Angeklagten, der den inzwischen verstorbenen Vater der beiden jungen Frauen der schlimmen Taten bezichtigte.

Kammer ließ Tendenz durchblicken

Neben den beiden Gutachten forderte die Verteidigung außerdem, weitere Polizisten der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein als Zeugen zu laden, die das Wohnmobil des Angeklagten untersucht hatten. Deren Aussagen könnten beweisen, dass sich in dem Fahrzeug viele Briefe und Postkarten befunden hätten, die die ältere Nichte an den Angeklagten versandt habe. In diesem Zusammenhang ging es in einem weiteren Beweisantrag darum, einen Papierumschlag zu öffnen, der weitere Briefe enthalten soll.Eine formale Entscheidung über die Anträge fällte die Kammer um Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach nicht, die Tendenz gehe aber dahin, keine psychologischen Gutachten der beiden mutmaßlichen Opfer zu veranlassen. „Ich habe keine Zweifel, dass das Gericht die Glaubwürdigkeit der Zeugen selbstständig abwägen kann“, meinte auch Staatsanwältin Katharina Burchert. Und hinsichtlich des Papierumschlages wies Dreisbach daraufhin, dass dieser Bestandteil der Akten sei.

Angeklagter verweigerte Angaben zu seinem Werdegang

In der Folge sollte der Angeklagte Angaben zu seinem Werdegang machen. Hier beantragte die Verteidigung den Ausschluss der Öffentlichkeit, was die Kammer nach kurzer Beratung ablehnte. Daraufhin wollte der Mann lieber gar nichts mehr sagen.Die Verhandlung wird am Mittwoch, 21. August, um 9.30 Uhr fortgesetzt.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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