Anklage im „Fall Tüschebach“

 Den Feuerwehrleuten bot sich am Morgen des 25. April 2014 ein regelrechtes Flammen-Inferno am Tüschebachsweiher. Nun muss sich der ehemalige Betreiber des Restaurants vor Gericht verantworten. Foto: Archiv
  • Den Feuerwehrleuten bot sich am Morgen des 25. April 2014 ein regelrechtes Flammen-Inferno am Tüschebachsweiher. Nun muss sich der ehemalige Betreiber des Restaurants vor Gericht verantworten. Foto: Archiv
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thor - Fast zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Feuer im Ausflugslokal „Haus Tüschebach“ werden die Hintergründe nun in einem Gerichtssaal geklärt: Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen den ehemaligen Inhaber Anklage wegen schwerer Brandstiftung erhoben. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Rolf Wissen auf Anfrage der Siegener Zeitung. Der Prozess wird vor dem Schöffengericht Betzdorf stattfinden, ein Termin steht allerdings nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht fest.

Folgendes wird dem 57-jährigen Gastronom zur Last gelegt: In der Nacht zum 25. April 2014 soll er sich aus seiner Wohnung in die im selben Gebäude befindlichen Räume des Restaurants im „Haus Tüschebach“ begeben und dort mittels eines Brandbeschleunigers ein Feuer entzündet haben. Nach der Brandlegung soll der Beschuldigte seine Frau und die beiden Kinder geweckt und mit ihnen das Gebäude verlassen haben. Offensichtlich führt dieser Aspekt dazu, dass die Staatsanwaltschaft nicht von „besonders schwerer Brandstiftung“ ausgeht. Ansonsten müsste der Fall vor dem Landgericht verhandelt werden, weil Menschenleben gefährdet waren.

Durch den Brand ist letztlich das komplette Lokal am Tüschebachsweiher zerstört worden. Die Staatsanwaltschaft geht allein beim Gebäudeschaden von rund einer Mill. Euro aus, hinzu komme ein Hausratsschaden von etwa 200 000 Euro. Der 57-Jährige habe angegeben, dass er sich an die betreffende Nacht nicht erinnern könne, berichtete Wissen.

Schon unmittelbar nach dem Brand waren Zweifel an einem technischen Defekt aufgekommen. Als an diesem 25. April sämtliche Feuerwehren der Umgebung gegen 4 Uhr ausrückten und am Weiher eintrafen, stand der Gebäudekomplex bereits in voller Ausdehnung in Flammen – reichlich ungewöhnlich. Mehr als ein Feuerwehrmann runzelte die Stirn, und der damalige Wehrleiter Dietmar Urrigshardt wurde in der SZ mit den Worten zitiert, dass er so etwas in 40 Jahren noch nicht erlebt habe.

Der 57-Jährige musste an diesem Morgen mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden, seine Frau und die beiden Kinder (inzwischen ist das dritte zur Welt gekommen) wurden oberhalb des Gebäudes von den Einsatzkräften angetroffen worden. Die Familie war zunächst in Friesenhagen untergekommen, bezog dann aber eine neue Wohnung in Harbach. Was folgte, waren extrem aufwändige Ermittlungen. Ein Brandspürhund war ebenso vor Ort wie ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera. Vor allem für den Küchentrakt interessierten sich Polizei und Staatsanwaltschaft. Jeder Stein war buchstäblich auf links gedreht worden. Im Februar 2015 wurde dann bekannt, dass gegen den Betreiber des Lokals ermittelt wird. Nach Informationen der SZ sind offenbar an der Kleidung des Beschuldigten Spuren des Brandbeschleunigers gefunden worden. Ein Gutachten hatte ergeben, dass der Mann voll schuldfähig ist.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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