SZ

Besuchsdienst der Siegerländer Frauenhilfen
Anrufe gegen die Einsamkeit

Die Mitarbeiter freuen sich auf nette Telefonate wie jenes mit dieser gut gelaunten Seniorin.
  • Die Mitarbeiter freuen sich auf nette Telefonate wie jenes mit dieser gut gelaunten Seniorin.
  • Foto: Vanessa Orozco Giraldo
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

nja Siegen. Einsamkeit und Isolation, das sind nicht erst seit der Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen für das zwischenmenschliche Miteinander belastende Situationen, die auf Dauer schwer zu ertragen sind. In diesen Monaten der Kontaktbeschränkungen bekommen sie aber zusätzlich eine ganz neue Dimension. Der Bezirksverband der Siegerländer Frauenhilfen möchte daher Brücken schlagen und bietet nun einen unkomplizierten telefonischen Besuchsdienst an: Für alle, die sich alleine fühlen und jemanden zum Reden brauchen – egal ob jung oder alt, Mann oder Frau.

nja Siegen. Einsamkeit und Isolation, das sind nicht erst seit der Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen für das zwischenmenschliche Miteinander belastende Situationen, die auf Dauer schwer zu ertragen sind. In diesen Monaten der Kontaktbeschränkungen bekommen sie aber zusätzlich eine ganz neue Dimension. Der Bezirksverband der Siegerländer Frauenhilfen möchte daher Brücken schlagen und bietet nun einen unkomplizierten telefonischen Besuchsdienst an: Für alle, die sich alleine fühlen und jemanden zum Reden brauchen – egal ob jung oder alt, Mann oder Frau.

Isolation überwinden

„Hallo Hanna“ lautet der einladende Name des Projekts, das Heike Henrichs-Neuser, Geschäftsleiterin des Bezirksverbands, und Koordinatorin Beate Ohrendorf-Weiß im SZ-Gespräch erläutern: „Wir wollen die Menschen ermutigen, sich bei uns zu melden, wenn sie jemanden zum Reden brauchen. Wir bieten einen ganz einfachen Weg an, wieder mehr am Leben teilzunehmen, Isolation zu überwinden – wir bieten ein zuhörendes Ohr mit viel Herz!“ Der Name ist nahezu selbsterklärend: „Hallo Hanna – wie geht es dir? So beginnen doch viele nette Gespräche. Die Wahl fiel auf Hanna, weil dies zusammen so schön und warm klingt“, sagt Heike Henrichs-Neuser.

Regelmäßige Gespräche

Das Projekt ist langfristig geplant, das heißt insbesondere auch: Die Gespräche finden regelmäßig statt. Es gibt also feste Verabredungen zum Plausch am Telefon, z. B. jeden Mittwoch von 10 bis 10.30 Uhr: „Das ist dann ein verbindlicher Termin, auf den man sich dann freuen darf“, sagt Beate Ohrendorf-Weiß. Bürger, die sich gemeinnützig einbringen möchten und Menschen, die Kontakt brauchen, finden mit Unterstützung der Koordinatorin in einem wohlwollenden Telefonat zueinander. Beate Ohrendorf-Weiß ist die erste Ansprechpartnerin, sie möchte die Menschen zunächst auch gerne persönlich kennenlernen und schaut dann, welche ehrenamtliche Mitarbeiterin bzw. welcher Mitarbeiter am besten passt. Nicht nur ältere Menschen leiden unter Einsamkeit. Auch Studenten, die vielleicht neu in der Stadt sind und wegen der Pandemie keine Kommilitonen kennenlernen, Alleinlebende oder chronisch Kranke können betroffen sein: Jedermann darf sich melden. Die Riege der Aktiven umfasst bislang zehn Personen – wer Interesse hat, sich zu engagieren und mit wenig Aufwand bei hoher Flexibilität Menschen sein Ohr bzw. Zeit zu schenken, ist willkommen.

Wie ein Schwätzchen an der Haustür

„Unser Angebot kommt einem Schwätzchen an der Haustür gleich, es soll aber keine Telefon-Seelsorge sein“, sagt Heike Henrichs-Neuser. Mit Letzterer stehe man aber in gutem Kontakt, so dass man bei Bedarf an Dietrich Hoof-Greve vermitteln könne. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden geschult und qualifiziert, sie rufen bei den Menschen an, wobei ihre Telefonnummer nicht erkennbar sein wird.
Es kann natürlich im Laufe der Wochen, Monate oder Jahre auch mehr daraus entstehen: ein persönliches Kennenlernen von Angesicht zu Angesicht, gemeinsame Freizeitgestaltung – das muss es aber nicht. In Leverkusen und Berlin z. B. gibt es schon seit mehreren Jahren vergleichbare Angebote, die zeigen, was alles möglich ist und sich entwickeln kann.

Wöchentliches Telefonat

Geplant ist im Siegerland ein wöchentliches Telefonat, in dem man Gedanken teilt, sich Geschichten erzählt, Impulse für den Tag bekommen kann. Die Frauenhilfe hat einen ansprechenden Flyer erstellt, der nun möglichst viele Multiplikatoren erreichen soll, u. a. bei Ärzten, Physiotherapeuten oder Friseuren ausgelegt werden könnte. Ansprechpartnerin für alle, die sich über einen telefonischen „Besuch“ freuen, und auch für ehrenamtlich Interessierte ist Beate Ohrendorf-Weiß, Telefon (01 51) 62 83 26 12, E-Mail: info@hallohanna.de. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.hallohanna.de.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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